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Ski alpin : Vogl und Neureuther wieder Weltspitze

  • Aktualisiert am

Alois Vogl: „Komme rechtzeitig für die WM in Form” Bild: REUTERS

Alois Vogl hat beim Weltcup-Slalom in Kitzbühel mit Platz drei seine Zugehörigkeit zur Weltspitze unter Beweis gestellt. Der 34-Jährige rechtfertigte damit nach vielen Ausfällen seine WM-Nominierung. Felix Neureuther wurde Sechster.

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          Im Mekka des alpinen Skirennsports sind die deutschen Männer nur eine Woche vor Beginn der Weltmeisterschaften mitten hinein in die Weltspitze gerast. Zum Auftakt einer bislang einmaligen Serie von drei Slalom-Rennen innerhalb von nur vier Tagen belegten Alois Vogl und Felix Neureuther in Kitzbühel die Ränge drei und sechs. Zwei Deutsche unter den besten Sechs in einem Slalom, das hatte es im Weltcup zuletzt vor knapp 13 Jahren in Garmisch gegeben, als Peter Roth und Armin Bittner auf die Ränge vier und fünf fuhren.

          Während am „heiligen Berg“ der Österreicher in Jens Byggmark bereits der dritte Schwede einen Slalom in diesem WM-Winter gewann, geriet Felix Neureuther über die äußerst bemerkenswerte Vorstellung des deutschen Duos beinahe aus dem Häuschen. „Das ist richtig schön, absolut super“, sagte der Partenkirchener und kündigte umgehend eine weitere Großtat der beiden Freunde für das Rennen am vorletzten Tag der WM im schwedischen Are (3. bis 18. Februar) an: „Da können wir beide auf's Stockerl fahren.“

          „Ich komme rechtzeitig für die WM in Form“

          Hinter Überraschungssieger Byggmark (1:43,75 Minuten), der in seinem erst achten Slalom im Weltcup überlegen zu seinem ersten Sieg fuhr, und Mario Matt aus Österreich (1:44,61) gelang Vogl (1:45,22) auf dem Zielhang der legendären „Streif“ zunächst einmal rechtzeitig eine eindrucksvolle Wiederauferstehung. Die Saison war bisher recht unglücklich für ihn verlaufen: Zum Auftakt im finnischen Levi hatte er Rang 21 belegt, in den drei weiteren Slaloms der Saison dann kein Resultat erzielt und dabei „mein Skigefühl verloren“. Rechtzeitig vor dem Saisonhöhepunkt hat Vogl nun sein kaum zu beschreibendes „Gefühl“ wiedergefunden.

          Jens Byggmark behielt im Schneetreiben den Überblick

          „Er hat seine Nominierung absolut gerechtfertig“, erklärte Alpin-Direktor Wolfgang Maier, der Vogl trotz bislang nicht erfüllter Qualifikations-Kriterien bereits für die WM durchgeboxt hatte. Zur Bestätigung hatte Vogl erst einmal „nur ein gutes Ergebnis runterbringen“ wollen, heraus kam nun prompt seine fünfte Fahrt auf das Siegertreppchen in einem Weltcup-Slalom. „Ich glaube, ich komme rechtzeitig für die WM in Form“, sagte er.

          „Auf einem Auge runterfahren“

          Bei dichtem Schneetreiben über der „Streif“, die nach der Absage der traditionsreichen Hahnenkamm-Abfahrt als Slalom-Gelände herhalten musste, verpassten die zwei Deutschen sogar noch weitaus besser Platzierungen. Der 34 Jahre alte Vogl stand im ersten Lauf nach eigenem Bekunden „noch ein bisschen wackelig“ auf den Skiern - Folge der Unsicherheit nach seiner bislang eher verkorksten Saison. Im zweiten Durchgang fuhr er dann brilliant und mit der zweitbesten Laufzeit noch von Rang 16 aufs Treppchen.

          Auch bei Neureuther wäre mehr drin gewesen. Doch der 22 Jahre alte Partenkirchener hatte zunächst im ersten Lauf Pech, als ihm von einer Torstange die Brille verschoben wurde. „Danach musste ich auf einem Auge runterfahren“, berichtete Neureuther, der sich trotzdem auf dem achten Rang bei Halbzeit wiederfand. Die geplante Attacke im Finale fiel dann ein wenig zu harmlos aus. „Da war er eine Nuance zu verhalten“, erklärte Sportdirektor Maier, betonte jedoch auch: „Der Felix positioniert sich in der Weltspitze.“ Und ganz oben wollen sie bleiben. Der erkennbar erleichterte Vogl kündigte nach der ersten deutschen Podest-Platzierung in Kitzbühel seit Rang drei von Armin Bittner vor 15 Jahren an, er wolle schon im zweiten Slalom in „Kitz“ am Sonntag und anschließend am Dienstag in Schladming „noch mal eine Scheibe drauflegen“. Besser war der Oldie bislang in Wengen, wo ihm im Januar 2005 sein einziger Weltcup-Sieg gelang. Kurios: Das erste Slalom von Kitzbühel war das Ersatzrennen für den vor zwei Wochen abgesagten Wettbewerb in Wengen.

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