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Snowboarderin Brenna Huckaby : Ein Bikini-Model mit Beinprothese

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Brenna Huckaby zeigt sich als Badeanzug- und Bikini-Model für die amerikanische Zeitschrift „Sports Illustrated“. Bild: Screenshot Twitter.com/si_swimsuit

Durch eine Krankheit verlor Brenna Huckaby ein Bein. Nun startet sie bei den Winter-Paralympics. Zuvor zeigt sich die junge Amerikanerin im Badeanzug – und verfolgt mit der Aktion ein ganz bestimmtes Ziel.

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          Die amerikanische Para-Snowboarderin Brenna Huckaby will durch ihr selbstbewusstes Auftreten Vorbild für andere Frauen mit Behinderungen sein. „Sie sieht man normalerweise nicht sexy. Ich wollte zeigen, dass das okay ist“, sagte die Paralympics-Athletin am Mittwoch in Pyeongchang. Huckaby hatte sich als Badeanzug- und Bikini-Model für die amerikanische Zeitschrift „Sports Illustrated“ mit ihrer Prothese am rechten Bein ablichten lassen.

          „Meine Motivation war, der Welt zu zeigen, wie selbstbewusst und stolz ich bin. Ich kann schön sein“, sagte die 22-Jährige. „Als ich Krebs hatte und mein Bein verloren habe, hatte ich niemanden, zu dem ich aufschauen konnte“, erklärte sie. „Ich wollte das ändern und ein Vorbild für Kinder sein.“ Jeder solle sich sexy fühlen können, sagte Huckaby. „Es ist egal, wie dein Körper aussieht, wenn du dich in deiner Haut wohlfühlst. Und es gibt keinen Grund, dich in deiner Haut nicht wohlzufühlen.“ Sie hoffe, dass sie durch ihr Handeln andere Menschen mit Behinderung für paralympischen Sport begeistern könne: „Sport hat mein Leben verändert. Und ich möchte, dass mehr Leute diese Möglichkeit haben.“

          Die am Freitag beginnenden Winter-Paralympics entwickeln sich zu einem echten Publikumsmagneten. Zwei Tage vor der Eröffnungsfeier waren bereits 275.000 und damit rund 85 Prozent der 310.000 Tickets verkauft. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) erwägt und prüft nun sogar eine Aufstockung des Kontingents. „Wir wollen schauen, ob wir bei einigen Veranstaltungen mehr Sitze zur Verfügung stellen können“, sagte ein Sprecher.

          Der Deutsche Behindertensportverband wird derweil am Donnerstag um 11 Uhr deutscher Zeit (19 Uhr Ortszeit) bekannt geben, wer bei der Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics in Pyeongchang die detusche Fahne tragen wird. Mit ziemlicher Sicherheit wird es eine Frau werden, denn die Favoritinnen heißen Anna Schaffelhuber und Andrea Eskau. Die 25 Jahre alte Schaffelhuber (Bayerbach) war mit fünf Goldmedaillen bei fünf Starts in den alpinen Wettbewerben bei den vorherigen Spielen in Sotschi 2014 der große Star. Sie ist Deutschlands aktuelle Behindertensportlerin des Jahres und erhielt diese Auszeichnung 2017 bereits zum fünften Mal. Schaffelhuber war zwar schon einmal Fahnenträgerin, 2010 in Vancouver allerdings bei der Schlussfeier als damals 17-Jährige.

          Monoskifahrerin Schaffelhuber sorgte schon vor dem Start für eine Schrecksekunde. Sie kam beim alpinen Training am Mittwoch von der Piste ab und landete im Fangzaun. „Ich bin über eine Kuppe zu gerade gekommen, habe ein bisschen zu spät eingelenkt, quergestanden und dann war ich im Zaun“, sagte Schaffelhuber im Ziel. „Wehgetan habe ich mir aber nicht. Alles gut.“ Sie startet am Samstag in ihren ersten Wettkampf der diesjährigen Paralympics im Jeongseon Alpine Centre in der Nähe von Pyeongchang. Sie gehört auch diesmal wieder zu den großen Siegfavoritinnen.

          Die 46 Jahre alte Eskau (Magdeburg) ist die einzige Starterin in Pyeongchang, die schon bei Sommer- und bei Winter-Paralympics Gold gewonnen hat. Insgesamt gewann sie mit dem Handbike im Sommer sowie im Langlauf und Biathlon schon sechsmal. Eskau gilt als meinungsstarke, oft aber auch unbequeme Athletin. Als einzige Deutsche war sie am Mittwoch auf der ersten Pressekonferenz des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) bei den Winterspielen für Menschen mit Behinderung vertreten. „Natürlich würde eine solche Ehre jedem etwas bedeuten“, sagte sie zum Thema Fahnenträger.

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