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Skiverband : Noch immer kein Geld, aber wieder Training

  • Aktualisiert am

Der Trainingsbetrieb der Nachwuchsläufer wurde im deutschen Skiverband wieder aufgenommen. Allerdings hat es immer noch keine Einigung bei den TV-Rechten gegeben. Angesichts der drohenden Millionen-Einbußen stehen die zukünftigen Erfolge auf dem Spiel.

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          Der deutsche Ski-Nachwuchs hat trotz drückender Finanzsorgen des Verbandes erst einmal wieder freie Fahrt, dagegen kommen die TV-Verhandlungen nur mühsam voran. Die Vertragspartner konnten auch am Dienstag keinen Kompromiss bei dem in diesen Tagen auslaufenden Fernseh-Kontrakt vermelden, aber wenigstens gab es Grünes Licht für die Talente.

          „Es wurden diese Woche Gelder freigegeben, um im Nachwuchsbereich den alpinen Trainingsbetrieb über die Bühne gehen zu lassen“, sagte ein Sprecher des Deutschen Skiverbandes (DSV) am Dienstag. Für die nordischen Nachwuchs-Sportler waren schon vorher Lösungen gefunden worden, sie hatten aufgrund des Wetters Trainingszentren in den bayerischen Alpen nutzen können.

          RTL will Vierschanzentournee loswerden

          Wegen der Hängepartie um den neuen TV-Vertrag und drohender Millionen-Einbußen hatte der DSV vor zwei Wochen alle Trainingsmaßnahmen unterhalb der Weltcup-Ebene ausgesetzt - jetzt ist wieder Schneetraining angesagt. „Es sind Ferien und die müssen wir nutzen“, sagte Nachwuchs-Chef Martin Oßwald am Montagabend im Bayerischen Fernsehen. Zwar geht der Trainingsbetrieb für die alpinen Talente weiter, „aber wir sollen sparen“, ergänzte der frühere Herren-Cheftrainer. Ferien-Training ist für den DSV-Nachwuchs deshalb wichtig, weil die Schüler bei Einheiten in diesen Zeiträumen keine Fehltage im Unterricht produzieren.

          Bei den zähen Verhandlungen um die TV-Rechte der Ski-Wettbewerbe aus Deutschland - dazu zählen auch die zwei Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen - wird die Sachlage indes immer komplexer. Inzwischen geht es laut Branchen- Kreisen nicht mehr nur um die deutschen Wettbewerbe. Wie es heißt, würde der alte Rechteinhaber RTL auf sein Matching Offer Right - mit dem sich der Privatsender die Rechte zurückholen könnte - verzichten, wenn er dafür die teuer erworbenen Rechte an den beiden österreichischen Springen der Tournee verkaufen kann. Damit würden dann die öffentlich-rechtlichen Sender als zusätzlicher Verhandlungspartner im Boot sitzen. Allerspätestens bis zur Vierschanzentournee müsse eine Lösung gefunden sein, sagte Gian Franco Kasper, Präsident des Internationalen Skiverbandes, der dpa.

          Gefahr für zukünftige Erfolge und aktuelle Prämien

          Auch der DSV-Präsident sieht die populäre Skisprung-Serie als Maßstab. „Die Zeit ist knapp, das ist das Hauptproblem“, betonte Alfons Hörmann in der Sendung „Blickpunkt Sport“. Spätestens in drei, vier Wochen müsse man eine Entscheidung finden, weil sonst nicht genügend Zeit für die Vorbereitung durch die Organisationskomitees sei. Um die Sparmaßnahmen zu kompensieren, wird im Nachwuchsbereich derzeit viel in Eigenleistung von Trainern oder Eltern überbrückt, die zum Teil Sportler beherbergen oder Liftkarten finanzieren.

          Wie es weitergeht, wird erst feststehen, wenn klar ist, wie hoch die Millionen-Ausfälle bei den TV-Einnahmen sind. Die stolze Summe von zuletzt 15 Millionen dürfte nach dem Rechte-Wirrwarr kaum mehr zu erzielen sein, teilweise wurde schon über eine Reduzierung um die Hälfte spekuliert. Angesichts der drohenden Millionen-Einbußen stehen durch erschwertes Nachwuchstraining aber nicht nur die zukünftigen Erfolge des deutschen Skisports auf dem Spiel. Auch Felix Neureuther, Tobias Angerer & Co. könnte es durch Prämienkürzungen irgendwann ans Portemonnaie gehen.

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