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Kommentar zur Kombination : Kein Verlust

  • -Aktualisiert am

Vielseitig begabt, aber keine Lust auf die WM-Kombi: Mikaela Shiffrin ‏während des ersten Laufs beim Riesenslalom in Maribor Bild: AFP

Eine einstige Paradedisziplin für Alleskönner stirbt bei der Ski-WM in diesem Jahr wohl ihren Tod. Die besten Skifahrer der Welt haben keine Lust mehr auf die Kombination.

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          Die einzige alpine Kombination, die in diesem Weltcup-Winter bei den Frauen angesetzt war, ist ausgefallen und wurde ersatzlos gestrichen. Die einzige exzellente Allrounderin, die bei der alpinen Ski-WM im Teilnehmerfeld zu finden gewesen wäre, verzichtet auf ihren Start. Mikaela Shiffrin lässt an diesem Freitag (11.30 Uhr Abfahrt / 16.15 Uhr Slalom in der ARD und bei Eurosport) eine sicher erscheinende Gold-Chance verstreichen, weil sie sich lieber auf ihre Parade-Disziplinen Slalom und Riesenslalom in der zweiten WM-Woche konzentrieren möchte.

          Ein Thema, zwei Nachrichten und die klare Tendenz: Die Addition der Resultate aus einer verkürzten Abfahrt und einem Slalomlauf scheint als Wettbewerb verzichtbar. Noch während der laufenden Titelkämpfe in Åre wollen die Gremien des Internationalen Skiverbandes entscheiden, ob die Kombination bei künftigen Großereignissen durch den spektakulärer anmutenden, gleichwohl sportlich ebenfalls fragwürdigen Parallelslalom ersetzt wird. Es ist der Abschied von einer Disziplin zu erwarten, die einst dazu auserkoren war, den kompletten Skifahrer und somit den wahren Champion zu ermitteln. Aber sie war seit langem nur ein halbwegs lukratives Angebot für wenige Alleskönner, die mangels breit aufgestellter Konkurrenz relativ leicht ihren Trophäenschrank auffüllen konnten.

          Maria Höfl-Riesch hat der Kombination viel zu verdanken

          Nur in den Dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts galt die Kombination als wahre Königsdisziplin. Bei den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen 1936 stand sie sogar als einziger alpiner Wettbewerb auf dem Programm. Bei den Frauen gewann Christl Cranz vor Käthe Grasegger, bei den Männern Franz Pfnür vor Gustav Lantschner. Doch schon damals wurde das wenig homogene Teilnehmerfeld beklagt.

          Maria Höfl-Riesch immerhin verdankt der Kombination einen Großteil ihrer Reputation, gewann sie doch zwei ihrer drei olympischen Goldmedaillen und einen WM-Titel in diesem Wettbewerb. Ob aus persönlicher Nostalgie oder echtem Interesse: Noch immer tritt die heutige Fernseh-Expertin als Fürsprecherin der Kombination auf. Doch damit steht sie ziemlich allein da. Angesichts des übervollen Wettkampfkalenders schaffen es nur wenige Alpine, sich dem Training aller Disziplinen angemessen zu widmen.

          Multibegabte Allesfahrer wie Maria Höfl-Riesch oder Janica Kostelic, Bode Miller oder Kjetil André Aamodt, die den kombinierten Wettbewerb mit ihrer Weltklasse aufwerteten, sind kaum noch zu finden. Entsprechend fad erscheinen die Durchgänge, zumal die Abfahrer stets Nachteile gegenüber den Technikern reklamierten. Ein Slalomspezialist wie Marcel Hirscher nutzte bei der WM in Vail 2015 die Unausgewogenheit der Teildisziplinen und fuhr nach verhaltener Abfahrt von Rang 30 mit überlegener Slalombestzeit noch zum Kombinations-Titel.

          In Åre verzichtet freilich auch er auf die Wiederholung eines einfachen Sieges. Mikaela Shiffrin hätte als vermutlich letzte Weltmeisterin dieser Disziplin in die alpine Ski-Geschichte eingehen können. Doch sie kann es locker verschmerzen, dass ein anderer Name auftauchen wird. Denn sie weiß: Ihre Sieg-Optionen in Slalom und Riesenslalom sind ebenso groß – und die daraus resultierenden Titel deutlich wertvoller.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

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