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Ski-Weltcup im Grünen : Ökologisch ist das Wahnsinn

Nackter Fels: ein Schneedepot am Rettenbachferner im Ötztal. Bild: Christoph Schrahe

Der alpine Skizirkus will in den Winter starten, als sei alles wie immer: auf dem Gletscher, während im Tal die Wiesen grün sind. Die Verantwortlichen des Welt­verbandes haben nichts begriffen.

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          Die Blätter der Bäume unten im Tal schimmern in den schönsten Farben, viele Wiesen tragen noch immer ihr saftiges Grün, für diesen Sonntag sind 16 Grad Celsius vorhergesagt für Sölden in Tirol. Von Schnee fehlt im Ort jede Spur. Und doch soll an diesem Wochenende der Winter für die alpinen Skirennfahrer beginnen. Hoch oben auf dem Rettenbachferner, 3350 Meter über dem Meeresspiegel.

          Auf einer Mischung aus Eis, Schnee aus dem vergangenen Winter, ein bisschen Neuschnee und sehr viel Kunstschnee. Wenn es nicht regnet. Das hat es aber in der Nacht zu diesem Samstag. Auch oben auf dem Berg. Der Riesenslalom der Damen wurde schon mal abgesagt. Ursprünglich waren geplant: Zwei Rennen, vier Läufe, dazu Aprés-Ski und Gletscher-Party. Es könnte ein Grund zur Freude sein, aber das darf es nicht. Denn so eine Veranstaltung ist aus ökologischer Sicht nichts anderes als Wahnsinn. Nicht nur wegen der zahlreichen Schneekanonen, die das Event mit Hilfe von sehr viel Energie erst möglich machen. In einem Jahr, in dem niemand weiß, ob die Energie in Europa überhaupt bis in den Frühling hinein reicht.

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