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Skispringen : Party statt Schmitteinander

  • Aktualisiert am

Feststimmung an der Willinger Mühlenkopfschanze Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Für die meisten Springer ist der Weltcup im Sauerland der schönste der Saison: „Die Fans sind hier genauso verrückt wie wir“, sagt der frühere Weltmeister Alexander Herr.

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          Willingen trotzt mit guter Laune und pfiffigen Ideen der Krise im deutschen Skispringen. Fast 70.000 Tickets wurden für das Weltcup-Wochenende im Hochsauerland verkauft, obwohl die Stars Martin Schmitt und Sven Hannawald erstmals seit Jahren nicht von der Mühlenkopfschanze sprangen. Im kommenden Winter ist Willingen sogar als Austragungsort des Weltcup-Finals als Ersatz für Planica im Gespräch.

          „Das ist für die meisten Springer der schönste Weltcup im ganzen Jahr. Die sind hier im positiven Sinne wahnsinnig und so verrückt wie wir Springer“, sagt der ehemalige Weltmeister Alexander Herr. Über 10.000 Zuschauer kamen allein zum Training am Eröffnungstag - und als das ausfiel, feierten die im dicken Schlamm stehenden Anhänger das Feuerwerk und die Show der „Schürzenjäger“. Teenager kreischten, als Überflieger Janne Ahonen Autogramme gab. Die Polizei mußte das Festzelt wegen Überfüllung sperren.

          Sport und Show perfekt gemischt

          „Die Organisatoren von Willingen verstehen es perfekt, Sport und Show miteinander zu verbinden. Von den ausländischen Teams kam der größte Druck, trotz der stressigen Vierschanzentournee noch hierher zu gehen“, erzählt Skisprung-Chef Walter Hofer. Willingen übernahm die gut 20.000 Euro für den Charterflug vom Tournee-Finale in Österreich Richtung Nordhessen. Noch einmal 200.000 Euro wurden für eine neue Eisspur und die Mehrkosten der beiden Flutlicht-Springen bezahlt. Dazu ist auch das Preisgeld von 72.000 Euro Saisonrekord.

          Willingen kann sich das nicht nur wegen der weit über der Millionengrenze liegenden Zuschauereinnahmen leisten. Die als „größte Großschanze der Welt“ vermarktete Mühlenkopfschanze bringt allein durch Besichtigungen und den Umsatz im spektakulären „Cafe Aufwind“ einen satten Gewinn ein. Es gibt ein Maskottchen („Willi“), einen eigenen Song („Schorsch, du warst schon wieder zu Späth, kauf dir doch mal 'ne Uhrmann) und der örtlicher Fleischer bietet eine Weltcup-Salami an.

          Feuchte Party

          „Die ganze Region steht hinter dem Springen und wir investieren, um den Fans auch etwas im Umfeld zu bieten“, sagt Pressesprecher Thomas Behle. Das einmalige Ambiente lockt Fans aus dem nahe gelegenen Ruhrgebiet, Frankfurt oder Holland, die sonst nie ein Skispringen sehen können, nach Willingen. Die feuchtfröhlichen Partys vom berühmt-berüchtigten Sauerlandstern bis zum Brauhaus sind mindestens so wichtig wie die Flieger, zumal die Idole diesmal fehlen.

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