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Skispringen : Hoffnungsfunken im deutschen Team

  • Aktualisiert am

Hat das Fluggefühl wieder gefunden: Martin Schmitt Bild: dpa

Nach vier frustrierenden Wintern hat Martin Schmitt seine Rolle zurück: Er ist der deutsche Hoffnungsträger bei der Vierschanzentournee. „Martin hat seine Lektion gelernt“, sagt Bundestrainer Rohwein.

          Martin Schmitt gönnte sich erstmal eine Ruhepause, nachdem er dem darnieder liegenden deutschen Skispringen zumindest wieder einen kleinen Funken Hoffnung auf den ersten Sieg seit drei Jahren eingehaucht hatte.

          Wegen einer Knochenhautreizung am linken Schienbein verzichtete der viermalige Weltmeister am Ruhetag der 55. Vierschanzentournee auf das Krafttraining. Nach Platz acht beim Neujahrsspringen und zwei
          Bestweiten im Training soll Schmitt beim dritten Tourneespringen in Innsbruck am Donnerstag (13.45 Uhr/live in RTL) die Podestplätze angreifen.

          „Absolute Weltklasse in allen Sprüngen“

          „Es wäre ein Traum für Deutschland und die schöne Sportart Skispringen, wenn Martin Schmitt wieder vorn mitspringt. Das ist die einzige Chance, in dieser Krise wieder ein bisschen Ruhe in die Öffentlichkeit und die Mannschaft zu kriegen“, sagte Dieter Thoma.

          Nach vier frustrierenden Wintern mal wieder Grund zur Freude

          Der Olympiasieger war von Schmitts Auftritt in Garmisch-Partenkirchen im Schatten des Duells um den Gesamtsieg zwischen Gregor Schlierenzauer (Österreich) und Andreas Küttel (Schweiz) begeistert: „Das war das erste Mal seit Jahren absolute Weltklasse in allen Sprüngen. Er hätte mit ein bisschen mehr Glück aufs Podest springen können. Ich hoffe, dass er die Leistung in Innsbruck bestätigt.“

          Schmitt gehört zu Anwärtern auf Podestplatz

          Dringend nötig hat es die letztmals am 17. Januar 2004 durch Michael Uhrmann siegreiche deutsche Mannschaft, die bei Halbzeit mit einem der schwächsten Tournee-Ergebnisse aller Zeiten dasteht. Die TV-Quoten beim Neujahrsspringen sanken um fast zwei Millionen auf nur noch 5,5 Millionen im Schnitt - und das mitten in den Verhandlungen über einen neuen TV-Kontrakt.

          „Natürlich sind wir mit einer anderen Erwartungshaltung angereist, das muss besser werden. Aber Martin hat sich sukzessive gesteigert. Acht bis zwölf Mann können aufs Podest springen und Martin gehört dazu“,meinte Bundestrainer Peter Rohwein.

          Schienbeinverletzung: „Das wird schon gehen“

          Der Chefcoach, über dessen Nachfolger schon in den Medien spekuliert wird, braucht wie die Mannschaft dringend Erfolge, und Martin Schmitt ist fast seine letzte Hoffnung. „Die Schanze in Innsbruck ist viel harmonischer und liegt mir gut. Ich würde schon sehr gerne wieder ganz oben ankommen und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das mit dem Schienbein wird schon gehen“, sagt der viermalige Weltmeister Schmitt. „Ich kann mit dem Druck umgehen, ich weiß ja, wie es da oben ist.“

          Seinen 28. und bis dato letzten Weltcup-Sieg feierte er am 1. März 2002 in Lahti. Am 13. März 2002 stand der Team-Olympiasieger in Falun letztmals auf dem Podest. Nach vier frustrierenden Wintern klopft er nun wieder an die Tür zur Weltspitze. Das ist vor allem ein Verdienst seines neuen österreichischen Trainers Stefan Horngacher.

          Sprungabläufe „wie ein Anfänger neu gelernt“

          „Ich habe alle Erfolge aus dem Kopf gelöscht, habe den Sprung, die Anfahrt und den Absprung wie ein Anfänger neu gelernt. Jetzt habe ich den perfekten Sprung wieder in mir“, sagt der fast 29-jährige Schmitt. In Garmisch fand er mit einer Veränderung der Anfahrtposition und dem Einsatz eines ein Jahr alten Sprunganzugs die letzten fehlenden Teile im Puzzle und dominierte zumindest im Training fast wie einst.

          „Das ist eine neue Qualität, weil Martin eine ganze Serie guter Sprünge gemacht hat. Er hat seine Lektion gelernt und tritt ganz anders auf als in den letzten Jahren. Beweglichkeit, Gewicht und mentale Stärke stimmen“, lobte Rohwein. Der Tournee-14. Schmitt („Die Gesamtwertung interessiert mich nicht“) hofft, dass er auch Michael Uhrmann - als Zwölfter derzeit bester Deutscher in der Tournee - mit nach oben ziehen kann. Georg Späth, nach seinem Absturz in Oberstdorf aus dem Team geflogen, kehrt dagegen wegen Formschwäche frühestens Ende Januar ins Weltcup-Team zurück.


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