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Ski alpin : Königin Viktoria II.

  • -Aktualisiert am

Riesenslalom-Königin: Nach Olympiasieg zum zweiten Mal Gesamtweltcup-Gewinnerin Bild: AFP

Es war ihr Winter: Viktoria Rebensburg wiederholt als erste deutsche Skirennfahrerin den Sieg im Riesenslalom-Weltcup. Doch auch Fritz Dopfer überrascht positiv. Die alpine Bilanz eines Zwischenjahres.

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          Der letzte Lauf des Winters war reines Vergnügen. Viktoria Rebensburg konnte den Blick aus dem Starthaus auf die Piste ebenso genießen wie die Schwünge durch die Tore und am Ende die Fahrt rein ins vollbesetzte Skistadion von Schladming. „So macht Skifahren Spaß“, sagte sie. Ihr großes Ziel hatte sie schon erreicht, noch ehe sie zum zweiten Durchgang des Riesenslaloms antrat. Die Kristallkugel für die Saisonbeste gehörte wie im Vorjahr der Olympiasiegerin aus Kreuth, weil die Amerikanerin Lindsey Vonn keine Chance mehr hatte, den Rückstand von 95 Punkten noch aufzuholen. Aber Rebensburg wollte zum Abschluss noch einmal ein Zeichen setzen in jenem Ort, in dem im Februar 2013 die Ski-WM stattfindet. Rebensburg beendete den Weltcup-Winter mit Bestzeit und sprach anschließend von einer „unglaublichen Saison im Riesenlslalom“ mit vier Siegen in neun Rennen. Als erster deutscher Skirennläuferin gelang es ihr, den Erfolg Riesenslalom-Weltcup zu wiederholen.

          Viktoria Rebensburg war die Frau des Weltcup-Finales mit ihren Triumphen am Donnerstag im Super-G und zum Abschluss im Riesenslalom. Insgesamt fünfmal stand sie in dieser Saison ganz oben auf dem Podest, nur Lindsey Vonn und Österreichs Slalom-Königin Marlies Schild gewannen mehr Rennen. Rebensburg stellte in diesem Winter die in den vergangenen Jahren überragende deutsche Skirennläuferin in den Schatten. Maria Höfl-Riesch sorgte für die anderen drei Erfolge und lag im Gesamtweltcup am Ende auf Rang drei. Das klingt nicht schlecht, aber richtig gut eben auch nicht, denn sie landete in keiner Disziplin im Endklassement unter den besten drei und hatte in der Gesamtwertung schließlich mehr als 700 Punkte Rückstand auf Lindsey Vonn. Maria Höfl-Riesch ist zu oft ausgeschieden, am Sonntag zum neunten Mal. Sie sprach von „leeren Akkus“ und dass es schwer am Ende der Saison sei, „noch einmal alles zu mobilisieren“. Es wird sich wohl einiges ändern in ihrem Umfeld. Sie soll einen neuen Servicemann bekommen, Stefan Böhler, der für ihre Ski seit ihrem Comeback 2007 nach zwei Kreuzbandrissen zuständig war, hört angeblich auf. Dass aber, wie es auch hieß, über ein eigenes Team nachgedacht wird, dementierte der Verband.

          Auf Siegkurs: Zum Abschluss gewann Rebensburg das Weltcup-Finale in Schladming
          Auf Siegkurs: Zum Abschluss gewann Rebensburg das Weltcup-Finale in Schladming : Bild: REUTERS

          Mehr Siege als in dieser Saison haben die Alpinen seit 1998 nur im vergangenen Winter geholt, damals waren es elf. Aber für Sportdirektor Wolfgang Maier ist diese Bilanz Augenwischerei. „Die Gesamtentwicklung geht insgesamt nicht nach oben“, sondern eher leicht nach unten. „Es ist nicht alles gut.“ Das einst beste Slalomteam der Welt ist mittlerweile ein durchschnittliches, und das liegt nicht nur an den Ausfällen von Susanne Riesch und Kathrin Hölzl in dieser Saison. Mit Höfl-Riesch, Christina Geiger und Lena Dürr qualifizierten sich für das Weltcup-Finale nur drei Deutsche im Torlauf, 2010 waren es noch sechs Läuferinnen, im vergangenen Winter immerhin noch fünf. Der Winter ohne Großereignis, sagt Maier „war eine Saison, um einiges auszuprobieren. Aber nicht alles hat geklappt.“ Im Nachwuchs wird er deshalb noch früher auf eine vielseitige Ausbildung dringen, und in den Weltcupteams soll das Trainingsprogramm wieder straffer werden. Die Selbstzufriedenheit sei zu groß geworden, mahnt er an. „Das bloße Dabeisein darf nicht der Anspruch sein.“

          Maier wünscht sich mehr Athleten wie den trainingsfleißigen Fritz Dopfer. „Er ist mit Abstand die größte Überraschung.“ Der 24 Jahre alte Technikspezialist vom SC Garmisch hat sich in dieser Saison in der Riesenslalom- und Slalom-Rangliste unter die besten acht vorgearbeitet, seine ersten beiden Podestplätze geholt und am Sonntag im Slalom den dritten nur knapp verpasst. „Der Fritz gibt sich nie mit seiner Leistung zufrieden“, sagt Maier. An Dopfers Kollegen im Technikteam hatte der Sportdirektor auch kaum etwas auszusetzen. Felix Neureuther etablierte sich nach seinem Materialwechsel wieder unter den besten sechs Slalomfahrern und landete am Sonntag auf Platz zwei hinter dem Norweger Andre Myhrer, der sich die kleine Kristallkugel im Slalom sicherte. Sein Plan „ist absolut richtig. So können wir im nächsten Jahr weitermachen“, sagte Neureuther. Allerdings mit einem neuen Cheftrainer, denn Karlheinz Waibel wird sich künftig anderen Aufgaben widmen.

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