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Skispringen in Willingen : Freitag verliert das Gelbe Trikot

Richard Freitag verlor die Führung im Gesamtweltcup – und das kurz vor Olympia. Bild: dpa

Mit Rückenwind wollten sich die deutschen Skispringer auf die Reise zu Olympia machen. Doch beim Wettkampf in Willingen läuft es nicht nach Plan. Dafür präsentiert sich eine andere Nation in Topverfassung.

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          Die Hoffnung, sich mit Rückwind auf die Reise machen zu können, hat sich im nordhessischen Schneetreiben zerschlagen. Der abschließende Wettkampf vor den Winterspielen in Pyeongchang verlief für die deutschen Skispringer nicht so, dass Bundestrainer Werner Schuster und die Seinen aus den Ergebnissen weiteren Optimismus für ihren anstehenden Aufenthalt in Südkorea hätten gewinnen können. Auf der Großschanze in Willingen setzte sich am Wochenende bei der Olympia-Generalprobe jeweils die Konkurrenz durch.

          Den Weltcup am Samstag entschied Daniel-Andre Tande für sich (148 und 146,5 Meter), der schon vor vierzehn Tagen bei der Skiflug-WM in Oberstdorf herausragte. Am Sonntagvormittag hieß der Sieger Johann Andre Forfang (147,5 und 144,5), auch er gehört zum norwegischen Team, das sich rechtzeitig zum Saisonhöhepunkt in Topverfassung präsentierte: „Ich denke, wir werden in Korea in der Lage sein, in jedem Wettkampf Medaillen zu gewinnen“, kündigte Forfang an.

          Richard Freitag verlor während des Wettbewerbs im Sauerland, das übers Wochenende rund 40.000 Zuschauer anlockte, das Gelbe Trikot des Weltcup-Führenden an den Polen Kamil Stoch, der als Vierter und Zweiter seine stabile Verfassung demonstrierte. Freitag, der zum Auftakt mit 0,8 Punkten Rückstand knapp hinter Tande gelandet war, kam zum Abschluss des Wochenendes mit den Bedingungen gar nicht zurecht und landete nach zwei verpatzten Versuchen (128 und 118,5) nur auf dem 28. Platz – so schlecht schnitt er in diesem Winter zuvor nicht ab. Der Sachse versuchte hinterher, die für ihn unbefriedigenden Resultate zu relativieren: „Ich glaube, es ist völlig egal, ob man mit einem guten oder einem schlechten Ergebnis rüberfährt. Ich hadere nicht und freue mich drauf“, sagte er.

          In Pyeongchang gibt es für die deutschen Männer insgesamt drei Gelegenheiten, beim Kampf um Medaillen ein entscheidendes Wort mitzureden: auf der kleinen Schanze am Samstag, auf der großen am 17. Februar und zwei Tage darauf mit vier Leuten in der Team-Konkurrenz. Schuster nominierte dafür neben Freitag Andreas Wellinger (Ruhpolding), Markus Eisenbichler (Siegsdorf), Stephan Leyhe (Willingen) sowie Karl Geiger (Oberstdorf). Mit 140 und 134 Metern belegte Eisenbichler als bester Deutscher am Sonntag in Willingen den sechsten Platz, Wellinger wurde Zehnter. Weltcuppunkte sammelten außerdem Leyhe (18.) und Geiger (22.).

          „Mannschaftlich sind wir ganz gut aufgestellt“, urteilte Schuster vor dem Abflug des Teams an diesem Montag in Frankfurt. Nach dem neunstündigen Trip könnten sich die Sportler im Olympischen Dorf in Ruhe akklimatisieren, „in den Rhythmus kommen“ und an die neue Zeitzone anpassen, wie es Schuster formulierte. Freitag und Kollegen sollten dafür zunächst vor allem viel schlafen – um hellwach zu sein, wenn es in den kommenden beiden Wochen darauf ankommt.

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