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Hüft-OP bei Ski-Star Dreßen : Operation gelungen – Patient fällt länger aus

  • Aktualisiert am

Skifahrer Nummer 1: Thomas Dreßen muss erst mal aussetzen Bild: AP

Nach Knie und Schulter nun Hüfte: Thomas Dreßen verpasst nach einer notwendigen Operation wohl die Höhepunkte der alpinen Ski-Saison. Aber es gibt auch positive Nachrichten.

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          Noch vom Krankenlager nach der Hüftoperation schickte Thomas Dreßen eine Nachricht an seine Fansauf der Piste wird man den besten deutschen Skirennfahrer vorerst nicht mehr sehen. „Der Einsatz verlief glücklicherweise gut und das Hüftgelenk sieht auch gut aus“, schrieb Dreßen selbst bei Instagram zu Bildern aus dem Krankenbett, die ihn mit einem Lächeln im Gesicht und einem dickem Pflaster auf der linken Hüfte zeigen. „Weniger erfreulich ist, dass dort noch ein freier Gelenkkörper drin ist“, schreibt Dreßen weiter: „Jetzt überlegen die Ärzte, wie sie das Problem lösen können. Ich halte euch auf dem Laufenden.“

          Trotz der erfolgreich verlaufenen Hüftoperation droht der Oberbayer somit den Großteil der alpinen Saison inklusive der Weltcup-Höhepunkte in Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen sowie die Weltmeisterschaften in Cortina zu verpassen. Bei einem Eingriff in München wurden zwar keine nachhaltigen Verletzungen am Gelenk festgestellt, wie der Deutsche Skiverband (DSV) am Freitag mitteilte. Allerdings könnte eine zweite Operation in den nächsten Tagen folgen, um den zweiten freien Gelenkkörper zu entfernen.

          Weil derartige Eingriffe oft Zwangspausen von sechs Wochen oder mehr nach sich ziehen, dürfte ein Comeback bei den wichtigsten Rennen dieses Winters knapp werden. Bei den ersten Speed-Rennen im Dezember in Val d’Isère, Gröden und Bormio fehlt der Spitzensportler sicher. Im Januar stehen die Abfahrt-Weltcups in Wengen (16.) und Kitzbühel (23.) auf dem Programm, im Februar das Heim-Event in Garmisch (5.) und danach die WM in Cortina.

          „Dieser Ausfall trifft uns heftig. Thomas ist nach dem Rücktritt von Felix Neureuther die Galionsfigur. Jetzt müssen wir enger zusammenrücken“, hatte Alpinchef Wolfgang Maier dem Sportinformations-Dienst (sid) schon vor der OP gesagt. Deutschlands „Skisportler des Jahres“ sollte eigentlich am 12./13. Dezember im französischen Val d'Isere in die Saison starten. Nun steht erstmal die langfristige Gesundheit Dreßens im Vordergrund mit seinen 27 Jahren sind noch etliche Winter an der Weltspitze für ihn möglich.

          Seine Hüfte hatte ihm schon mehr als zwei Jahre Probleme bereitet, zuletzt hielt es Dreßen im Trainingslager in Copper Mountain aber vor Schmerzen nicht mehr aus. Deshalb wurde nun entschieden, „das Problem nachhaltig zu lösen“, wie er sagte, „auch wenn dafür eine zweite OP notwendig sein sollte und ich daher nicht weiß, wie lange die Rehabilitation dauern wird. Wichtig ist, dass ich wieder vollständig fit und gesund werde. Denn nur so kann ich erfolgreich Skirennen fahren.“

          Der behandelnde Arzt ist zufrieden

          Die positive Nachricht der ersten Operation war, dass „keine unvorhergesehenen Schädigungen“ festgestellt wurden, wie der operierende Arzt Michael Dienst nach der zweieinhalbstündigen Arthroskopie an Dreßens linker Hüfte sagte. „Ich habe mich auf den schlimmsten Fall vorbereitet und bin jetzt erleichtert, dass an der Hüfte keine weiteren Verletzungen festgestellt wurden“, sagte Dreßen.

          Er hat mehrfach bewiesen, dass er nach Rückschlägen gestärkt zurück kehrt.
          Er hat mehrfach bewiesen, dass er nach Rückschlägen gestärkt zurück kehrt. : Bild: dpa

          Der Sportler vom SC Mittenwald verpasste schon fast die ganze Saison 2018/19 wegen einer schweren Knieverletzung. Im folgenden Winter fuhr er dann sofort wieder zu drei Abfahrtssiegen in Lake Louise, Garmisch und Saalbach-Hinterglemm. Bei einem Sturz in Hinterstoder waren ihm dann beide Schultern ausgekugelt. Im DSV ist man optimistisch, das Speed-Ass auch nun wieder in Topform zurückzubekommen.

          Bundestrainer Christian Schwaiger sicherte seinem Schützling „die notwendige Zeit für den Heilungsprozess“ zu. „Thomas hatte im Laufe seiner großartigen Karriere schon mehrmals mit Verletzungen zu kämpfen, dabei aber immer bewiesen, dass er selbst nach eingeschränkten Vorbereitungen stärker als zuvor zurückkommen kann.“

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