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Tritt noch ein Skistar zurück? : Bei Hirscher steht es 49:51

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Der Kristallkugel-Sammler: Marcel Hirscher gewann 2019 seinen achten Gesamtweltcup und die Disziplin-Wertungen elf und zwölf. Bild: EPA

Nach den Rücktritten von Lindsey Vonn, Svindal und Neureuther droht dem alpinen Weltcup-Zirkus der Verlust eines weiteren Zugpferdes. Noch lässt Hirscher seine Zukunft aber offen.

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          Ski-Superstar Marcel Hirscher hat noch keine Entscheidung über die Fortsetzung seiner Karriere getroffen. „Es wird noch ein paar Tage dauern“, sagte der achtmalige Gesamtweltcupsieger aus Österreich am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Im Moment stehe es „49:51“, zur Tendenz wollte er sich konkret aber nicht äußern. „Ich kann heute nicht sagen, ob es entweder A oder B wird“, ergänzte Hirscher. Er müsse schauen, „ob es körperlich und mental möglich ist, nochmal eine Saison zu ziehen.“

          Der seit gut zwei Wochen 30 Jahre alte Hirscher hatte im vergangenen Jahr zum achten Mal den Gesamtweltcup gewonnen sowie jeweils zum sechsten Mal die Wertungen im Riesenslalom und im Slalom. Bei der WM in Are holte er Gold im Slalom und Silber im Riesenslalom. Gerade seit der WM, sagte er, sei er schon „sehr, sehr müde“ gewesen, „das hat man beim Saisonfinale gesehen“. In Soldeu belegte der sonstige Dominator nur Platz 6 im Riesenslalom und gar nur Rang 14 im Slalom.

          Er sei jetzt zehn Jahre im Weltcupzirkus dabei, „dass man da Federn lässt, ist klar“, sagte er. Insgesamt gewann der 30-Jährige in seiner Karriere sieben Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und zwei bei Olympischen Spielen.

          Bei Weltcuprennen stand Hirscher insgesamt 67 Mal ganz oben auf dem Treppchen - nur der Schwede Ingemar Stenmark war bei den Herren in dieser Statistik noch erfolgreicher als er. Hirscher hatte zuletzt die Spekulationen über ein mögliches Karriereende angeheizt. Die abgelaufene Saison 2018/2019 bezeichnete er bereits als „Extrasaison“. „Grundsätzlich wäre letztes Jahr der perfekte Zeitpunkt zum Aufhören gewesen“, sagte Hirscher nach dem  Saisonfinale in Soldeu. Vor allem den „ganzen Wahnsinn drumherum“ möge er nicht gern. „Und es wird immer mehr.“

          Zuletzt war Hirscher im Frühlingsschnee von Soldeu etwas außer Form

          Der alpine Zirkus wird in der kommenden Saison auf jeden Fall einige Zugpferde verlieren. Bei der WM fuhren die Superstars Aksel Lund Svindal und Lindsey Vonn ihre letzten Rennen, beim Weltcup-Finale gab nun neben Felix Neureuther auch Slalom-Olympiasiegerin Frida Hansdotter ihre Abschiedsvorstellung.

          Neureuther hat bereits die Hoffnung geäußert, sein ehemaliger Konkurrent werde nicht zurücktreten: „Ich würde ihm noch zu gerne beim Skifahren zuschauen. Das macht er zu gut.“ Sollte er sich zum Weitermachen entscheiden, sagte Hirscher, „wartet auf jeden Fall viel Arbeit für mich“.

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