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Tour de Ski : Tscharnke überrascht mit Sieg

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Mit letzter Kraft: Tim Tscharnke gewinnt den Massenstart bei der Tour de Ski Bild: dpa

Im Massenstart bei der Tour de Ski überrascht Tim Tscharnke und beendet die Diskussion über die deutsche Krise. Ihm gelingt der zweite Weltcupsieg dank einer klugen Taktik. Auch bei den Frauen gibt es eine Überraschung.

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          Die Reaktion auf die Kritik der Chefin folgte prompt - und fiel so überragend positiv aus, dass es Bundestrainer Frank Ullrich die Tränen der Freude in die Augen trieb. Auf der sechsten Etappe der Tour de Ski gewann Tim Tscharnke am Samstag das 15 Kilometer lange Massenstartrennen im klassischen Stil in Val di Fiemme und sicherte sich damit ebenso die WM-Teilnahme wie Thomas Bing, der Sechster wurde. Zudem machte auch Jonas Dobler als 15. auf sich aufmerksam.

          „Dieser Sieg ist mehr wert als der vor zwei Jahren in Canmore. Hier war alles am Start, was im Distanzbereich Rang und Namen hat“, jubelte Tscharnke. Noch Stunden vorher hatte die für die Sparten Nordisch und Biathlon zuständige DSV-Sportdirektorin Karin Orgeldinger in Oberhof die deutschen Herren wegen ihrer Leistungen im bisherigen Saisonverlauf scharf kritisiert und Konsequenzen nach der Tour angekündigt.

          „Wir haben versucht, die Kritik nicht an die Mannschaft heranzutragen. Dass dennoch derart explosionsartig der Knoten platzt, hätte ich nicht gedacht“, meinte Ullrich, der nach dem Zieleinlauf alle umarmte, die ihm über den Weg liefen. In der Gesamtwertung rückte Titelverteidiger Martin Johnsrud Sundby vor dem Schlussanstieg zur Alpe Cermis am Sonntag bis auf drei Sekunden an seinen norwegischen Landsmann Petter Northug heran, der sich seine bei der Tour schon übliche Schwächephase leistete.

          „Manchmal geht es eben schnell. Seit dem Sprint im Münstertal merkte ich, dass es besser wird. Der Sieg heute ist wunderbar“, sagte Tscharnke und bedankte sich indirekt bei seinem Heimtrainer Cuno Schreyl. „Wir mussten über Weihnachten und Silvester knüppelhart trainieren. Vor allem mit Rollski auf dem Laufband, wo der Trainer stets die Geschwindigkeit erhöhte. Er meinte, auf Ski wären wir zu langsam. Und da wir nur klassisch trainiert haben, musste es ja irgendwann klappen“, sagte der Biberauer, der Anfang Februar erstmals Vaterfreuden entgegensieht.

          Bing, der wie Tscharnke immer in der Spitzengruppe präsent war und zeitweise das Tempo bestimmt hatte, verwies auf die deutsche Stärke in Massenstartwettbewerben. „Da können wir uns besser zeigen. Man muss aber immer mit vorn sein, da es im hinteren Feld bei den Positionskämpfen brutal hart zugeht und es oft zu Stürzen kommt“, sagte der Thüringer, der wegen eines Infekts und fehlender Form bereits nach Oberstdorf aus der Tour aussteigen wollte. „Ich bin Frank Ullrich sehr dankbar, dass er mich überredet hat. Jetzt fahre ich sogar zur WM“, meinte „Bingo“.

          Im Frauenwettbewerb über 10 Kilometer spielten die deutschen Damen bei frühlingshaften Temperaturen diesmal keine Rolle. Denise Herrmann belegte Rang zehn vor Steffi Böhler, 13. wurde Nicole Fessel, die als Achte der Gesamtwertung beste DSV-Läuferin ist. Vorjahressiegerin Therese Johaug beendete mit ihrem Erfolg die Siegesserie von Marit Björgen, die mit über zwei Minuten Vorsprung vor der dritten Norwegerin, Heidi Weng, beste Chancen auf den erstmaligen Sieg bei der Tour de Ski hat.

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