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Ski alpin : Shiffrin ist weiter auf Rekordjagd

  • Aktualisiert am

Mikaela Shiffrin mit der Kristallkugel: Die 24 Jahre alte Amerikanerin dominiert die Skiszene. Bild: AFP

Es war kein perfekter Lauf, aber einer für die Geschichte. „Wonder Woman“ Mikaela Shiffrin gewinnt auch in Soldeu. Bei den Männern war ein Franzose der Schnellste. Und ein weiterer Star denkt ans Aufhören.

          Weltmeisterin Mikaela Shiffrin hat den letzten Slalom der Saison gewonnen und damit eine Bestmarke von Ingemar Stenmark eingestellt. Wie der Rekordsieger aus Schweden kommt Shiffrin nun auf 40 Slalom-Siege im Ski-Weltcup. Zudem holte sie beim Saisonfinale in Soldeu den 16. Saisonsieg und baute diesen Rekord aus. Schon vor dem Rennen hatte sie die Kristallkugel für die Disziplinwertung ebenso wie den dritten Sieg im Gesamtweltcup sicher. „Ich hatte die Kugel schon und habe nur versucht, aggressiv zu fahren“, sagte Shiffrin danach bei frühlingshaften Temperaturen in Andorra, gab aber zu, nicht ihr bestes Rennen absolviert zu haben. „Es war kein perfekter Lauf, ich bin ein paar Mal aus der Balance gekommen, die Arme und Hände waren irgendwo. Aber ich bin wirklich happy.“

          Lena Dürr belegte Rang elf, Christina Geiger schied im ersten Lauf aus. Angesprochen auf Gerüchte, sie beende ihre Karriere, sagte die 29 Jahre alte Geiger dem ZDF: „Man muss abwarten und die Saison Revue passieren lassen, ich muss auch schauen wie es mir körperlich geht. Aber ich bin schon top motiviert, noch eine Saison zu fahren.“

          Drei Tage nach ihrem 24. Geburtstag war Shiffrin 0,07 Sekunden schneller als Kombinations-Weltmeisterin Wendy Holdener aus der Schweiz, die damit den 22. Podestplatz im Slalom verbuchte und weiter auf den ersten Sieg warten muss. Dritte wurde Petra Vlhova aus der Slowakei. Shiffrin kommt damit auf acht Slalom-Siege in diesem Winter. Auch das ist ein Rekord, den sie sich nun mit Janica Kostelic teilt. Die Kroatin hatte das in der Saison 2000/2001 geschafft.

          Insgesamt hat Shiffrin nun 59 Weltcup-Siege. Auf die Bestmarke des in den 70er und 80er Jahren aktiven Stenmark fehlen ihr noch 27 Erfolge. In der ewigen Bestenliste steht sie hinter Stenmark (86), Lindsey Vonn (82), Marcel Hirscher (67) und Annemarie Moser-Pröll (62) auf Rang fünf. Bis auf Hirscher, der über seine Zukunft im Sommer entscheiden will, ist keiner der vor Shiffrin platzierten Sportler noch aktiv – und die Amerikanerin hat noch viele Jahre vor sich, wenn sie will.

          Pinturault fährt Topduo davon

          Beim Weltcup-Finale der Männer in Andorra hat Kombinations-Weltmeister Alexis Pinturault den letzten Riesenslalom gewonnen und sich damit den zweiten Platz im Gesamtweltcup schon vor dem Slalom am Sonntag gesichert. Der Franzose war beim Weltcup-Finale in Soldeu 0,44 Sekunden schneller als Marco Odermatt aus der Schweiz. Rang drei ging an den Slowenen Zan Kranjec. „Es ist wunderbar“, sagte Pinturault dem österreichischen TV-Sender ORF.

          Die Kristallkugel für den Sieg in der Disziplinwertung hatte Marcel Hirscher aus Österreich schon vor dem Start ebenso sicher wie seinen achten Sieg in Serie im Gesamtweltcup. „Es ist sehr cool, diese Kugel zu haben. Es ist wunderbar und surreal, die jetzt zum sechsten Mal zu haben“, sagte Hirscher über die Riesenslalom-Trophäe. Die große Kugel bekommt er nach dem Slalom am Sonntag (10.30/13.15 Uhr/ZDF und Eurosport), bei dem auch Felix Neureuther an den Start geht und sein wahrscheinlich letztes Weltcup-Rennen fährt. Der Deutsche hatte kurz vor dem Rennen seine Karriere für beendet erklärt. Bei Hirscher ist offen, ob der Dominator der vergangenen Jahre seine Karriere fortsetzt. „Wenn ich weiter fahre, dann habe ich viel Arbeit zu erledigen“, sagte Hirscher. Auf Pinturault fehlten ihm auf Rang sechs der Tageswertung 1,74 Sekunden. Er müsse sich nach dem Slalom einen klaren Kopf machen und eine gute Entscheidung treffen.

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          Der einzige deutsche Starter Alexander Schmid war im ersten Durchgang ausgeschieden. Die erhofften Weltcup-Punkte für eine gute Ausgangsposition im kommenden Winter verpasste der WM-Achte damit. Bester Deutscher im Riesenslalom-Klassement ist Stefan Luitz auf Rang elf. Er hatte tags zuvor Erfolg mit seiner Berufung vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas und seinen Weltcup-Sieg aus dem Dezember zurück bekommen. Von dem Rennen in Beaver Creek war er vom Skiweltverband wegen eines Regelverstoßes disqualifiziert worden.

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