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Tour de Ski : Ein „Traumtag“: Angerer bleibt im Goldtrikot

  • Aktualisiert am

Tobias Angerer fährt in der Gesamtwertung vorneweg Bild: REUTERS

Alle schuften für Tobias Angerer - die deutsche Taktik geht bislang auf. Im ungeliebten Sprint in Asagio verteidigte der Bayer seines goldenes Trikot. Auch Evi Sachenbacher macht sich bei den Frauen noch Hoffnungen auf den Gesamtsieg bei der Tour de Ski.

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          Tobias Angerer geht nach einer taktischen Meisterleistung im goldenen Trikot des Spitzenreiters in das Finale
          der ersten Tour de Ski. Lächelnd umarmte der Bayer nach seinem zwölften Platz im ungeliebten Sprint den zufriedenen Bundestrainer Jochen Behle im Sonnenschein von Asiago. Die Gesamt-Siebte Evi Sachenbacher-Stehle verbesserte mit ihrem neunten Rang hinter Nicole Fessel ebenfalls ihre Chance auf die für Skilangläufer einmalige Siegprämie von 112.500 Schweizer Franken. Die Tagessiege gingen an die neue Tour-Spitzenreiterin Virpi Kuitunen (Finnland) und Tor Arne Hetland (Norwegen).

          „Das war ein Traumtag. Die Sonne scheint, ich habe mein Ziel Halbfinale erreicht. Jetzt versuche ich, mit unserem starken Team, das Trikot bis zum Ende zu verteidigen“, sagte Angerer, der seine Siegprämie im Stile von Lance Armstrong im Team teilen würde. Eigentlich hatte er auf dem mit Kunstschnee belegten Golfplatz
          damit gerechnet, sein Goldtrikot abgeben zu müssen, doch alles kam anders. Sein in der Qualifikation noch auf Platz eins gelaufener Verfolger Simon Östensen (Norwegen) verlor im Viertelfinale im Durcheinander einen Ski, und so konnte Angerer seinen Vorsprung in der Gesamtwertung nach vier von sechs Etappen sogar auf 27,3 Sekunden ausbauen.

          Alle in Angerers Diensten

          Nachdem er sein Ziel Halbfinale erreicht hatte, joggte der „goldene“ Deutsche in den restlichen beiden Rennen schon mit fast provozierender Lässigkeit als abgeschlagener Letzter ins Ziel. „Die Taktik hat der Jochen ausgegeben. Ich musste Kraft für das schwere Finalwochenede sparen“, meinte Angerer grinsend. Schließlich steht nach dem schon schweren 30-km-Massenstartrennen am Samstag zum Abschluss der besonders harte 15-Kilometer-Berglauf auf den Alpinhang Alpe Cermis in Val die Fiemme auf dem Programm.

          Gelbe Kappe vor Augen, das Goldtrikot im Blick: Evi Sachenbacher

          „Wir haben uns den Skihang angeschaut - das wird brutal“, meinte der Topfavorit. Die Taktik heißt dann wie im Radsport „Alle für Kapitän Angerer“. Behle: „Tobi soll die Tour gewinnen, und dafür müssen alle arbeiten.“ Die abschließende Steigung bis zu 30 Prozent mit Serpentinen wie nach Alpe d' Huez kritisiert der Bundestrainer
          allerdings scharf: „Das ist kein Skilanglauf, das ist Klettern mit Ski. Da werden alle im Krebsgang hochgehen.“

          „So einen Anstieg hat der Langlauf noch nie gesehen“

          Evi Sachenbacher-Stehle, die in der Gesamtwertung mit 1:00,8 Minuten Rückstand aussichtsreich in Lauerposition liegt, freut sich allerdings auf das Abenteuer Berg: „Das ist genau das, was ich am
          besten kann. Da werden noch einige Favoriten einbrechen und ich kann noch ganz nach vorn laufen.“

          Noch mehr als Sachenbacher freute sich Nicole Fessel, die mit Platz acht die WM-Norm schaffte. Claudia Künzel-Nystad landete auf Platz elf, während sich Franz Göring über Rang 27 freute. Damit ist der „Bergläufer“ zwar in der Gesamtwertung auf Position fünf mit 46 Sekunden Rückstand auf Angerer zurückgefallen, aber das ist seiner Meinung nach mit Blick auf den Schlussantsieg ohnehin Makulatur.„So einen Anstieg hat der Skilanglauf noch nie gesehen. Da geht es nicht um Sekunden, da geht es um bis zu fünf Minuten, die man da
          verlieren kann. Aber mir und dem Tobi liegt der Berg.“

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