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Ski alpin : Neureuther besiegt in Garmisch den WM-Alptraum

  • Aktualisiert am

Neureuther: „Es gibt nichts Schöneres für mich” Bild: dpa

Felix Neureuther hat das Trauma von der WM, als er auf Medaillenkurs liegend stürzte, offenbar gut verkraftet. Bei seinem Heim-Weltcup in Garmisch kam Neureuther auf Platz zwei. „Es gibt nichts Schöneres für mich“, sagte er.

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          Felix Neureuther ist aus seinem WM-Albtraum aufgewacht und hat beim Slalom-Weltcup in Garmisch-
          Partenkirchen als Zweiter sein bestes Resultat erreicht. In seinem Heimrennen am Gudiberg musste sich der 22-Jährige am Sonntag nur Weltmeister Mario Matt aus Österreich geschlagen geben. „Es gibt nichts Schöneres für mich. Das bedeutet mir fast noch mehr als die WM und ist eine Riesenentschädigung für mich“, sagte Neureuther, der vor einer Woche im WM-Slalom auf Silber-Kurs im zweiten Durchgang
          ausgeschieden war.

          Nun trennten ihn 0,41 Sekunden vom ersten deutschen Weltcupsieg seit zwei Jahren. Vater Christian hatte 1974 als bislang letzter Deutscher am Gudiberg triumphiert. „Der Papa ist auf dem Berg, damit er nichts mitkriegt. Er hält das sonst nicht aus“, sagte Felix Neureuther, dessen Mutter Rosi Mittermaier im Ziel mitfeierte. Auch Cheftrainer Werner Margreiter freute sich über den fünften deutschen Podiumsplatz des
          durchwachsenen Winters. „Hut ab, er hat schon einen sehr großen Druck gehabt“, sagte der Österreicher, der den Deutschen Skiverband zum Saisonende nach vier Jahren wohl verlassen wird. „So wie es momentan ausschaut, habe ich nicht das erreicht, was ich wollte“, sagte er. Bislang habe der Verband nicht mit ihm über eine Verlängerung des zum 1. April auslaufenden Vertrags gesprochen.

          „Oh Mann, verbock das nicht“

          Sein Heimrennen am Hausberg stellte Neureuther vor eine schwierige psychische Situation. „Ich kenne hier jeden Grashalm“, beschrieb der Team-Weltmeister von 2005 seinen Heimvorteil. Doch die vielen Bekannten und Freunde an der Strecke musste der Sonnyboy ignorieren, um die Konzentration nicht zu verlieren. „Nach der Besichtigung bin ich sofort weggegangen von den Leuten und habe sofort abgeschaltet. Das alles lenkt sonst zu sehr ab.“

          Stets mit vollem Risiko unterwegs: Felix Neureuther

          Mit zwei beherzten Läufen ging Neureuther volles Risiko und wurde belohnt: „Ich weiß gar nicht, wie oft ich die Hand im Schnee gehabt habe. Ich dachte mir nur: Oh Mann, verbock das bloß nicht.“ Dagegen schied Vogl beim Heimrennen aus: Nur bei zwei seiner acht Weltcup-Rennen in dieser Saison kam der Routinier aus dem Bayerischen Wald in die Punkte.

          „Fürs Ego extrem wichtig“

          Beim Abfahrts-Sieg auf der Kandahar des Kanadiers Erik Guay vor dem Slowenen Andrej Jerman erreichte Johannes Stehle (Obermaiselstein) am Samstag als 20. sein bestes Weltcup-Resultat. Dritter auf einer trotz der frühlingshaften Temperaturen gut präparierten Piste wurde der Schweizer Didier Cuche, der damit seine Führung im Abfahrts-Weltcup ausbaute. In der Gesamtwertung liegt weiter Doppel-Weltmeister Aksel Lund Svindal (Norwegen) mit 818 Punkten vorn, der Slalom-Dritte Benjamin Raich (765) ist nun Zweiter. Svindal und Cuche standen an der Spitze der Fahrer, die gegen die Startreihenfolge bei Abfahrt und Super-G protestierten. Die Spitzenfahrer sehen sich durch ihre späten Startnummern benachteiligt.

          Ende Dezember hatte Stehle mit Platz 27 in Bormio seine ersten Weltcup-Zähler überhaupt geholt. „Fürs Ego ist es extrem wichtig, auch einmal nach vorne zu fahren“, sagte der 25-Jährige. Dagegen enttäuschte der Ebinger Stephan Keppler mit Rang 34.

          Die deutschen Herren werden wohl einen neuen Cheftrainer bekommen. Wegen einer zu dünnen Personaldecke sei ihm der Aufbau einer Mannschaft mit mehreren Läufern pro Disziplin nicht gelungen,
          bekannte Margreiter: „Ich weiß nicht, ob der Verband die Geduld hat und ob ich die Geduld habe.“ Alpin-Direktor Wolfgang Maier hatte vor einer Woche bei der WM in Are (Schweden) erklärt, es gäbe zu viele
          österreichische Trainer im Alpinbereich der Herren und damit Margreiters Position in Frage gestellt. „Wir haben viele gute deutsche Trainer, wir dürfen uns nicht komplett ausliefern. Es wird Veränderungen geben, da lasse ich mich nicht vom Kurs abbringen“, bekräftige Maier auch nach Neureuthers Slalom-Coup.

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