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Vierschanzentournee : Das Beste und Schlechteste aus 320 Sprüngen

Über allen schwebt der Gesamtsieger: Stefan Kraft Bild: AFP

Wer am weitesten springt, gewinnt? So einfach ist Skispringen nicht. Unser Datenmaterial enthüllt überraschende Fakten über beste Winde, Weiten und Landungen bei der 63. Vierschanzentournee.

          2 Min.

          Die größten Sprünge der gesamten Tournee standen der Slowene Peter Prevc im ersten Durchgang in Oberstdorf und der Österreicher Gregor Schlierenzauer im zweiten Durchgang von Garmisch-Partenkirchen. Beide kamen auf 139,5 Meter. Doch Schlierenzauers 139,5 Meter waren nicht genauso wertvoll wie des Slowenen. Warum? Siehe unten.

          Die meisten Weitenpunkte für einen Sprung, 95,1, erhielt Peter Prevc für seinen Riesensatz, Schlierenzauer für seinen dagegen nur 86,1. Grund für diese Ungleichheit ist der jeweilige „Kalkulations-Punkt“ der Schanzen. In Oberstdorf liegt er wie in Innsbruck bei 120 Metern, in Garmisch und in Bischofshofen bei 125. Wer den K-Punkt trifft, bekommt 60 Punkte. Für jeden Meter mehr oder weniger werden 1,8 Punkte hinzugezählt oder abgezogen.

          Der weiteste Sprung: Peter Prevc in Oberstdorf (und das bei dem Wetter)

          Den elegantesten Sprung der Vierschanzentournee setzte der Österreicher Michael Hayböck beim Dreikönigsspringen in Bischofshofen. Für seinen Flug auf 137,5 Meter im ersten Durchgang erhielt er 58,5 Notenpunkte. Insgesamt verteilen fünf Kampfrichter bis zu 20 Punkte, die höchste und die niedrigste Wertung werden gestrichen, verbleiben drei. Hayböck wurde drei mal mit 19,5 bewertet, dazu einmal mit 19 und einmal mit der Höchstnote 20. Auch Rang zwei dieser Sonderwertung kam Richard Freitag, dessen Siegsprung von Innsbruck 58,0 Notenpunkte wert war.

          Die schlechtesten Haltungsnoten der gesamten Tournee bekam der Schweizer Simon Ammann für seinen Sturz in Bischofshofen. Die Kampfrichter bewerteten seine völlig verpatzte Landung, bei der er sich Prellungen, Abschürfungen und eine Gehirnerschütterung einhandelte, mit 33,0 Punkten. Bei seinem ebenfalls misslungenen Telemark in Oberstdorf, den er mit einem Salto vorwärts abschloss, hatte er 33,5 Punkte erhalten.

          Die schlechtesten Haltungsnoten: Simon Ammann in Bischofshofen

          Der wertvollste Sprung der gesamten Tournee gelang Stefan Kraft. Es war sein erster Flug auf 136,5 Meter in Oberstdorf, der ihm 149,6 Punkte einbrachte. Die Zahl ergab sich nicht nur aus der Addition von Weiten- (89,7) und Notenpunkten (54,5), sondern zusätzlich durch die Einberechnung der Kompensationspunkte für das Startgate (-7,3) und den Wind (12,7). Aufgrund der Windbedingungen war die Startluke im Laufe des Durchgangs zwei mal nach oben gesetzt worden, für diesen Vorteil wurden Kraft Punkte abgezogen. Da ihn der Wind aber mit 0,97 Metern pro Sekunde auf den Rücken drückte, erhielt er dafür eine entsprechende Gutschrift.

          Den schlechtesten Sprung mit der niedrigsten Wertung der gesamten Tournee zeigte der Pole Jan Ziobro, der zum Auftakt in Oberstdorf auf 95,5 Meter hüpfte und gerade mal 66,1 Punkte erhielt. Es war zugleich sein letzter Versuch bei dieser Tournee.

          Der schlechteste Sprung: Jan Ziobro

          Die meisten Bonuspunkte der gesamten Tournee bekam der Amerikaner Nicholas Fairall, der in Oberstdorf mit 1,27 Metern pro Sekunde Rückenwind belastet war. Diese Handicap brachte ihm 16,6 Bonuspunkte ein, sein Sprung endete allerdings auch bei 99,5 Metern.

          Den besten Wind der gesamten Tournee genoss der Finne Jarkko Maeaettae, der bei seinem zweiten Sprung in Innsbruck von 1,65 Metern pro Sekunde Aufwind getragen wurde, und wohl auch deshalb auf 124 Meter sprang, für diesen Vorteil aber 14 Minuspunkte kassierte.

          Vom Winde getragen: Jarkko Maeaettae genoss den größten Aufwind aller Teilnehmer

          Den größten Vorsprung als Tagessieger hatte Michael Hayböck in Bischofshofen, der in der Addition aus seinen beiden Sprüngen 288,4 Punkte kassierte und damit 11,3 Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten Japaner Noriaki Kasai hatte.

          Der ausgeglichenste Springer der vier Wettbewerbe war der Österreicher Thomas Diethart, der die Springen auf den Plätzen 27, 25, 23 und 23 beendete – und dank dieser Konstanz insgesamt 16. wurde. Wohl ein schwacher Trost für den Gesamtsieger des Vorjahres.

          Die unausgeglichenste Leistung zeigte der Norweger Rune Velta, der dem fünften Platz in Garmisch Rang 44 in Innsbruck folgen ließ.

          Von der Zugspitze inspiriert: Rune Velta schwankte zwischen Platz 5 in Garmisch-Partenkirchen und Rang 44 in Innsbruck

          Die meisten Weltcup-Punkte während der Tournee sammelte Stefan Kraft, der insgesamt 280 Punkte für seinen Sieg in Oberstdorf (100), seine zweiten Platz in Innsbruck (80), seinen dritten in Bischofshofen (60), und seinen sechsten in Garmisch (40) kassierte.

          Gesamtsieger der Tournee mit 1106,7 Punkten, und das ist letztlich die einzige Zahl die zählt, wurde ebenfalls Stefan Kraft.

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