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Snowboarderin Aline Bock : Zwischen Sommer und Winter

  • -Aktualisiert am

Mit Brett und Heli: Aline Bock Bild:

Die Snowboarderin Aline Bock ist die beste Big-Mountain-Fahrerin der Welt. Gerade hat die Deutsche in Neuseeland die „World Heli Challenge“ gewonnen. Ihre Liebe gilt den Bergen. Aber sie braucht auch den Sommer und das Meer.

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          Sommer, Winter. Berge, Meer. Die Grenzen verschwimmen. Vergangene Woche, am Tag nach der „World Heli Challenge“, dem großen Freeride-Event für Skifahrer und Snowboarder im Mount Aspiring National Park in Neuseeland, sind die Champions von Wanaka aus ans Meer gefahren, haben sich in Neoprenanzüge gepackt und sind auf Surfbrettern den Wellen hinterhergejagt. Dabei eine junge Deutsche vom Bodensee, die Snowboarderin Aline Bock. Sie hatte die Heli Challenge gewonnen, und spätestens seit diesem Tag steht die 28-Jährige auf einer Stufe mit den größten Namen der Freeride-Szene. Mit den Amerikanern Travis Rice, Ted Davenport und Julia Mancuso, mit der Norwegerin Ane Enderud.

          Wer verstehen will, auf welchem Niveau Aline Bock fährt, muss die Champions kennen: Travis Rice ist ein Snowboard-Superstar, mit ihm als Frontman wurde im vergangenen Jahr „That’s it, that’s all“ gedreht, der spektakulärste Snowboardfilm, den man je gesehen hat. Viele halten Rice seither für den besten Snowboarder der Welt. Die Olympiasiegerin von 2006, Julia Mancuso, verließ letzten Winter, nachdem sie bei Olympia in Vancouver zweimal Silber gewonnen hatte, erstmals die Ski-Rennszene und suchte im Freeriden neue Herausforderungen. Der Freeride-Champion der Skifahrer, der Amerikaner Ted Davenport, auch er eine Legende, fährt nicht nur Berge hinunter – er fliegt auch. In Chamonix hat er sich vergangenes Jahr den Fuß gebrochen, als er bei einem Basejump gegen die Wand eines 400 Meter hohen Kliffs geschlagen ist. In dieser Liga also fährt Aline Bock, innerhalb von zwei Jahren ist sie im Snowboarden zur besten Big-Mountain-Fahrerin der Welt geworden.

          Aline Bock ist in Gießen geboren und in Überlingen am Bodensee aufgewachsen, mit fünfzehn erst hat sie mit dem Snowboarden angefangen. Sie begann mit Freestyle, fand Sponsoren und gewann Wettkämpfe in der Halfpipe und im Slopestyle. Schließlich begann sie ein Sportmanagement-Studium in Innsbruck. Nebenher fing sie an zu arbeiten, als Managerin der Snowboard-Teams von Smith und Roxy. 2008 fuhr sie im Montafon in Österreich ihren ersten Freeride-Wettkampf.

          Aline Bock lebt ihren Traum im Schnee

          Während Freestyle-Events auf Schanzen und in Halfpipes ausgetragen werden und der spektakulärste Sprung gewinnt, findet Freeriden jenseits der Skigebiete statt, dort, wo Touristen niemals hinkommen. Die Teilnehmer werden mit Hubschraubern auf den höchsten Gipfeln mit steilen, unberührten Hängen abgesetzt. Wer eine flüssige, schnelle und riskante Linie fehlerfrei fährt und technische Sprünge einbaut, steht am Ende oben auf dem Treppchen.

          Freeriden ist nichts für Kinder

          Vor zwei Jahren war Aline Bock von einer Freundin zu ihrem ersten kleineren Freeride-Wettkampf in Österreich überredet worden. „Ich bin einfach runtergefahren, habe hier ein kleines Kliff genommen und da eine kleine Wechte – und am Ende stand ich als Siegerin da.“ Die Veranstalter der Freeride World Tour boten ihr daraufhin einen Startplatz auf der kommenden Tour an, der erste Event würde in Sotschi in Russland stattfinden, aber Aline Bock wollte nicht. Sie verbrachte den Sommer in Hossegor in Frankreich, surfte und dachte nach. Mit 26 fühlte sie sich zu alt für die Halfpipe, sie hatte keine große Lust mehr, gegen 15-Jährige anzutreten, auch keine große Lust mehr auf die ganze Partyszene.

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