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Skispringen in Klingenthal : Eisenbichler patzt und flucht

  • Aktualisiert am

Frust und bittere Worte: Markus Eisenbichler ärgert sich über Rang neun. Bild: dpa

Gut zwei Wochen vor der Ski-WM in Oberstdorf hinken die deutschen Flieger deutlich hinterher. Die Hoffnungsträger Eisenbichler und Geiger können seit Wochen nicht mehr mithalten. Der beste Deutsche ist eine Überraschung.

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          Bei Deutschlands besten Skispringern herrschte richtig schlechte Laune. Weltmeister Markus Eisenbichler stieß beim Verlassen der Vogtland-Arena in Klingenthal mal wieder einen seiner berühmten Flüche („Leck mich doch am Arsch“) aus, Karl Geiger winkte schon nach dem ersten Durchgang voller Enttäuschung ab. Beim ersten von zwei Sprung-Einzeln beim Heimspiel wurde Eisenbichler immerhin noch Neunter, den Allgäuer Geiger erwischte es als 32. noch deutlich schlimmer.

          Doch auch „Eisei“, wie der Gesamtweltcup-Zweite aus Bayern genannt wird, war bedient. „Von zufrieden bin ich ganz weit weg. Ich komme einfach nicht ins Fliegen. Es ist ein beschissenes Gefühl, es kotzt mich an“, schimpfte der 29-Jährige in gewohnter Deutlichkeit im ZDF. Im Jahr 2021 wartet das deutsche Skisprung-Team weiter auf den ersten Sieg.

          Eisenbichler mit großen Problem

          Während Eisenbichler bei seinen beiden Sprüngen (135 und 134,5 Meter) große Probleme hatte, setzte sich sein Rivale Halvor Egner Granerud mal wieder souverän durch. Der Norweger sprang 140,5 und 141,5 Meter, gewann bereits das neunte Einzel in diesem Winter und enteilt im Gesamtweltcup. An den Wochenenden springt der Gelb-Träger derzeit in einer eigenen Liga.

          Ging der Winter für das Duo Eisenbichler und Geiger mit Siegen, dem Flug-WM-Titel und Rang zwei bei der Vierschanzentournee noch so gut los, herrscht derzeit Verzweiflung. Im unangenehmen Schneeregen von Klingenthal wirkte neben Eisenbichler auch Geiger ein Stück weit ratlos. „Es ist mir auch egal, wie der Wind war. Es ist einfach schlecht gesprungen“, kritisierte sich Geiger selbst. Für die Heim-WM in Oberstdorf (23. Februar bis 7. März) sind das keine guten Vorzeichen.

          „Der Aufwärtstrend bei Pius“

          Hinter Granerud komplettierten Tournee-Sieger Kamil Stoch aus Polen und der Slowene Bor Pavlovcic, dem die Tagesbestweite von 142,5 Metern gelang, das Podium. Bester Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV) wurde am Samstag bei widrigem Wetter überraschend Pius Paschke, der nach 126,5 und 137,5 Metern Rang sieben einfuhr.

          „Der Aufwärtstrend bei Pius hat sich bestätigt. Der zweite Sprung war sehr gut, er ist auf dem Weg“, lobte Bundestrainer Stefan Horngacher. Paschke sei „auf der Welle drauf“, fügte der Coach lobend an. Bei Eisenbichler und Geiger kann man das derzeit nicht behaupten.

          Skispringerin Althaus wird Achte

          Skispringerin Katharina Althaus hat beim Weltcup im österreichischen Hinzenbach den achten Platz belegt. Die 24 Jahre alte Allgäuerin sprang am Samstag 85 und 84 Meter und untermauerte damit ihren Aufwärtstrend, nachdem sie am Freitag noch Zwölfte wurde. Auch Anna Rupprecht (13.) und Carina Vogt (20.) sammelten auf der Normalschanze Weltcup-Punkte. „Heute lief der Wettbewerb nicht ganz so einfach von der Hand. Es war trotzdem ein cooler Wettkampf“, sagte Vogt, die nach langer Verletzungspause zurück ist, im ZDF. Luisa Görlich belegte Rang 26.

          Den Sieg sicherte sich die Japanerin Sara Takanashi, die nach zwei Versuchen auf 90 Meter gerade einmal 0,4 Punkte vor der Slowenin Nika Kriznar landete. Kriznar hatte am Freitag das erste Einzel für sich entschieden. Rang drei ging an die Norwegerin Silje Opseth. Am Sonntag wird in Österreich ein weiteres Einzel ausgetragen. (dpa)

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