https://www.faz.net/-gtl-q096

Ski alpin : Vogl entschädigt sich für die verpaßte WM

  • Aktualisiert am

Erfolgreicher Abschluß einer „tollen Saison” für Alois Vogl Bild: REUTERS

Alois Vogl hat im letzten Weltcup-Slalom beim Saisonfinale den zweiten Platz belegt und damit nach dem Sieg in Wengen das zweitbeste Weltcup-Resultat seiner Karriere verbucht. Anja Pärson gewann den Gesamtweltcup.

          2 Min.

          Alois Vogl auf Platz zwei und Martina Ertl als Vierte sorgten im Slalom für einen gelungenen deutschen Saisonabschluß, doch Bode Miller und Anja Pärson (Schweden) sind die besten Skirennfahrer der Welt. Während der Amerikaner in Lenzerheide (Schweiz) als erster Nicht-Europäer seit 22 Jahren souverän den Gesamtweltcup gewann, setzte sich Pärson in einem dramatischen Herzschlag-Finale mit nur drei Punkten Vorsprung gegen ihre Konkurrentin und Freundin Janica Kostelic durch.

          „Ich kann nicht glauben, daß sich eine ganze Saison in nur einem Rennen abspielt“, sagte die Kroatin, der ein achter Platz im Riesenslalom nicht reichte. Abseits des Duells der mehrfachen Weltmeisterinnen fuhr Martina Ertl von Rang 21 mit Bestzeit im zweiten Lauf noch auf Platz sieben vor.

          „Das ist saugeil“

          Vogl erzielte sein zweitbestes Karrieresultat nach dem Überraschungssieg im Januar in Wengen und wurde so für die wegen einer Augenentzündung verpaßten Weltmeisterschaft ein bißchen entschädigt. „Das ist saugeil, ich bin total zufrieden“, sagte Vogl, der sich in 1:23,54 Minuten nur dem Österreicher Mario Matt (1:22,81)
          geschlagen geben mußte.

          Miller hatte bereits am Samstag mit dem zweiten Platz im Riesenslalom hinter dem Österreicher Stephan Görgl die große Kristallkugel gewonnen. Der 27jährige aus dem Bundesstaat New Hampshire lag mit 1648 Punkten vor den Österreichern Benjamin Raich (1454) und Titelverteidiger Hermann Maier (1295). „Es ist vollbracht. Ich habe bewiesen, daß ich der beste Skifahrer der Welt bin“, sagte Miller. Raich konnte sich mit dem Sieg in den beiden technischen Disziplinen-Weltcups trösten.

          Vogl wird zur Symbolfigur

          In der Wertung um die kleine Slalom-Kristallkugel wurde Vogl guter Fünfter: „In die erste Startgruppe zu kommen, war immer mein großes Ziel.“ Ausgerechnet bei der WM verhinderte eine langwierige Iris-Entzündung, die er sich beim Spielen mit seiner kleinen Tochter zugezogen hatte, die mögliche Medaille. „Es war eine tolle Saison mit drei Podiumsplätzen, auch wenn eine unfreiwillige Pause dabei war“, meinte Vogl. Mit 15 Podestplätzen gegenüber 22 in der Vorsaison fiel die deutsche Weltcup-Bilanz bescheiden aus, wurde aber durch die aufstrebenden Herren mit Vogl als Symbolfigur aufgewertet.

          Erst als die Spanierin Maria Jose Rienda Contreras im Riesenslalom ihren zweiten Saisonsieg perfekt machte, hatte Pärson mit 1359:1356 Punkten die Nase vorn. Schon ein siebter Rang statt des achten Platzes hätte Kostelic gereicht. Knapper war der Gesamtweltcup nur 1979 mit zwei Zählern zu Gunsten der Österreicherin Annemarie Moser-Pröll entschieden worden. „Es gibt für mich nichts Größeres als die große Kristallkugel. Sie zu gewinnen, ist immer das Ziel. Mit einem Champion wie Janica zu konkurrieren, macht mich sehr stolz“, sagte Anja Pärson. Arm in Arm verfolgten die mit Abstand besten Skifahrerinnen im Zielraum die Entscheidung.

          „Er glaubt an sich, manchmal eben zu viel“

          Angesichts des Gesamtsieges konnte es Pärson auch verschmerzen, die Riesenslalom-Gesamtwertung an Tanja Poutiainen verloren zu haben. Die Finnin sicherte sich durch Platz zwei wie im Slalom die kleine Kristallkugel. Einen Tag nach ihrem hervorragenden vierten Slalom-Platz beim Premieren-Sieg der Amerikanerin Sarah Schleper war Martina Ertl nach ihrer Riesenslalom-Aufholjagd zufrieden: „Ich war nach der WM sehr müde, aber hier habe ich nochmal richtig Spaß gehabt. Es ist immer gut, mit so einem Gefühl in den Sommer zu gehen.“

          Immer am Limit und deswegen nie berechenbar hat Miller verdient die große Kristallkugel gewonnen. Mit einer Fahrweise, die sämtlichen physikalischen Gesetzen zu trotzen scheint, schwankt der 27jährige zwischen Sieg und Scheitern. Nachdem er sechs der ersten 10 Saisonrennen gewonnen hatte und als zweiter Fahrer überhaupt in einer Saison in allen vier Disziplinen siegte, wurde es wegen vieler Ausfälle zum Saisonende doch noch einmal knapp. „Seine größte Stärke und Schwäche zugleich ist seine Einstellung. Er glaubt an sich, manchmal eben zu viel“, sagte Phil Mahre, der 1983 als letzter Amerikaner den Gesamtweltcup geholt hatte.

          Weitere Themen

          Borussias neuer „Heiland“? Video-Seite öffnen

          Haaland vor Heimdebüt : Borussias neuer „Heiland“?

          Der junge Stürmer aus Norwegen wird von vielen BVB-Fans beim öffentlichen Training beobachtet – sein Debüt am Wochenende hat große Hoffnungen geweckt. Ist Erling Haaland der neue „Heiland“ für die Borussia?

          Topmeldungen

          Arbeiter desinfizieren einen Bahnhof im chinesischen Wuhan.

          Infektionen mit Coronavirus : China riegelt Millionenmetropole Wuhan ab

          Neue Eskalationsstufe im Kampf gegen das Coronavirus: Die Millionenmetropole Wuhan steht praktisch unter Quarantäne, Bahnhöfe und Flughäfen sind geschlossen, die Bewohner dürfen nur noch mit Masken auf die Straße. Derweil steigt die Zahl der nachgewiesenen Erkrankungen weiter.
          Sandra Maischberger begrüßte in ihrer Sendung am 22. Januar 2020 den Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke, die ARD-Moderatorin Anna Planken und den Kabarettisten Florian Schroeder (von links).

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Ein Ende mit Schrecken

          Ist unser Essen zu billig? Ist Greta Thunberg schlimmer als Donald Trump? Sandra Maischberger lässt unaufgeregt die Woche Revue passieren. Doch dann kommt Gloria von Thurn und Taxis – und sorgt für ein dickes Ende.
          Unser Newsletter-Autor: Carsten Knop

          F.A.Z.-Newsletter : Die Kanzlerin in Davos

          Mehr als vierzig Staatsoberhäupter kommen heute in die Gedenkstätte Yad Vashem, um an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zu erinnern. Das und mehr steht heute im Newsletter für Deutschland, dieses Mal wieder aus Davos.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.