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Streit um Sponsoren : „Zu viel Lärm“ um Kristoffersen

Hat seinen eigenen Kopf, will auch einen eigenen Kopfsponsor: Henrik Kristoffersen Bild: dpa

Der Kopf ist entscheidend im Sport, aber manchmal auch der Kopfsponsor. Weil Skifahrer Kristoffersen nicht die gleichen Vermarktungs-Rechte genießt wie sein Kollege Svindal, lässt er den ersten Weltcup sausen.

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          Der norwegische Skirennläufer Henrik Kristoffersen lässt den Sponsorenstreit mit seinem Verband eskalieren und verzichtet auf einen Start beim ersten Weltcupslalom der Saison an diesem Sonntag im finnischen Levi. Der 22-Jährige macht Motivationsprobleme geltend und erklärt, es gebe im Moment „zu viel Lärm“ um ihn. Durch den Verzicht auf die Teilnahme in seiner Paradedisziplin nimmt er gleich zum Auftakt einen Rückstand im Gesamt-Weltcup in Kauf. Eigentlich hatte Kristoffersen für die Saison Ambitionen für die große Kristallkugel angekündigt.

          Auslöser des Konflikts zwischen Athlet und Verband ist ein lukratives Angebot des Getränkekonzerns Red Bull, der den Slalom-Weltcupsieger der Vorsaison als Kopfsponsor finanziell unterstützen möchte. Der norwegische Skiverband untersagt dies mit Verweis auf einen gültigen Pauschalvertrag mit der Telefongesellschaft Telenor. Kristoffersen empfindet die Entscheidung als „unverständlich“.

          Vorbild Aksel Lund Svindal: Red Bull auf dem Helm gibt finanziellen Auftrieb

          Obwohl er die entsprechende Athletenvereinbarung mit dem norwegischen Verband unterzeichnet hat, pocht er nun auf Sonderrechte. Kristoffersen möchte die gleichen Werbemöglichkeiten eingeräumt bekommen wie sein elf Jahre älterer Teamkollege Aksel Lund Svindal. Der fünfmalige Weltmeister wirbt schon seit Jahren auf Helm und Mütze für den Getränkehersteller aus Österreich.

          Da Svindal seine Vereinbarung aber vor Beginn des Vertrags zwischen Skiverband und Telenor abgeschlossen hat, gelten für ihn andere Regeln. Dass auch Kristoffersen seinen eigenen Kopf hat, bewies er schon. Um sein Recht auf einen eigenen Kopfsponsor klagt er nun vor Gericht.

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