https://www.faz.net/-gtl-96j5f

Ski-Dominator Marcel Hirscher : „Der freie Fall ist mein Hang“

  • -Aktualisiert am

Marcel Hirscher lässt der Konkurrenz auch in Garmisch keine Chance. Bild: Reuters

Marcel Hirscher dominiert die technischen Wettbewerbe im alpinen Ski-Weltcup. Auch in Garmisch fährt er allen davon – und setzt sich an die Spitze einer besonderen Bestenliste.

          2 Min.

          Die technischen Wettbewerbe im alpinen Ski-Weltcup unterliegen derzeit einer ähnlichen Spannung wie die Meisterfrage in der Fußball-Bundesliga. Die entscheidende Frage lautet hier wie dort: Wer wird Zweiter? Denn der Sieger steht meistens schon vorher fest, der FC Bayern auf Skiern heißt Marcel Hirscher.

          Der sechsmalige Gesamt-Weltcupsieger, so etwas wie der Rekordmeister unter den Alpinen, fuhr auch in Garmisch-Partenkirchen in einer eigenen Liga. In 2:40,18 Minuten gelang ihm sein zehnter Saisonsieg, der vierte im fünften Riesenslalom-Wettbewerb. Dazu führt Hirscher in der Slalom-Saisonwertung nach Siegen mit 6:2 gegen den Rest der Ski-Welt. Ihm am nächsten kam am Sonntag noch sein Teamkollege Manuel Feller, der nach einem famosen zweiten Durchgang dennoch 1,57 Sekunden Rückstand aufwies. Für den langhaarigen Tiroler, immerhin WM-Zweiter im Slalom, war es der erste Podestplatz seiner Karriere im Weltcup und fühlte sich an wie ein Sieg. Entsprechend begeistert war Feller im Ziel: „Im zweiten Lauf hab ich mir nur gedacht: Pushen, pushen, pushen. Unglaublich, dass es aufgegangen ist.“

          Ted Ligety, der zu seinen besten Zeiten zwischen 2011 und 2015 auch einmal der Dominator der Riesenslalom-Pisten war, ehe ihn ein Kreuzbandriss aus der Bahn warf, wurde mit 1,69 Sekunden Rückstand Dritter. Der Olympiasieger und dreimalige Riesenslalom-Weltmeister zeigte sich sehr froh, überhaupt wieder in Sichtweite zu Hirscher gekommen zu sein, bekannte aber auch: „Marcel ist unglaublich im Moment. Er ist auf der Höhe seiner Kunst und derzeit nicht zu schlagen.“

          Auch Hirscher selbst schwärmte geradezu: „Es war wunderbar zu fahren“. Genuss zieht er nur noch aus Höchstschwierigkeiten. So sagte er über den steilsten Abschnitt der Strecke, der 92 Prozent Gefälle aufweist: „Der freie Fall ist mein Hang.“ Nur einer konnte ihm noch gefährlich werden, das war er selbst, und zwar im ersten Durchgang: „Unten hab ich einen schweren Fehler gemacht, weil ich die letzten zehn Tore bei der Besichtigung nicht angeschaut habe.“ Deshalb hatte er nach dem ersten Lauf nicht mehr als 0,63 Sekunden Vorsprung.

          Solche Nachlässigkeiten erlaubte er sich im zweiten Durchgang nicht mehr. Selbst als letzter Starter fuhr er noch einmal Laufbestzeit. Der Norweger Henrik Kristoffersen, bislang Hirschers ärgster Rivale in der laufenden Saison, wurde hinter Feller und Ligety Vierter (+1,83). Er hatte als Neunter im ersten Durchgang vor allem sich selbst enttäuscht und danach eine klare Analyse parat: „Ich muss einfach schneller Ski fahren.“ Das Motto setzten auch die Deutschen halbwegs um: Fritz Dopfer erreichte mit exakt drei Sekunden Rückstand Platz 15 und freute sich nach seiner langen Verletzungspause während des Fahrens erstmals wieder „Automatismen gespürt“ zu haben. Linus Strasser (+3,31) und Alexander Schmid (+3,35) belegten die Plätze 20 und 22.

          Marcel Hirscher zog derweil im virtuellen Kampf um den Titel des besten Österreichers der Ski-Geschichte endgültig auch an Hermann Maier vorbei. Nach seinem Sonntagsrennen auf der Kandahar steht es 55:54 für Hirscher – und Maier kann längst nicht mehr kontern.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vor der Bund-Länder-Schalte : Die Suche nach dem Weihnachtsfrieden

          Größtenteils unterstütze sie die Corona-Überlegungen der Länder, sagt die Kanzlerin vor den Gesprächen am Mittwoch. Der Bundespräsident warnt vor einer Spaltung der Gesellschaft – und der Antisemitismusbeauftragte vor wachsendem Judenhass.
          Gute Bekannte: Joe Biden mit dem früheren amerikanischen Außenminister John Kerry, der Sonderbeauftragter für Klimaschutz werden soll

          Team aus alten Weggefährten : Das soll Bidens Kabinett werden

          Mehr Frauen, weniger schillernde Figuren – und ein deutliches Bekenntnis zum Klimaschutz: Joe Bidens künftiges Kabinett bildet einen deutlichen Kontrast zu dem seines Amtsvorgängers.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.