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Skispringen : Bitterer deutscher Mannschaftssieg in Willingen

  • Aktualisiert am

Bitterer deutscher Sieg: Alexander Herr verletzt sich bei einem Sturz schwer Bild: dpa/dpaweb

Der glückliche Erfolg auf der Mühlenkopfschanze wurde von einem schweren Sturz überschattet: Der Schwarzwälder Alexander Herr zog sich eine Knieverletzung zu und fällt für die WM wohl aus.

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          Ein schwerer Sturz von Alexander Herr hat den überraschenden Sieg der deutschen Skispringer beim Teamspringen in Willingen überschattet. Der Schwarzwälder kam am Samstag abend nach einem Satz auf 148 Meter zu Fall und wurde mit Verdacht auf einen Kreuzbandriß ins Krankenhaus eingeliefert. Damit fällt Herr mit großer Wahrscheinlichkeit für die Weltmeisterschaften in sechs Wochen in Oberstdorf aus.

          „Das war es nicht wert“, sagte Teamkollege Georg Späth mit versteinerter Miene. Dass es für das deutsche Quartett mit Maximilian Mechler (124 Meter), Michael Uhrmann (127,5), Herr und Späth (147) in dem wegen starken Windes nach einem Durchgang abgebrochenen ersten Mannschaftswettbewerb dieses Winters zum Sieg vor Finnland und Österreich reichte, wurde zur Nebensache.

          „Er hatte keine Chance“

          Als sich Alexander Herr mit Schmerz verzerrtem Gesicht im Schnee wälzte, herrschte an der mit 34.000 Fans ausverkauften Mühlenkopfschanze Stille. Der Schwarzwälder, der mit Rang zwei in Kuusamo stark in die Saison gestartet war, hielt dem Druck bei der Landung nicht stand und fiel mit voller Wucht auf sein linkes Knie, das vor sechs Jahren schon einmal operiert werden mußte. „Für ihn war es schwer, den Sprung zu stehen, weil der Schwerpunkt zu weit hinten war. Da hat er keine Chance gehabt“, sagte der geschockte Bundestrainer Peter Rohwein.

          Bundestrainer Rohwein und die Fans bejubeln den Sieg

          Auch im Vorjahr war Herr in Willingen gestürzt und hatte sich dabei die Schulter ausgekugelt. Das Mißgeschick des Sechsundzwanzigjährigen aus Schonach-Rohrhardsberg schmälert die WM-Chancen der deutschen Mannschaft, für die nun nur noch Uhrmann und Späth gesetzt sind. Bei strömendem Regen und Windböen mit Geschwindigkeiten bis zu 60 Kilometern pro Stunde hatte die Jury den schon mit einer halben Stunde Verspätung begonnenen Wettkampf wegen der wechselnden Verhältnisse mehrmals unterbrechen müssen.

          Windlotterie

          „Richtig fair war es nicht durch den Wind“, sagte Uhrmann, der nach dem Sturz seines Teamkollegen entsetzt die Hände vor das Gesicht schlug. Der Bayer war vor Herr gesprungen und hatte danach festgestellt: „Gefährlich ist es nicht.“ Allerdings hatte schon Maximilian Mechler, der sich mit 140 Metern im Training in letzter Sekunde als vierter Athlet für das Team qualifiziert hatte, erklärt: „Da war sehr viel Lotterie im Spiel. Die einen hatten Glück, die anderen Pech.“

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