https://www.faz.net/-gtl-9l68y

Trotz starkem Eisenbichler : DSV-Adler fliegen knapp am Teamtriumph vorbei

  • Aktualisiert am

Die gute Leistung reichte am Ende nicht ganz: Markus Eisenbichler verpasste mit dem deutschen Team den Sieg in Slowenien. Bild: EPA

Auch im letzten Teamfliegen unter Trainer Schuster reicht es nicht für einen Sieg. Eisenbichlers Flug auf 246 Meter ist nicht genug für Platz eins. Doch der Bayer hat noch ein weiteres großes Ziel.

          2 Min.

          Markus Eisenbichler zündete seine berühmte „Granate“, doch auch ein 246-Meter-Satz reichte nicht ganz zum ersten deutschen Sieg in einem Team-Skifliegen unter dem scheidenden Bundestrainer Werner Schuster. „Ich wollte einfach nochmal obi fliagn“, sagte Eisenbichler in breitestem Bairisch, nachdem er beim Saisonfinale in Planica nach seinem Premierenerfolg im Einzel abermals beeindruckt hatte: „Über Platz zwei freue ich mich mega – die Polen waren zu stark.“

          Nach acht Durchgängen fehlten dem deutschen Quartett umgerechnet knapp sieben Meter zum ersten Sieg in einem Mannschaftsfliegen seit 19 Jahren. Mit 1619,8 Punkten lagen Eisenbichler (Siegsdorf), Karl Geiger (Oberstdorf), Constantin Schmid (Oberaudorf) und Richard Freitag (Aue) hinter Polen (1627,9) und vor Slowenien (1603,1). Weil der Pole Piotr Zyla als letzter Springer bei 242,5 Meter in den Schnee griff, schmolz Polens Vorsprung noch einmal dramatisch zusammen.

          „Im ersten Versuch habe ich noch etwas liegen lassen. Im letzten habe ich gedacht, jetzt riskierst du noch einmal, weil es einfach eine Gaudi ist“, sagte Eisenbichler, der ein dickes Lob an seinen Teamkollegen verteilte: „Wir haben echt gute Sprünge gezeigt. Unser Youngster Constantin war stabil, das hat mich mega gefreut. Der Karl ist gesprungen wie eine Maschine.“

          Schlussspringer Eisenbichler, der am Freitag mit seinem ersten Weltcup-Erfolg für einen perfekten Start ins letzte Wettkampfwochenende unter Meistermacher Schuster gesorgt hatte, blieb nur im ersten Durchgang mit 227,0 Meter ein wenig hinter seinen Möglichkeiten zurück. Geiger überzeugte mit 230,5 und 230,0 Meter, Schmid (217,0+216,5) und Freitag (221,0+231,0) zeigten gute Leistungen.

          Den bislang einzigen deutschen Team-Sieg bei einem Weltcup-Fliegen gab es bei der Premiere am 18. März 2000 in Planica. Damals traten Sven Hannawald, Martin Schmitt, Hansjörg Jäkle und Michael Uhrmann für den DSV an.

          Bei der traditionellen Springerparty zum Saisonabschluss wollte sich Eisenbichler mit „ein, zwei Bier“ begnügen, schließlich wird es für den Weltmeister von Seefeld am Sonntag noch einmal richtig ernst. Im Finale der 30 Gesamtweltcup-Besten (10.00 Uhr/ARD und Eurosport) kann er sich als dritter Deutscher nach Sven Hannawald (1998 und 2000) und Martin Schmitt (1999 und 2001) die kleine Kristallkugel für den Sieg in der Flug-Wertung sichern. Mit 311 Punkten führt Eisenbichler knapp vor Kobayashi (307), der als Gewinner der großen Kristallkugel bereits feststeht.

          Sloweniens Publikumsliebling Robert Kranjec wurde am Samstag gebührend verabschiedet. Der 37 Jahre alte Weltmeister von 2012, der am Donnerstag in der Qualifikation gescheitert und auch nicht für das Teamfliegen nominiert worden war, durfte außer Konkurrenz und in einem besonderen Leibchen mit der Aufschrift „Million Reasons to say Goodbye“ von seiner Heimschanze segeln.

          Weitere Themen

          Alles hört auf sein Kommando

          HSV-Trainer Hecking : Alles hört auf sein Kommando

          Er wirkt etwas altmodisch, aber Trainer Hecking tut dem sonst so aufgeregten Hamburger SV dank seiner natürlichen Autorität gut – das imponiert auch seinen Vorgesetzten.

          Großmeister mit 14 Jahren

          Schachspieler Vincent Keymer : Großmeister mit 14 Jahren

          Im Alter von 14 Jahren, elf Monaten und vier Tagen steigt Vincent Keymer zum jüngsten deutschen Schach-Großmeister der Geschichte auf. Obwohl er noch so jung ist, markiert der Titel das Ende einer Durststrecke für den Schüler.

          Topmeldungen

          Erledigen Sie die Spieler des gegnerischen Teams: Szene aus dem Handyspiel Call of Duty Mobile

          Anschlag von Halle : Vom Ballerspiel zum Mordanschlag

          Stephan B. wollte seine Attacke in Halle aussehen lassen wie ein Videospiel. Eine Spurensuche in einer Welt, in der alles nur ein Witz sein kann – oder bitterer Ernst.
          Er wirkt altmodisch, aber alles hört auf sein Kommando: Trainer Dieter Hecking beim HSV

          HSV-Trainer Hecking : Alles hört auf sein Kommando

          Er wirkt etwas altmodisch, aber Trainer Hecking tut dem sonst so aufgeregten Hamburger SV dank seiner natürlichen Autorität gut – das imponiert auch seinen Vorgesetzten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.