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Riesenslalom der Ski-WM : Die letzte Chance der Viktoria Rebensburg

  • -Aktualisiert am

„Ich bin so lange dabei, dass ich weiß, wie ich damit umgehen muss“: Viktoria Rebensburg Bild: dpa

Sie ist die größte deutsche Hoffnung auf eine Medaille. Mit der Last muss Viktoria Rebensburg schon länger leben. Doch es läuft nicht. Und dann ist da noch die Erinnerung an die bisher letzte Ski-WM.

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          Viktoria Rebensburg hat es sich angewöhnt, sich mit dem Hier und Jetzt zu beschäftigen. Über vergangene Erfolge und verkorkste Rennen sagt sie gerne, das sei Geschichte. Nicht zurückzudenken ist auch vor ihrem letzten Rennen bei dieser alpinen Ski-WM das Beste, was sie machen kann, um nicht ein wenig nervös zu werden. Denn bei den letzten Titelkämpfen in St. Moritz startete sie exakt so wie dieses Mal in Åre: mit einem vierten Platz im Super-G und einem elften Platz in der Abfahrt.

          Und wenn dies ein schlechtes Omen wäre, dann bräuchte sie an diesem Donnerstag im Riesenslalom (14.15 und 17.45 Uhr im ZDF und bei Eurosport) gar nicht anzutreten, denn 2017 schied sie in ihrer Spezialdisziplin bereits im ersten Durchgang nach knapp 30 Fahrsekunden aus und verließ die Titelkämpfe ohne Medaille. „Das war schon heftig, für mich der schwierigste Moment“, gibt sie zu, wenn sie es dann doch einmal zulässt, mit der Vergangenheit konfrontiert zu werden.

          Es muss ja bei ihrem letzten Anlauf auf eine Medaille in Åre nicht so kommen wie vor zwei Jahren im Engadin. Aber Rebensburg weiß schon, dass sie im Riesenslalom nicht „zu den allergrößten Favoriten“ gehört. Sie geht zwar mit der Empfehlung von zwei zweiten Plätzen im Weltcup an den Start, aber eben auch mit der Bürde, zweimal ausgeschieden zu sein. Es fehlt in diesem Winter die Konstanz des vergangenen Jahres, als sie in sechs von acht Rennen auf dem Siegerpodest stand, drei davon gewann und am Ende zum dritten Mal die Riesenslalom-Kugel für die Saison-Beste in dieser Disziplin überreicht bekam. Aber angesichts der Handicaps von Stefan Luitz (Schulterverletzung) und Felix Neureuther und der fehlenden Slalom-Topfahrerinnen scheint Rebensburg die größten Chancen zu haben, dem Deutschen Skiverband doch noch das erhoffte Edelmetall zu bescheren. „Sie kann die Medaille einfahren, aber da muss alles zusammenpassen“, sagt Alpinchef Wolfgang Maier.

          Mit der Last, die gesamten Hoffnungen des Frauenteams zu tragen, muss Rebensburg seit dem Rücktritt von Maria Höfl-Riesch vor fünf Jahren zurechtkommen, daran ändert auch die glänzende Entwicklung von Abfahrerin Kira Weidle noch nichts. „Ich bin so lange dabei, dass ich weiß, wie ich damit umgehen muss.“ So richtig ist ihr dies allerdings bei den beiden letzten Großereignissen nicht gelungen. Sowohl in St. Moritz als auch bei Olympischen Winterspielen im vergangenen Jahr in Pyeongchang, in die sie als Gold-Favoritin mit einem vierten Platz gestartet war, wirkte Rebensburg aber wesentlich verkrampfter und angespannter als dieses Mal in Åre. „Der Speed ist auf alle Fälle da. Und es ist eine gute Piste, die mir liegt“, sagt sie.

          Vor dem Riesenslalom verschwand sie zum Trainieren noch einmal ins eine Autostunde entfernte Almasen, um dort unter anderem ihren neuen, eigens für die WM gefertigten Ski zu testen. Davor postete sie noch ein Foto, das sie lächelnd in einem schnellen Auto des WM-Sponsors auf dessen Driving-Rang vor dem Skistadion in Åre zeigt. Sie ist eben gerne schnell unterwegs. Wenn sie im Riesenslalom fix genug ist für eine Medaille, wäre es eine Erlösung. Für den Deutschen Skiverband, aber auch für sie selbst.

          Skiweltverband entscheidet: Kombi und Parallel-Slalom bei WM 2021

          Bei den kommenden Ski-Weltmeisterschaften in zwei Jahren gibt es 13 statt bislang elf Medaillenentscheidungen. Die Kombination bleibt auch 2021 in Cortina d'Ampezzo im Rennprogramm und wird vorerst nicht abgeschafft. Weil der Parallel-Slalom seine Premiere als Einzelwettkampf gibt, erhöht sich die Zahl der Weltmeister. Das entschied das Council des Skiweltverbands am Mittwoch am Rande der WM im schwedischen Are. Eine Arbeitsgruppe soll sich mit dem Rennformat der traditionell aus einer Abfahrt mit anschließendem Slalom bestehenden Disziplin beschäftigen und sich auch mit einer Strategie für den Weltcup-Kalender und Zuschauerzahlen auseinandersetzen. Die Disziplin stand vor dem Aus, hatte in den vergangenen Wochen aber wieder Zuspruch erfahren von Sportlern und einigen Funktionären. Kritik gibt es am Format. Der Deutsche Skiverband hat die Förderung der Kombination seit einiger Zeit eingestellt. (dpa)

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