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Viktoria Rebensburg : „Hey, genieß es, dich am Limit zu bewegen“

Einzige echte deutsche WM-Hoffnung bei den Damen: die frühere Weltmeisterin Viktoria Rebensburg hat mehrere Medaillenchancen Bild: AP

Die Ski-WM in St. Moritz startet mit dem Super-G der Frauen und einer ersten Medaillenchance für Viktoria Rebensburg. Im Interview spricht sie über das Gefühl von Freiheit – und warum ihr Novak Djokovic aus der Seele spricht.

          6 Min.

          Viktoria Rebensburg ist 2010 im Alter von 20 Jahren in Whistler Olympiasiegerin im Riesenslalom geworden. In den beiden Jahren danach gewann sie jeweils den Riesenslalom-Weltcup. Nach einem zwischenzeitlichen Tief holte sie 2014 bei den Olympischen Spielen in Sotschi in ihrer Spezialdisziplin die Bronze- und bei der Weltmeisterschaft 2015 in Vail die Silbermedaille. Die heute 27-Jährige, die als begnadetes Bewegungstalent gilt, lebt in Kreuth am Tegernsee, wo sie auch aufgewachsen ist. Sie ist aktuell die einzige Siegfahrerin im Alpinkader des Deutschen Skiverbandes - und damit auch die einzige Medaillenhoffnung bei der Weltmeisterschaft in St. Moritz, die an diesem Dienstag (12 Uhr/ live in Eurosport 1 und ZDF) mit dem Super-G der Damen und Viktoria Rebensburg als Teilnehmerin beginnt.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Gibt es jemanden, den Sie bewundern?

          Speziell im Sport und generell im Leben bewundere ich Menschen, die Rückschläge wegstecken können und dabei ihre positive Einstellung behalten. Die sich von persönlichen Niederlagen und schwierigen Zeiten nicht von ihrem Weg abbringen lassen und die Entschlossenheit haben, ihre Ziele weiterzuverfolgen, das erfordert Mut und Ausdauer. Im Leistungssport erlebt man das vielleicht noch intensiver als im normalen Leben. Diese Hartnäckigkeit macht die Menschen aus, von denen ich sage: Allergrößten Respekt!

          Welches war Ihre schwierigste Situation als Sportlerin?

          Es gibt in jeder Leistungssportkarriere schwierige Phasen. Man ist nie konstant oben, es gibt Hochs und Tiefs, und im alpinen Skisport ist das vielleicht besonders extrem, weil er so komplex ist. Bei uns stimmt mal die Materialabstimmung nicht, mal hat man Pech mit Licht oder Schneeverhältnissen - es gibt viele Faktoren, die Erfolg oder Misserfolg auslösen können. Am schwierigsten, glaube ich, ist das erste größere Tief, das erste Mal, wenn es nach unten geht, vielleicht ist das am prägendsten, weil du da noch nicht weißt: Schaffst du es überhaupt noch einmal nach oben? Wenn du da durch bist, wenn du dich aus diesem Tief, aus den Folgen einer schweren Verletzung zum Beispiel, herausgearbeitet hast, dann hast du für die Zukunft, für das nächste Mal, die Gewissheit, okay, das funktioniert, du hast es schon einmal geschafft, wieder nach oben zu kommen, also spricht nichts dagegen, dass du es wieder schaffst. Das macht es leichter.

          Skifahren ist ja eigentlich Spaß, Unbeschwertheit - vielleicht mehr als jeder andere Sport. Sie betreiben ihn seit vielen Jahren mit professionellem Ernst. Wie viel Platz ist da noch für Spaß?

          Der Grund, warum ich zum Skifahren gekommen bin, war immer die Leidenschaft, die Freude und der Spaß am Skifahren. Das ist bis heute so, und wenn das mal nicht mehr sein sollte, muss ich mir ernsthafte Gedanken über meine Zukunft machen. Der Spaß ist die Basis für alles. Das habe ich gerade wieder bei „Generations of Freeskiing“ erlebt, einem Filmprojekt von Red Bull, ich bin da mit Ski aus den Achtzigern gefahren, die hat mein Ausrüster extra aus dem Museum geholt, das ist echt Wahnsinn, mit was für Ski die damals gefahren sind.

          Und wie groß ist der Spaßfaktor im aktuellen Rennsport?

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