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Ski-Weltcup in Garmisch : Schwerer Sturz am Seilbahnstadl-Sprung

Der Schein trügt: Josef Ferstl konnte nach seinem Sturz zwar selbständig ins Tal fahren, erlitt aber einen Anbruch des Sprunggelenks und einen Muskelbündelriss. Bild: dpa

Das Weltcup-Comeback von Dreßen, der zumindest als Vorfahrer wieder auf Skiern unterwegs ist, wird von Ferstls heftigem Sturz überschattet. Entgegen seiner eigenen ersten Einschätzung verletzt er sich doch schwerer.

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          Von einem Dreßen-Effekt beim Heimrennen in Garmisch-Partenkirchen waren die deutschen Skifahrer bei der Weltcup-Abfahrt an diesem Freitag weit entfernt. Thomas Dreßen, der Sieger des Vorjahres, war bei seinem ersten Auftritt im Weltcup nach seiner Hüft-Operation aus Sicherheitsgründen nur als Vorfahrer unterwegs. Und seine zuletzt so formstarken Teamkollegen konnten bei der Rückkehr ihres Leaders nicht überzeugen.

          Den nachhaltigsten Eindruck hinterließ noch Josef Ferstl – allerdings unfreiwillig. Ferstl war rund eine Minute lang auf der leicht verkürzten Abfahrtsstrecke gut unterwegs, konnte dann aber nach einer etwas zu gewagt gewählten Linie die Balance nicht mehr halten und hob ab. Ferstl flog quer über den Seilbahnstadl-Sprung, knallte rückwärts auf die Piste und rauschte mit solcher Wucht in die Fangzäune, dass der Wiederaufbautrupp anschließend gut zwanzig Minuten beschäftigt war, um den Schaden zu beheben.

          „Die Schmerzen kommen langsam“, bekannte der gestürzte Skiläufer später im Ziel, gab aber zunächst Entwarnung: „Beide Knie sind in Ordnung. Ich hab noch Glück gehabt.“ Er hatte sich aus dem Netz-Wirrwarr befreien können und war die restliche Piste auf Skiern abgefahren, wenn auch mit hängenden Schultern. Die Untersuchung im Krankenhaus Garmisch-Partenkirchen ergab dann aber doch weitreichendere Folgen. Der muskulär gut trainierte Sportler überstand den spektakulären Abflug entgegen erster eigener Einschätzungen nicht unverletzt. Ferstl hatte sich einen Muskelbündelriss im linken Hüftbeuger zugezogen. Zudem ist das linke Sprunggelenk angebrochen. Er muss mit einer Ausfallzeit von acht bis zehn Wochen rechnen. „Diese Verletzung wenige Tage vor der WM ist natürlich bitter“, sagte er in einer ersten Stellungnahme nach der Untersuchung. „Auf der anderen Seite bin ich froh, dass nicht mehr passiert ist.“ Er werde die Verletzungen ausheilen und dann in die Vorbereitung für die Olympiasaison einsteigen, kündigte er tapfer an.

          Wieder rantasten an die Weltelite: Vorjahressieger Dreßen diesmal als Vorfahrer.
          Wieder rantasten an die Weltelite: Vorjahressieger Dreßen diesmal als Vorfahrer. : Bild: dpa

          Seine Teamkollegen waren auch vor der ernüchternden Diagnose nicht bester Laune. Der sonst so zuverlässige Andreas Sander landete nach einer verpatzten Fahrt mit knapp zweieinhalb Sekunden Rückstand als 24. nur einen Platz vor Simon Jocher. Auch Romed Baumann erfüllte mit Rang 14 nicht seine Erwartungen. Bester Deutscher war überraschend Dominik Schwaiger, der bis auf einen Fehler im unteren Teil eine passable Fahrt zeigte und als Zwölfter sein Resultat von Kitzbühel bestätigte. „Die Form passt im Moment“, sagte Schwaiger zufrieden.

          Vom Siegertreppchen war aber auch er weit entfernt, was trotz aller Bemühungen der Organisatoren freilich auch mit dem Zustand der Piste bei annähernd zehn Grad Plus und Starkregen in den vergangenen Tagen zu erklären war. Aufs Siegerpodest fuhren die Favoriten mit den niedrigen Zahlen auf dem Trikot: Startnummer fünf Dominik Paris (Italien) gewann mit knapp vier Zehntelsekunden Vorsprung vor dem Schweizer Beat Feuz und Matthias Mayer (Österreich), die mit den Startnummern drei und eins ins Rennen gegangen waren. Die Zeit des Vorfahrers Dreßen wurde nicht kommuniziert.

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