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Ski alpin : Miller bestätigt sofort die Prognosen

Der erste Sieger des Ski-Winters: Bode Miller Bild: dpa/dpaweb

Der Auftakt des alpinen Weltcups der Herren am österreichischen Nationalfeiertag - was vorher eindeutig nach einem Festtag für die österreichischen Fans klang - geriet am Sonntag zur Enttäuschung. Den Riesenslalom in Sölden gewann der Amerikaner Bode Miller.

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          Der Auftakt des alpinen Weltcups der Herren am österreichischen Nationalfeiertag - was vorher ganz eindeutig nach einem Festtag für die österreichischen Skifans klang - geriet am Sonntag auf dem Rettenbachferner in Sölden vor 15.000 Zuschauern zur Enttäuschung für die erfolgreichste Skination der vergangenen Jahre.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Wie schon am Tag zuvor bei den Damen stand nämlich auch bei den Herren kein Österreicher auf dem Siegerpodest. Statt dessen sind die ersten Saisonprognosen gleich vollauf bestätigt worden: Der größte Konkurrent der österreichischen Skifahrer im Kampf um den Gesamt-Weltcup heißt Bode Miller. Der Amerikaner fuhr gleich in beiden Läufen Bestzeit und gewann das erste Saisonrennen überlegen in der Gesamtzeit von 2:09,58 Minuten vor den Franzosen Frederic Covili (2:10,70) und Joel Chenal (2:10,76). "Das wird schwer in dieser Saison. Miller hat bewiesen, daß er so stark ist, wie wir befürchtet haben", sagte Peter Schröcksnadel, der Präsident des Österreichischen Ski-Verbandes.

          Maier und Eberharter fahren noch hinterher

          Hermann Maier oder Stephan Eberharter - die Glaubensfrage, die die österreichischen Skifans in zwei Lager spaltet, war in den österreichischen Medien seit Tagen immer wieder aufs neue hochgekocht worden. Doch mit der Entscheidung hatten die beiden erfolgreichsten Skifahrer der vergangenen Jahre aus Verletzungs- und Gesundheitsgründen diesmal nichts tun. "Ich habe mich noch nicht getraut, voll zu fahren. Speziell im Riesenslalom brauche ich noch ein paar Rennen", sagte Maier, der nach seinem Motorradunfall erst seinen zweiten Riesenslalom seit März 2001 bestritt und Platz 16 belegte.

          Auch für Riesenslalom-Olympiasieger Eberharter, der im vergangenen Jahr den Weg zum Weltcup-Gesamtsieg mit einem Erfolg beim Auftaktrennen in Sölden begonnen hatte, war die Saisoneröffnung im Ötztal nach einer langwierigen Erkältung diesmal eine Spur zu schwer. Es reichte "nur" zu Platz acht. "Aber ich bin trotzdem zufrieden. Auf der schweren Piste habe ich meinen Trainingsrückstand gespürt", sagte Eberharter.

          Der schnellste Camper der Welt

          Keine Rolle spielten die beiden deutschen Teilnehmer. Andreas Ertl schied nach guter erster Zwischenzeit im ersten Lauf ebenso aus wie Felix Neureuther, der mit Startnummer71 aber bereits eine ziemlich ramponierte Piste vorfand. "Super schwierig", urteilte der Garmischer, und diese Meinung einte ihn immerhin mit dem Sieger. "Total schnell, sehr steil und eisig - das ist nicht gerade das, was man sich im ersten Saisonrennen erhofft, wenn man noch ein bißchen auf der Suche nach der Form ist", meinte Miller nach dem ersten Durchgang, den er um neun Hundertstelsekunden schneller als Covili bewältigt hatte.

          Aber Miller, in der vergangenen Saison Riesenslalom- und Kombinationsweltmeister von St.Moritz, zeigte gleich wieder, daß es ihm an Selbstvertrauen nicht mangelt. Der Amerikaner setzte auch im zweiten Durchgang nicht auf Sicherheit und fuhr abermals schneller als jeder Konkurrent. Und er will offenbar alles tun, damit er sich in dieser Saison im Weltcup besonders wohl fühlt. Statt wie bisher mehrere Monate in Hotels zu leben, plant er nun, künftig mit einem Wohnmobil durch die Alpen zu reisen. Zweifelsfrei wäre er dann der schnellste Camper der Welt.

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