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Ski Langlauf : Angerer verpasst den Ritterschlag

  • Aktualisiert am

Tobias Angerer: Zehn Sekunden fehlten nach 50 Kilometern Bild: dpa

Tobias Angerer verpasste den Marathon-Sieg am Holmenkollen um 9,8 Sekunden gegen Oddbjörn Hjelmeseth: „Am Ende hat es leider nicht ganz gereicht. So ein Sieg in Oslo ist halt der Ritterschlag.“ Zumindest gewann er den Distanzweltcup.

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          Langlauf-König Tobias Angerer verpasste die Königs-Audienz am Holmenkollen um 9,8 Sekunden, konnte sich nach Platz zwei im Marathonrennen aber mit der kleinen Kristallkugel trösten. Der Vize-Weltmeister holte sich nach dem Gesamtweltcup auch zum zweiten Mal in Serie vorzeitig den Distanzweltcup - trotzdem schmerzte die auf den letzten vier von 50 harten Kilometern gegen Weltmeister Oddbjörn Hjelmeseth erlittene Niederlage sehr. „Am Ende hat es leider nicht ganz gereicht. So ein Sieg in Oslo ist halt der Ritterschlag“, erklärte der von Magenschmerzen geplagte Angerer.

          Er kassierte 12.000 Euro Prämien und freute sich nach dem ersten Ärger über seine einmalige Saisonleistung: „Ich bin sehr stolz, dass ich jetzt auch den Distanzweltcup gewonnen habe. Das war ein großes Ziel, den zu verteidigen. Jetzt wird gefeiert, dann gibt's nächste Woche einen schönen Saison-Abschluss in Falun und dann endlich Urlaub.“

          „Zweimal auf die Waffel gefallen“

          Im traditionsreichsten Langlauf-Rennen der Welt hatte Angerer bei Kilometer 45,3 noch mit 6,5 Sekunden vor Hjelmeseth geführt. Doch dann zog der Champion wie schon bei der WM vor zwei Wochen in Sapporo mit Hilfe seines am Ende drittplazierten Landsmanns Frode Estil im Fernduell vorbei und machte einen Freudenhüpfer in Richtung der Loge von König Harald. „Tobi hat diesen Wettkampf verloren, weil er mit seinem gelben Trikot als Letzter hinten rumlaufen musste und die beiden Norweger sich unterstützen konnten“, meinte Bundestrainer Jochen Behle: „Trotzdem ziehe ich tief den Hut vor Tobi.“

          Angerer war wegen seiner Magenprobleme vorsichtig angegangen, gab jedoch nach dem Skiwechsel beim erstmals möglichen Pit-Stop („Ein geniale Idee“) Gas. So überholte er auch den am Ende viertplazierten Rene Sommerfeldt, der bei Halbzeit des Klassikers im wegen der Wärme aufgeweichten Schnee noch in Führung gelegen hatte. „Ich bin zweimal auf die Waffel gefallen. So war kein Podium möglich“, erklärte Sommerfeldt. WM-Bronzegewinner Jens Filbrich musste wegen einer im Team grassierenden Magengrippe-Welle kurzfristig verzichten.

          Künzel wird von ihrem Mann verlassen

          Im 30-km-Rennen hatte Claudia Künzel-Nystad mit Platz vier beim Sieg der Finnin Aino Kaisa Saarinen zuvor das beste Saisonresultat in einem Distanzrennen abgeliefert und den Podiumsplatz erst auf den letzten Kilometern verloren: „Da habe ich Blut geschmeckt.“

          Trotz des starken Resultats gab Ehemann Trond Nystad seinen Rücktritt als ihr Heimtrainer bekannt und sorgte damit für neue Turbulenzen im Streit um die Installierung eines Frauen-Bundestrainers im Langlauf. „Ich werde in das Training nicht mehr eingreifen. Der DSV muss sich Gedanken machen, wie man das in Zukunft machen kann“, meinte Nystad. Vize-Weltmeisterin Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) kam auf den 16. Platz.

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