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Ski-Weltcup in Kitzbühel : „Zu sehr gut fehlt noch ein bisschen was“

Hoch das Bein: Romed Baumann beim Überqueren der Ziellinie Bild: dpa

Die Trilogie der Speed-Rennen in Kitzbühel endet mit abermals ordentlichen Resultaten der deutschen Skirennfahrer. Doch noch klafft eine Lücke zu den Besten, wie Sander einräumt.

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          Andreas Sander hat auch beim dritten Speed-Skirennen in Kitzbühel einen Platz in den Top Ten erreicht. Im wetterbedingt verschobenen Super-G belegte der Westfale diesmal den neunten Rang, nachdem er die beiden Abfahrten als Fünfter und Sechster beendet hatte. Sein erfahrener Teamkollege Romed Baumann verpasste als Elfter nur knapp die besten Zehn.

          „Natürlich bin ich zufrieden“, sagte Sander nach dem Rennen, musste allerdings eingestehen, die Piste etwas unterschätzt zu haben: „Es war deutlich glatter“, sagte Sander in einem ersten Statement. Er hatte es griffiger erwartet, weshalb er nicht auf optimal abgestimmtes Material habe zurückgreifen können. Dennoch konnte der 31-Jährige guten Mutes aus dem Tiroler Nobelskiort abreisen: „Drei konstante gute Leistungen“, bescheinigte er sich selbst und resümierte ehrlich: „Zu 'Sehr gut' fehlt's einfach noch.“

          Das gleiche Fazit gilt für Romed Baumann, der bei der Kitzbühel-Trilogie die Ränge acht, fünf und elf belegte und somit in etwa auf Augenhöhe mit seinem Teamkollegen Sander agierte. „War glaub ich ganz okay, die Leistung heute“, meinte Baumann, als er noch damit rechnete, unter die Top Ten gefahren zu sein. Der Franzose Matthieu Baillet, der mit der hohen Startnummer 50 auf Platz acht brauste, zerstörte Baumanns Rechnung und schob ihn auf Rang elf.

          Es sei ihm „nicht ganz gelungen“, alle Schwierigkeiten richtig zu treffen, erklärte der gebürtige Österreicher, der nach der Hochzeit mit seiner deutschen Freundin und Unstimmigkeiten im österreichischen Lager die Seiten gewechselt hatte. Unterm Strich sei er mit der Wettkampf-Woche unweit seines Wohnorts Kiefersfelden aber sehr zufrieden: „Wenn mir einer die Ergebnisse vorher genannt hätte, hätte ich gesagt; nehme ich gerne mit.“

          Wieder gut unterwegs: Andreas Sander
          Wieder gut unterwegs: Andreas Sander : Bild: EPA

          Auf den Super-G-Sieger Vincent Kriechmayr (Österreich) hatten Sander und Baumann jeweils rund eineinhalb Sekunden Rückstand. Josef Ferstl und Dominik Schwaiger folgten knapp dahinter auf den Plätzen 13 und 17 und rundeten das gute deutsche Team-Ergebnis ab. „Es war okay bei mir“, meinte Ferstl, der auf der gleichen Strecke vor zwei Jahren noch gewonnen hatte, sich nach zuletzt schwachen Resultaten aber nun immerhin seinem alten Standard wieder etwas annäherte. „Momentan muss ich aber mehr kämpfen als andere“, lautete seine Erkenntnis.

          Hinter Tagessieger Kriechmayr, der auch die Führung im Disziplin-Weltcup übernahm, belegte Marco Odermatt den zweiten Platz. Damit zog der Schweizer im Gesamt-Weltcup am verletzten Norweger Alexander Aamodt Kilde vorbei und liegt nun hinter dem führenden Franzosen Alexis Pinturault in Lauerstellung. Tages-Dritter wurde der Österreicher Matthias Mayer.

          Unmittelbar vor der alpinen Ski-WM in Cortina d' Ampezzo (8. bis 21. Februar), bei der möglicherweise auch der frühere Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen nach seiner Hüft-Operation sein Comeback geben wird, stehen noch die beiden Heimrennen in Garmisch-Partenkirchen am 6. und 7. Februar auf dem Rennplan. „Ich freue mich extrem auf Garmisch“, versicherte Sander zum Abschied aus Kitzbühel und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dort bei Super-G und Abfahrt seinen Heimvorteil nutzen zu können damit ihm womöglich nach insgesamt 24 Top-Ten-Plätzen in den vergangenen Jahren endlich zum ersten Mal der Sprung aufs Siegerpodest eines Weltcup-Rennens gelingen könnte.

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