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Ski alpin : Deutsche Ski-Damen im Mittelmaß

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Hilde Gelg: „Hätte frecher und aggressiver fahren können” Bild: REUTERS

Ein zehnter Platz im Super-G von Hilde Gerg und Rang acht von Slalom-Spezialistin Monika Bergmann-Schmuderer lautete die magere Ausbeute. „Das war mittelmäßig“, sagte Cheftrainer Wolfgang Maier.

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          Hilde Gerg im Super-G zu vorsichtig und das sonst so erfolgreiche Slalom-Trio deutlich hinter der Konkurrenz: Die deutschen Skirennfahrerinnen fuhren im österreichischen Altenmarkt ausgerechnet in ihren Parade-Disziplinen hinterher und erlebten ihr bislang schlechtestes Wochenende des WM-Winters. Ein zehnter Platz im Super-G von Siegkandidatin Hilde Gerg und Rang acht von Slalom-Spezialistin Monika Bergmann-Schmuderer lautete die magere Ausbeute. „Das war mittelmäßig. Im Slalom ging es nur noch um Schadensbegrenzung“, sagte Cheftrainer Wolfgang Maier.

          Bergmann-Schmuderer verbesserte sich im zweiten Lauf immerhin noch vom 12. auf den 8. Platz, lag aber 2,10 Sekunden hinter der Siegerin Tanja Poutiainen. „Das ist sicherlich nicht mein „Anspruch“, sagte die 26jährige. Auch Annemarie Gerg konnte sich noch auf Rang 13 verbessern, aber nicht zum erhofften Aufschwung nach den schon in Übersee mäßigen Resultaten beitragen. Martina Ertl blieb als 26. deutlich hinter den Erwartungen. Durch ihren Sieg übernahm Poutiainen mit 441 Punkten die Führung im Gesamtweltcup vor Anja Pärson (Schweden/393). Die Finnin ließ in 1:39,88 Minuten Marlies Schild (Österreich/1:39,91) und die Kroatin Janica Kostelic (1:40,33) hinter sich.

          Staunen über Bode Miller

          Hilde Gerg wollte eine Woche nach ihrem Abfahrts-Sieg von Lake Louise ihren 10. Platz am Samstag im Super-G schnell abhaken. „Das hätte ich viel frecher und aggressiver fahren können. Ich sehe es nicht ganz so tragisch, weil ich in guter Form bin“, sagte die 29jährige. Im Super-G-Weltcup rangiert sie mit 76 Punkten nun auf Platz sechs. Da auch andere Favoritinnen wie Renate Götschl (Österreich) patzten, verlor sie im Kampf um die kleine Kristallkugel nicht viel an Boden. Das Rennen gewann Alexandra Meissnitzer (Österreich/1:13:04 Minuten) vor Lucia Recchia (Italien/1:13,32) und Tina Maze (Slowenien/1:13,56).

          Im Herren-Weltcup nimmt das Staunen über Dauersieger Bode Miller derweil kein Ende, Superstar Hermann Maier gibt dagegen sogar sich selber nur noch Rätsel auf. Einen Tag nach seinem Debakel mit Platz 26 in der Abfahrt kam der Österreicher im Riesenslalom von Val d'Isère am Sonntag immerhin wieder auf einen guten dritten Rang. Der Rückstand im Gesamtweltcup auf Miller wird für den Titelverteidiger bei nun 221 Punkten Rückstand aber immer bedrohlicher. Doppel-Weltmeister Miller holte sich auf der Oreiller-Killy-Piste in 2:20,66 Minuten seinen fünften Saisonsieg und untermauerte mit seinem insgesamt 17. Weltcup-Erfolg eindrucksvoll seine momentane Ausnahmestellung und die Ambitionen auf die große Kristallkugel.

          Maier vom „Monster“ zum „Mäuschen“

          Noch nach dem ersten Lauf hatte es danach ausgesehen, als könne Maier seine Karriere wieder einmal um ein außergewöhnliches Kapitel bereichern. Der „Herminator“ verspielte aber mit einer Gesamtzeit von 2:20,99 Minuten seine Führung und verpaßte somit den möglichen ersten Riesenslalom-Sieg nach seinem schweren Motorradunfall. Zuletzt hatte Maier in seiner einstigen Paradedisziplin vor mehr als drei
          Jahren gewinnen können. Vor Maier landete auch noch Altmeister Lasse Kjus aus Norwegen auf Platz zwei in 2:20,95 Minuten.

          Während Miller nach neun Rennen in der Gesamtwertung ebenso führt wie im Abfahrts-, Super-G und Riesenslalom-Weltcup und der Konkurrenz mit förmlicher Leichtigkeit enteilt, doktert Maier weiter an Form und Material herum. Auch die mit viel Tamtam angekündigte Rückkehr zur alten Schuhmarke half in der Abfahrt nichts. Im Gegenteil: Mit 2,03 Sekunden Rückstand auf Sensationssieger Werner Franz (Österreich), der sich im Alter von 32 Jahren seinen ersten Weltcup-Sieg in der Königsdisziplin vor Marco Büchel (Liechtenstein) und Michael Walchhofer (Österreich) sicherte, erlebte der in der Abfahrt vom „Monster“ förmlich zum „Mäuschen“ geschrumpfte Maier das vielleicht größte Debakel seiner Karriere.

          Die deutschen Ski-Herren konnten ihren leichten Aufwärtstrend während der Rennen in Übersee nicht bestätigen und kamen über die Statistenrolle wieder einmal nicht hinaus. Florian Eckert und Max Rauffer fuhren in der Abfahrt als 32. und 34. knapp an den Punkten vorbei. Im Riesenslalom reichte es für Andreas Ertl nur zu Platz 51, Felix Neureuther kam nach einem Innenskifehler nicht ins Ziel.

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