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Skirennläuferin Lara Gut : Schätzchen der Nation

  • -Aktualisiert am

Ein Lächeln, das nicht nur die Schweiz verzaubert: „Lara Gut, alles gut“ Bild: picture alliance / dpa

Lara Gut hat eine erstaunliche Entwicklung genommen: Aus der unbeschwerten und hochbegabten Schweizer Göre ist eine Skirennläuferin geworden, die genau weiß, was sie will. Am Wochenende in St. Moritz dreht sich alles um sie.

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          Lara Gut Superstar. Nach vier Weltcupsiegen in Sölden, Beaver Creek und Lake Louise hat die Schweizerin ihre Führung im Ski-alpin-Gesamt-Weltcup verteidigt. Beim Super-G in St. Moritz, den die Liechtensteinerin Tina Weirather gewann, reichte der Tessinerin dafür Platz sieben, eine Hundertstelsekunde war sie schneller als Maria Riesch.

          Alles drehte sich am Wochenende in St. Moritz um Lara Gut, in dem Ort, in dem alles begann. Man schrieb den 2. Februar 2008. Es schneite, wie so oft, wenn die Frauen auf der Corviglia-Piste um Weltcuppunkte fuhren. Nach dreißig Starterinnen, den besten der Welt, führte die Österreicherin Maria Holaus vor der Kanadierin Emily Brydon und der Amerikanerin Lindsey Vonn. Eine weitere Schweizer Niederlage zeichnete sich ab.

          Doch dann kam Lara Gut. 16 Jahre alt, Tessinerin, 1,60 Meter groß, blondes, langes Haar, rote Wangen, hübsch und unheimlich talentiert, unterwegs als Einzelgängerin, betreut von Vater Pauli. Ein „Wunderkind“ wie es hieß. Seriensiegerin der Speedrennen im Europacup, im Jahr zuvor Abfahrtszweite bei den Junioren-Weltmeisterschaften. Jetzt stand sie erstmals in einer Weltcup-Abfahrt am Start.

          Der Nebel hatte sich etwas gelichtet, die Bedingungen wurden besser. „Beste Zwischenzeit!“, schrie der Streckensprecher. Doch dann, 70 Meter vor dem Ziel, riss es Lara Gut die Skis auseinander, ein Sturz war unvermeidlich; auf dem Rücken und mit einem Ski an den Füßen rutschte sie ins Ziel.

          Erster Weltcup-Sieg in St. Moritz

          Kurz blieb sie liegen, dann winkte sie ins Publikum, um zu zeigen, dass ihr nichts passiert war. Statt der 1 leuchtete auf der Anzeigetafel die 2 auf. Eine Hundertstelsekunde fehlte zu Platz eins, aus dem, weil eine gewisse Tina Maze mit der Startnummer 47 noch schneller war, am Ende der dritte Platz wurde. Die Skination Schweiz jubelte. „Lara Gut, alles gut“, schrieben die Zeitungen. Ein Star war geboren.

          Im Dezember desselben Jahres auf derselben Piste in St. Moritz gewann Gut dann ihr erstes Weltcuprennen, einen Super-G. Bei den Weltmeisterschaften in Val d’Isère holte sie Silber in der Abfahrt und in der Kombination. Ihre Unbeschwertheit und ihr Lachen wurden zum Markenzeichen.

          Frühstart: 2009, mit 18 Jahren, gewinnt Lara Gut in Val d’Isére zweimal Silber bei der WM
          Frühstart: 2009, mit 18 Jahren, gewinnt Lara Gut in Val d’Isére zweimal Silber bei der WM : Bild: AFP

          Als „Schätzchen der Nation“ wurde sie gefeiert, als nächster Schweizer Superstar auf den Spuren von Michela Figini, als kommende Olympiasiegerin, als Gewinnerin des Gesamtweltcups. Wenn ihr Vater Pauli davon sprach, der Weg an die Spitze sei lang und hart, wollte niemand hinhören. Wer sollte ein solch begnadetes Talent bremsen?

          Am 13. Oktober 2009 kam die Antwort. Bei einem Sturz in Saas Fee renkte sich Lara Gut das rechte Hüftgelenk aus. Eine Operation ließ sich nicht vermeiden, die Saison war für die Schweizerin vorbei, ehe sie begonnen hatte. Für die Lara Gut war es nach dem kurzen Höhenflug der Beginn einer harten Lehrzeit. In der sie begreifen musste, dass Talent, Unbeschwertheit und Ehrgeiz nicht genügen, um ein Superstar zu werden. Dass sich dafür auch die Persönlichkeit entwickeln muss.

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