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Snow-Volleyball : Schnapsidee oder ein Fall für Olympia?

Mit Fußballschuhen an den Füßen: Volleyball im Schnee Bild: Picture-Alliance

Baggern im Schnee: Jonas Schröder und Paul Becker sind Deutschlands beste Snow-Volleyballer. Im Interview erklärt Schröder, was die neue Sportart vom Beachvolleyball unterscheidet, ob sie Handschuhe tragen – und wie die Atmosphäre ist.

          Herr Schröder, Snow-Volley klingt nach Schnapsidee. Wie ernsthaft betreiben Sie diese Sportart?

          Für mich war es auch erst mal was Fremdes. Aber mein Partner Paul Becker hat mich motiviert, es mal auszuprobieren. Er hatte schon ein Jahr vorher gespielt und war total begeistert. Und dann ist die neue Sportart im vergangenen Winter auch gepusht worden. Es gab eine deutsche Snow-Volley-Meisterschaft und eine EM.

          Die eine haben Sie gewonnen, bei der anderen haben Sie Silber geholt.

          Ja, wir waren sehr erfolgreich. Aber die Events waren auch ausschlaggebend dafür, dass wir uns überhaupt entschieden haben, den Trainingsaufwand zu betreiben. Wir haben die Snow-Events als Vorbereitung auf die Beachvolleyball-Saison genommen.

          Ist es vergleichbar? Nur dass auf Schnee statt auf Sand gespielt wird?

          Es ist schon sehr vergleichbar – gewesen, muss man sagen. Im vergangenen Winter ist ja noch zwei gegen zwei gespielt worden. Damit war es sehr ähnlich zum Beachvolleyball, nur der Untergrund war rutschiger. Aber nun gab es vom Verband die Entscheidung, in Zukunft drei gegen drei zu spielen. Was es zu einem völlig anderen Spiel werden lässt. Snow-Volley war auf einem sehr guten Weg. Jetzt verstehe ich die Regeländerung nicht ganz.

          Was mag der Grund gewesen sein?

          Ich nehme an, dass man ein Alleinstellungsmerkmal haben will. Dass Volleyball im Sand zu zweit gespielt wird, in der Halle zu sechst und im Schnee zu dritt.

          Ziel könnte sein, bei Olympischen Winterspielen eine eigenständige Disziplin anzubieten.

          Genau. Aber es ist schwierig vorherzusagen, wie erfolgreich das wird. Für Paul und mich ist es eine Herausforderung, ebenso gut zu agieren wie vergangenen Winter und noch jemanden ins Team zu holen, mit dem es passt und mit dem wir Erfolg haben können.

          Baggern vor malerischer Kulisse: Schröder beim unteren Zuspiel auf großer Höhe Bilderstrecke

          Sie spielen für die Rhein-Main Volleys und sind als Zweierteam eingespielt. Woher wollen Sie den dritten Mann holen? Und welche Position soll er spielen?

          Ich denke, dass jeder alles spielen wird. Wir suchen einen kompletten Spieler. Nicht jemanden, der nur in einem Element besonders gut ist.

          Der Charakter des Spiels wird sich auf alle Fälle verändern.

          Ja, gewisse Dinge funktionieren dann nicht mehr. Man muss andere Spielzüge spielen. Es wird Snow-Volley sehr verändern. Ich bin gespannt, ob sich das als kluge Entscheidung herausstellt, wenn man gleichzeitig sagt, dass es professioneller werden soll und die Teams auf höherem Niveau agieren sollen.

          War es denn im Schnee zu zweit deutlich schwerer als im Sand?

          Wir hatten eigentlich keine Probleme.

          Gibt es bestimmte Vorschriften, wie hoch der Schnee sein darf und welche Beschaffenheit er haben muss?

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          Eigentlich ist der Schnee so, wie die Wetterverhältnisse eben gerade sind. Man versucht, den Court möglichst gerade zu halten. Es ist auch wichtig, dass es keine größeren Kuhlen oder Löcher gibt. Aber dann ist es so, wie es eben ist: Manchmal gibt es Pulverschnee, der gleichmäßig und gut festgetreten ist. Manchmal ist es total matschig. Und manchmal ist es auch schon wieder überfroren und sehr rutschig. Das ist das Schwierigste, wenn es wieder eisig wird.

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