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Skispringen : Uhrmann grinst schon in der Luft und siegt

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Auf Wolke sieben: Michael Uhrmann Bild: ddp

Mit Sprüngen auf 140,5 und 129 Meter gewann Michael Uhrmann das Springen in Oberstdorf und sorgte für den ersten deutschen Sieg seit drei Jahren: „Als ich bei hundert Metern in der Luft war, musste ich schon grinsen, weil ich wusste, dass es sehr weit geht.“

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          Nach dem zweiten Weltcup-Triumph seiner Karriere ging Michael Uhrmann vor Freude in die Knie und ballte die Siegerfäuste in den sonnigen Himmel von Oberstdorf. Drei Jahre nach seinem Premieren-Erfolg in Zakopane beendete der 28 Jahre alte Bayer am Sonntag nicht nur seine persönliche Durststrecke, sondern auch die seither anhaltende Erfolglosigkeit der deutschen Skispringer.

          „Bei mir ist der Knopf endgültig aufgegangen. Das ist Wahnsinn. Ich wusste, dass ich besser bin als die Ergebnisse im bisherigen Saisonverlauf, hätte aber nicht geglaubt, dass ich gewinnen kann“, jubelte Uhrmann nach seinem Coup.

          Der Sieg gibt einen Schub

          Einen Tag nach seinem dritten Platz hinter Adam Malysz (Polen) und Thomas Morgenstern (Österreich) flog der Bayer mit 140,5 und 129 Metern der Konkurrenz davon und erstmals seit dem 17. Januar 2004 wieder auf das höchste Treppchen. „Das war eine Belohnung und Entschädigung für das, was wir die letzten Wochen durchgemacht haben. Wir haben viel um die Ohren bekommen. Das Ergebnis ist unheimlich wichtig im Hinblick auf die WM, denn das gibt mir und allen anderen einen Schub“, sagte Uhrmann.

          Endlich ein Erfolg

          Frenetisch bejubelt von 11.500 Fans legte Uhrmann mit seinem Satz auf 140,5 Meter im ersten Durchgang den Grundstein für den Sieg. „Ich habe den Druck auf die Kante gebracht und bin richtig rausgesprungen. Als ich bei hundert Metern in der Luft war, mußte ich schon grinsen, weil ich wusste, dass es sehr weit geht“, jubelte Uhrmann.

          Die Funktionäre feiern

          „Das war ein perfekter Sprung“, lobte Bundestrainer Peter Rohwein. Uhrmanns Sieg löste im Lager des Deutschen Skiverbandes (DSV) grenzenlosen Jubel aus. „Das war ein ganz wichtiges Ergebnis für uns und gibt dem Team kurz vor der WM Auftrieb. Ich freue mich besonders für Michael und Peter, denn jetzt dürfte die Kritik endgültig verstummen“, erklärte Sportdirektor Thomas Pfüller.

          DSV-Präsident Alfons Hörmann fiel dem Bayern spontan um den Hals. „Mir sind zahlreiche Steine vom Herzen gepurzelt. Das war ein Signal in Richtung WM und für die Zukunft des deutschen Skisprungs“, sagte Hörmann.

          Schmitt und Späth enttäuschten

          Enttäuschend verlief dagegen das Wochenende für Martin Schmitt. Einen Tag vor seinem 29. Geburtstag schied er mit einem Sprung auf 111 Meter als 32. aus, nachdem er am Samstag nicht über Platz 20 hinaus gekommen war. „Ich freue mich für Michi, aber im ersten Moment überwiegt natürlich die Enttäuschung über die eigene Leistung“, sagte Schmitt.

          Sorgenkind im deutschen Team bleibt Georg Späth. Der Oberstdorfer verpatzte nach vierwöchiger Wettkampf-Pause sein Comeback und wurde nach seinem Aus in der Qualifikation am Freitag umgehend wieder aus dem Aufgebot gestrichen.

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