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Skifliegen in Oberstdorf : „Nicht alles Gold, was glänzt“

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Kann zufrieden sein: Markus Eisenbichler auf dem Weg zur Siegerehrung Bild: dpa

Erstmals seit dem Neujahrsspringen dürfen sich die DSV-Adler wieder über einen Podiumsplatz freuen. Markus Eisenbichler liegt in Oberstdorf zweimal über 220 Meter weit. Am Ende entscheidet auch der Wind.

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          Die deutschen Skispringer um Top-Athlet Markus Eisenbichler sind mit einem Erfolgserlebnis in die Abschiedswochen von Bundestrainer Werner Schuster gestartet. Der 27 Jahre alte Bayer flog am Freitag beim Heim-Weltcup in Oberstdorf auf 224,5 und 222,5 Meter und sicherte sich damit Rang drei hinter Überraschungssieger Timi Zajc aus Slowenien und dem Polen Dawid Kubacki.

          „Die Flüge haben einigen ganz gut getan. Markus hat einen guten Wettkampf gemacht. Es ist aber noch nicht alles Gold, was glänzt“, sagte Schuster, der zum Saisonende nach elf Jahren als Bundestrainer abtreten wird. Eisenbichler winkte zufrieden in Richtung der 5500 Zuschauer, die trotz eisiger Kälte auf die Siegerehrung mit ihm warteten. Gelöst jubelte er auf dem Podest.

          In einem spektakulären Wettkampf mit weiten Flügen beeinflusste am Ende aber auch der Wind massiv das Ergebnis. Die Topfavoriten Kamil Stoch und Stefan Kraft, die nach dem ersten Durchgang auf Sieg- und Podestkurs lagen, fielen bei immer mehr Rückenwind deutlich zurück und hatten keine Chancen mehr auf den Sieg. Eisenbichler selbst zeigte sich mit seinen Flügen auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze zufrieden: „Ich habe oben keinen Fehler drin, dann geht es ganz gut.“ Er hatte den DSV-Adlern zuvor beim Neujahrsspringen in Garmisch den bisher letzten Podestplatz beschert.

          Neben Podestmann Eisenbichler zeigte sich auch bei weiteren deutschen Springern ein Aufwärtstrend. Die zuletzt gebeutelten Andreas Wellinger (13.) und Karl Geiger (16.) erkannten Fortschritte. „Es war ein Schritt in die richtige Richtung“, befand Geiger, der vor sechs Wochen noch Siegspringer in Engelberg war. Wellinger sagte: „Mit 210 Metern macht es schon mehr Spaß, als auf den Vorbau zu hüpfen.“

          Schusters Rücktritt

          Während das Trio zufrieden war, lösten die Leistungen von Richard Freitag bei Schuster keine Jubelstürme aus. Der Sachse, der im Vorjahr noch furios zu Platz drei bei der Skiflug-WM am gleichen Ort geflogen war, musste sich mit Rang 22 begnügen und haderte mit sich selbst: „Ich bin zu weit hinten. Zurzeit ist es etwas verkrampft, dementsprechend fliegt es sich auch nicht so weit.“

          Schuster hatte am Donnerstag erklärt, dass er seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag beim Deutschen Skiverband (DSV) nicht verlängert. Während seine Springer weiter an ihrer WM-Form feilen, muss der Sportliche Leiter Horst Hüttel nun einen Nachfolger für den Tüftler und Skisprung-Fanatiker finden.

          Als heißester Kandidat wird Schusters österreichischer Landsmann Stefan Horngacher gehandelt. Der Kontrakt des aktuellen Nationalcoaches der Polen endet ebenfalls nach dieser Saison. Der ehemalige Weltklasse-Adler Martin Schmitt kann sich ein Engagement als Bundestrainer aktuell nicht vorstellen. „Zum jetzigen Zeitpunkt würde ich das für mich ausschließen“, sagte der 41-Jährige.

          Hüttel äußerte sich in Oberstdorf in Sachen Horngacher, der bereits für den DSV tätig war, zurückhaltend: „Da müssen Sie die Kollegen in Polen fragen. Der Stefan war bei uns im System. Er hat im Moment Vertrag. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“

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