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Schmid Dritter am Arlberg : Starkes Resultat in einem „coolen Format“

Mit gutem Zug von Tor zu Tor: Alexander Schmid Bild: dpa

Im Kampf Mann gegen Mann wachsen die deutschen alpinen Skifahrer ein Stückchen über sich hinaus. Stefan Luitz fährt am Arlberg unter die besten acht, Alexander Schmid sogar aufs Siegerpodest.

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          Für Christian Schwaiger stand schon vorher fest, dass die Parallel-Rennen dem alpinen Ski-Weltcup gut tun: „Ich finde es mega cool“, sagte der Cheftrainer des Deutschen Ski-Verbands (DSV) schon vor dem bei Traditionalisten der Szene durchaus umstrittenen Riesenslalom-Event mit dem Kampf Mann gegen Mann in Lech am Arlberg: „Das ist ein cooles Format“. Schwaiger lässt es gerne und oft trainieren, denn dabei „pushen sich die Athleten“, und der technischen Entwicklung der Läufer schade das exakte Fahren in engen Radien ebenfalls nicht.

          Nach dem Rennen am Freitag war Schwaiger dann auch hochzufrieden mit dem Resultat, denn zwei seiner Fahrer waren ins Viertelfinale vorgestoßen und Alexander Schmid hatte mit Rang drei sogar den ersten Podestplatz der Saison für den DSV geschafft. „Einfach nur der Wahnsinn“, sprudelte Schmid geradezu über seine Performance: „ich freu' mich riesig“. Er habe natürlich schon vorher gewusst, dass er „schnell Ski fahren“ könne. Aber danach überwältigte ihn ein „unbeschreibliches Gefühl“.

          Schmid fuhr unter Flutlicht am Freitagabend im K.o.-System mit jeweils zwei rasanten Riesentorlauf-Fahrten von jeweils nur rund 23 Sekunden Länge auf blauer und roter Piste nach Siegen gegen den Norweger Timon Haugan und den Österreicher Christian Hirschbühl bis ins Halbfinale vor. Dort ging er im Duell mit dem favorisierten Franzosen Alexis Pinturault nach 0,12 Sekunden Rückstand aus dem ersten Durchgang im zweiten Lauf jedoch etwas zu viel Risiko ein und scheiterte am drittletzten Tor. Gegen den Österreicher Adrian Pertl gewann der 26-Jährige anschließend aber souverän in beiden Läufen das „Kleine Finale“ und fuhr mit 0,58 Sekunden Vorsprung auf Rang drei.

          Den Weltcup-Sieg sicherte sich Pinturault, der im Duell der Platzhirsche das Finale gegen Henrik Kristoffersen für sich entschied. Der Norweger hatte zuvor im Viertelfinale Schicksal für den zweitbesten Deutschen im Tagesklassement gespielt und dabei dessen einzige Schwäche des Wettbewerbs ausgenutzt.

          Stefan Luitz hatte einen glänzenden Vormittag erwischt und im Qualifikationslauf sogar die beste Zeit aller Teilnehmer erzielt. „Stefan war der schnellste Mann am Berg“, lobte hinterher auch Cheftrainer Schwaiger. Doch Luitz wäre nicht Luitz, ginge ihm ein ganzer Skitag ohne Probleme über die Bühne. Im Viertelfinale verlor er einmal ein bisschen das skifahrerische Konzept, was Kristoffersen prompt ausnutzte. „Mit dem siebten Platz bin ich sehr zufrieden“, sagte Luitz dennoch. „Die Quali war super, der erste Lauf war auch noch gut. Und dann hab ich mich ein bisschen verleiten lassen“. Er sei etwas „zu direkt“ auf die eng gesteckten Tore zu gefahren, dadurch ging der eminent wichtige Rhythmus verloren, „dann hat man gegen solche Leute keine Chance.“ Sein Fazit war dennoch positiv: Der Wettbewerb „Mann gegen Mann“ machte „einfach Riesenspaß", so der 28-Jährige.

          Sein zwei Jahre jüngerer Teamkollege Schmid, der auch in der Qualifikation schon Dritter gewesen war, vergaß nicht zu erwähnen, dass trotz der Kürze der einzelnen Durchgänge die Gesamtbelastung nicht zu unterschätzen sein, denn immerhin habe er acht Läufe binnen einer guten Stunde absolvieren müssen.

          Insgesamt bestätigte das deutsche Duo, dass ihm der Parallel-Wettbewerb liegt: Luitz war in der Vorsaison in Alta Badia sogar auf Rang zwei gefahren. Und Schmid hatte in Chamonix als Dritter seine bislang einzige Podestplatzierung erreicht. Diesmal sprach er anschließend von seinem „Lieblings-Format“. Und Trainer Schwaiger sah sich ohnehin bestätigt.

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