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Slopestyle : Die Tür ist wieder zu

  • -Aktualisiert am

Dem Himmel näher als dem Olymp: Slopestyler mit Snowboard Bild: AFP

Wem gehört die Sportart? Bevor Slopestyle 2014 in Sotschi olympisch wird, tobt ein Machtkampf zwischen der Snowboard-Plattform TTR und dem Skiverband Fis.

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          Chance verpasst, möchte man sagen. Snowboarder gegen Skifahrer, dieser Kampf wird in diesem Winter wieder an Schärfe gewinnen, nachdem es in den vergangenen Wochen Hoffnung gegeben hatte, beide Lager könnten sich dauerhaft annähern. Auslöser ist die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Slopestyle als eine weitere Freestyle-Snowboarddisziplin ins Programm für die Winterspiele 2014 in Sotschi aufzunehmen. Und Knackpunkt ist die Frage, ob der internationale Skiverband (Fis) die alleinige Hoheit über die Qualifikationsrennen haben sollte.

          Slopestyle, ein Schanzen- und Hindernisparcours, ist eine Erfindung der nicht vom Skiverband kontrollierten Snowboardszene und dort seit Jahren erfolgreich, es gilt als Herzstück des Snowboardens. Dass die Olympier und in ihrem Schlepp der Skiverband nach der Halfpipe nun auch diese Freestyle-Disziplin vereinnahmen wollen, hat im Snowboardlager für Aufregung gesorgt.

          „Eine Lösung im Sinne des Sports“

          Die alternative Szene, deren Veranstaltungen von der Snowboardplattform Ticket-To-Ride-Tour (TTR) betreut werden, sieht ihre Stellung massiv bedroht, weil nun vor allem in vorolympischen Wintern ein Terminchaos droht. Die weltbesten Fahrer werden bei Fis-Veranstaltungen starten müssen, sofern sie zu Olympia wollen. Traditionsveranstaltungen der TTR würden, wie die Fahrer, darunter zu leiden haben, so die Befürchtung.

          Kostspielig: Die kilometerlangen Hindernisparcours verschlingen viel Geld und Knowhow
          Kostspielig: Die kilometerlangen Hindernisparcours verschlingen viel Geld und Knowhow : Bild: AFP

          Die TTR hat mit einem Vorschlag zur Güte reagiert. Sie schlug der Fis vor, ein gemeinsames olympisches Qualifikationssystem mit jeweils vier TTR- und Fis-Events zu schaffen, und hat zugesagt, alle IOC-Standards zu erfüllen. Am vergangenen Freitag kam die knappe schriftliche Antwort von Fis-Generalsekretärin Sarah Lewis, die eine Zusammenarbeit auf der Ebene der Spitzenevents ausschloss. Die TTR reagierte schnell und deutlich: „Das Schreiben der Fis gibt keinerlei Antworten auf die akuten Probleme des Snowboardsports“, sagte der Schweizer TTR-Präsident Reto Lamm.

          „Mit unserem Vorschlag haben wir unsere Bereitschaft für eine gemeinsame Lösung im Sinne des Sports gezeigt. Nie in der Geschichte des Snowboardens war die Tür für eine sinnvolle Zusammenarbeit weiter offen gewesen.“ Nun sei die Tür wieder zu. Die Reaktion der Fis habe die Hoffnungen auf ein gemeinsames Qualifikationssystem „auf absehbare Zeit zunichtegemacht.“

          Nachdem in den vergangenen Jahren beide Lager, die Snowboardabteilung der Fis und die TTR, halbwegs auskömmlich nebeneinander existiert hatten, stehen die Zeichen wieder auf Sturm. Es ist ein endloser Kampf, der begann, als das IOC vor den Winterspielen 1998 in Nagano die Zuständigkeit für das Snowboarden dem Skiverband zuschlug. Die International Snowboard Federation (ISF), seinerzeit ein anarchischer Haufen, war aus dem Rennen und ging wenig später in Konkurs, ausgezehrt vom Machtkampf mit den Skifahrern und von der eigenen Naivität.

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