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Ski-WM : Ski-WM: Gold-Hattrick von Janica Kostelic

  • Aktualisiert am

Glänzend: Jana Kostelic freut sich übers Edelmetall Bild: AP

Martina Ertl verpaßte die erhoffte Medaille um 1,08 Sekunden, Janica Kostelic dagegen bleibt die Vielseitigkeits-„Königin“ im alpinen Skisport. In Bormio fuhr die Kroatin zu ihrem dritten Edelmetall in der Kombination.

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          Die deutschen Skidamen bleiben bei der alpinen Weltmeisterschaft weiter vom Pech verfolgt. Martina Ertl fuhr beim Kombinationswettbewerb mit einer noch nicht auskurierten Gehirnerschütterung auf Platz sieben, die bestohlene Monika Bergmann- Schmuderer war am Freitag mit geliehenen Slalom-Ski als 15. chancenlos.

          „Ich habe mein Bestes gegeben und kann mir keinen Vorwurf machen. Es ist sehr schwer, bei zwei so starken Kombiniererinnen aufs Podium zu fahren“, sagte Martina Ertl, die vor vier Jahren Kombinations-Weltmeisterin geworden war. „Das war ein Tag zum Vergessen“, meinte Monika Bergmann-Schmuderer.

          Comeback nach der OP

          Gold ging im italienischen Santa Caterina an Janica Kostelic. Die kroatische Titelverteidigerin und Olympiasiegerin lag nach Abfahrt und zwei Slalomläufen in 2:53,70 Minuten vor Anja Pärson (2:55,15). Die schwedische Super-G-Weltmeisterin absolvierte ihre erste Kombination überhaupt. Marlies Schild (Österreich/2:56,40) hatte als Dritte bereits 2,70 Sekunden Rückstand.

          Martina Ertl fuhr als Abfahrts-16. im Slalom in 2:57,48 Minuten noch auf Rang sieben vor. Janica Kostelic erzielte bereits in der Abfahrt auf der Piste „Deborah Compagnoni“ in 1:31,31 Minuten die Bestzeit und ging mit 0,66 Sekunden Vorsprung auf Pärson in den Slalom. „Dieser Winter ist eine Comebacksaison für mich. Ich konzentriere mich einfach auf jedes Rennen und versuche, mein Bestes zu geben“, sagte Janica Kostelic, die bereits mehrere Knieoperationen sowie einen Eingriff an der Schilddrüse hinter sich hat. Bereits mehrmals war der dreimaligen Olympiasiegerin und Weltmeisterin ein Karriereende prophezeit worden, doch immer kam die zweimalige Gesamtweltcupsiegerin zurück.

          Skiausrüstung gestohlen

          Der Tag hatte für die deutschen Damen schon denkbar schlecht begonnen. Diebe stahlen in der Nacht zum Freitag aus dem Keller des Mannschaftshotels die Slalom-Ski von Monika Bergmann-Schmuderer. Die 26jährige aus Lam mußte am Freitag morgen neue Ski testen. „Ich dachte zuerst, man wolle mich verarschen. Ich habe einen richtigen Hals“, sagte sie. Den Slalom bestritt sie geliehenen Ski der Schweizerin Marlies Öster.

          „Gott sei Dank, sonst hätte ich den Slalom nicht fahren können. Das ist eine schöne Geste“, meinte Monika Bergmann-Schmuderer. Auch drei paar Riesenslalom-Ski wurden entwendet. Immerhin blieben Hilde Gergs Abfahrtsski verschont. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

          Österreich bangt um Maier

          Ausgerechnet einen Tag vor dem WM-Höhepunkt mußte Österreich um seinen größten Skistar bangen: Hermann Maier verletzte sich in Bormio während der Abfahrtsqualifikation. Er stürzte beim Sankt-Peter-Sprung und mußte mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden. Er zog sich eine vier Zentimeter lange Rißquetschwunde am linken Schienbein zu, die in einem Krankenhaus von Mannschaftsarzt Arthur Trost genäht werden mußte.

          Sein Einsatz bei der Abfahrt an diesem Samstag (11.45 Uhr/ZDF und Eurosport live) ist aber nicht gefährdet. „Ich habe schon viel Schlimmeres erlebt. Im Großen und Ganzen ist es nicht so wild“, sagte Maier. Olympiasieger Fritz Strobl (Österreich) gewann die Qualifikation in 1:56,11 Minuten vor seinen Landsleuten Werner Franz (1:56,37) und Christoph Gruber (1:56,77).

          Florian Eckert (Lenggries/1:57,80) wurde mit 1,69 Sekunden Rückstand Zwölfter, Max Rauffer (Leitzachtal) kam in 1:58,74 auf Platz 22. „Möglich ist viel, aber möglich ist auch, daß ich nicht unter die ersten 30 fahre“, sagte Eckert.

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