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Skirennfahrerin Tina Weirather : Die auf dem Berg tanzt

  • -Aktualisiert am

„Ich freue mich zurzeit auf jedes Rennen“: Tina Weirather Bild: AFP

Vier Kreuzbandrisse hat Tina Weirather schon hinter sich. Aufgeben kam für sie trotzdem nicht in Frage. Nun gilt die Skirennläuferin als eine der Favoritinnen für Gold in Sotschi.

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          Es gibt ja alle möglichen Arten, besonders schnell auf Ski unterwegs zu sein. Da gibt es die Gleitexperten, die mit viel Gefühl die Kunst perfektioniert haben, auf flachen Streckenabschnitten Tempo zu machen. Da gibt es Kurvenstars wie den Amerikaner Ted Ligety, die in atemraubenden Schräglagen ihre Schwünge in die Piste meißeln, und dynamische, explosive Technikkünstler wie den österreichischen Slalom-Weltmeister Marcel Hirscher, die mit irrwitzig schnellen Bewegungen durch die Stangen tanzen.

          Bernd Steinle
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Und dann gibt es da noch jene, die aussehen, als seien sie auf Ski geboren worden. Als sei Skirennfahren die einfachste Sache der Welt, so leicht, so mühelos kommen sie oft daher. Als gäbe es keine natürlichere Fortbewegung als die auf Ski. So eine Fahrerin ist Tina Weirather. Das kommt nicht von ungefähr.

          Die Mutter der 24 Jahre alten Liechtensteinerin ist Hanni Wenzel, zweimalige Olympiasiegerin, viermalige Weltmeisterin. Ihr Vater ist Harti Weirather, Abfahrts-Weltmeister und Abfahrts-Weltcupsieger. Tina Weirather war keine drei Jahre alt, als sie zum ersten Mal auf Ski stand, ihr besonderes Talent zeichnete sich schnell ab.

          Kein Wunder, könnte man also denken, dass Tina Weirather in dieser Saison nun schon zwei Weltcuprennen gewonnen hat, dass sie dazu vier Mal auf dem Podium stand und schon beim Auftakt in Sölden Aufsehen erregt hatte, als sie im Riesenslalom mit Startnummer 37 auf Rang fünf vorfuhr. Im Gesamtweltcup trennen sie vor den Rennen am Wochenende in Zauchensee lediglich zwei Pünktchen von der Führenden, Maria Höfl-Riesch.

          Die erste schwere Knieverletzung mit 17

          Und doch ist es eine Art Wunder - wenn man sich anschaut, was Tina Weirather durchmachen musste, um da zu landen, wo sie heute ist. Jahrelang schien ihr Pech kein Ende zu nehmen. Sie war 17, als sie die erste schwere Knieverletzung erlitt, Kreuzbandrisse in beiden Knien nach einem Sturz in Lenzerheide 2007. Ein Jahr später folgte der nächste Kreuzbandriss, bei einem Trainingssturz, und 2010, im Abfahrtsrennen von Cortina D’Ampezzo, Kreuzbandriss Nummer vier.

          Die Zweifel wuchsen, ob der Skirennsport wirklich das Richtige sein würde für sie, sie wuchsen bei ihr selbst, vor allem aber bei ihren Ärzten. Tina Weirather machte trotzdem weiter. Weil der Skirennsport das war, was sie erfüllte. Sie hatte mal ein Praktikum bei einer Lebensversicherung gemacht, ein Bürojob, viel Computerarbeit, und am Ende, da „wurde mir klar, Skifahren ist einfach das Geilste“, so beschrieb sie es einmal in einem Gespräch mit dem ehemaligen liechtensteinischen Skirennfahrer Marco Büchel.

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