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Wieder zu viel Wind in Planica : Bundestrainer schützt seine Springer

  • Aktualisiert am

Stefan Horngacher winkt sein Team ab Bild: dpa

Während die Jury beim Team-Skifliegen mit einer endgültigen Entscheidung zögert, ist Bundestrainer Horngacher entschlossen, „dass wir nicht mehr springen bei diesem Wind“.

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          Das Saisonfinale der Skispringer in Planica gerät immer chaotischer. Nach dem schlimmen Sturz des Norwegers Daniel André Tande am Donnerstag und dem Abbruch zur Halbzeit tags darauf ließen starke Böen am Samstag beim Teamfliegen noch nicht einmal einen kompletten ersten Durchgang zu. Aus Sorge um die Gesundheit seiner Sportler hatte Bundestrainer Stefan Horngacher seine Springer um Vortagessieger Karl Geiger und Markus Eisenbichler sogar schon vor der offiziellen Juryentscheidung aus dem Wettbewerb genommen.

          „Ich habe entschieden für unsere Mannschaft, dass mit solchen Verhältnissen keiner mehr springen wird“, sagte der 51-Jährige Horngacher im ZDF. Der Wettkampf in Slowenien war zu diesem Zeitpunkt nur unterbrochen, mit der endgültigen Entscheidung zum Wettkampfabbruch ließ sich die Jury aber noch Zeit. Horngacher hatte dagegen keine Hoffnung, dass sich die Verhältnisse verbessern könnten: „Ich habe eine Entscheidung getroffen, zu der stehe ich auch. Und wir ziehen das so durch.“

          Norwegens Nationalcoach Alexander Stöckl sagte, er sei „sehr irritiert über die Entscheidung der Jury heute“. Aus seiner Sicht hatte die Wettkampfleitung trotz ausgedehnter Wartezeiten auf der Schanze zu lange versucht, das Springen irgendwie durchzuziehen. „Man hätte schon früher eine Pause machen können“, sagte er in der ersten Wettkampfunterbrechung, auf die erst später der Abbruch folgte. „Man hat versucht, jeden Athlet in diesem kleinen Fenster runterzulassen, und das ist eigentlich unverantwortlich“, so Stöckl.

          „Der Sturz von Tande steckt allen noch in den Knochen“, sagte Horngacher, als er den Rückzug seiner Mannschaft begründete. Geiger erklärte mit Bezug zu seinem Coach: „Wenn er sagt, es geht nicht, dann wissen wir: Es geht wirklich nicht.“ Rückendeckung bekam Horngacher auch von Horst Hüttel. „Ich verstehe nicht, warum man das so auf die Spitze treiben muss“, sagte der deutsche Teammanager, bevor sich auch die Jury zu einer endgültigen Entscheidung durchrang.

          Bei Tandes Gesundheitszustand waren die Verantwortlichen vorsichtig optimistisch. „Alles läuft wie geplant“, wurde die Teamärztin der norwegischen Skispringer, Guri Ranum Ekås, in einer Mitteilung des nationalen Skiverbandes zitiert. Stabile Körperfunktionen, ein gutes Ansprechen auf die Behandlung sowie zufriedenstellende neue Untersuchungen am Vorabend bedeuteten, dass man ihn schrittweise aus dem Koma holen könne. Norwegens Sportchef Clas Brede Braathen sagte im ZDF: „Es sieht sehr vielversprechend aus.“ Er lobte die Betreuung seines Athleten, sagte jedoch auch: „Bevor wir ganz sicher sind, wenn er aufwacht, haben wir natürlich ein bisschen Angst.“

          Der 27 Jahre alte Tande war am Donnerstag im Probedurchgang heftig auf dem Hang aufgeschlagen. Bei ihm wurden bislang ein Schlüsselbeinbruch und eine leichte Punktierung der Lunge diagnostiziert.

          Das Mannschaftsfliegen soll nun an diesem Sonntag in einem Durchgang ab 9.00 Uhr nachgeholt werden. Der Einzelwettkampf mit zwei Durchgängen ist für 10.30 Uhr angesetzt (ZDF und Eurosport).

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