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Ski alpin : Der Münchner Olympiaberg bebt

  • -Aktualisiert am

Spektakel am Olympiaberg: Der Flutlicht-Slalom von München Bild: dpa

Perfekte Werbung für den Skisport und für München: Die Athleten sind begeistert vor Weltcup-Parallelslalom auf dem Olympiaberg. Felix Neureuther verpasst das Podest nur knapp. Nur der Auftritt von Maria Riesch gerät etwas zu kurz.

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          Für einen Moment war es ganz still am Fuße des Olympiaberges. Damit hatte wohl niemand der 25.000 Zuschauer wirklich gerechnet. Der Auftritt von Maria Riesch beim ersten Weltcup-Parallelslalom am Sonntag war ein sehr kurzer. Die beste deutsche Skirennläuferin, derzeit auch die beste der Welt, schied in der ersten Runde aus. Aber der Stimmung tat dies keinen Abbruch, schließlich war ja noch Felix Neureuther dabei. Der schaffte es immerhin bis ins Halbfinale, scheiterte dort aber am späteren Sieger Ivica Kostelic aus Kroatien. Bei den Frauen holte sich die 100 Weltcuppunkte die Schwedin Maria Pietilä-Holmner, sie gewann vor Tina Maze aus Slowenien und der Österreicherin Elisabeth Görgl.

          Maria Riesch erwischte keinen guten Einstand ins neue Jahr. Die Gesamtweltcup-Führende aus Garmisch-Partenkirchen hatte bei ihrem Erstrundenduell mit der italienischen Abfahrtsspezialistin Daniela Merighetti Probleme mit einem Skistock. Sie sei am Start hängengeblieben, „ich konnte ihn nicht richtig greifen, das lenkt dann natürlich ab“, sagte sie. Maria Riesch fädelte schließlich ein und verpasste somit die Qualifikation für die nächste Runde. Weil aber Lindsey Vonn aus den Vereinigten Staaten, ihre erste Verfolgerin im Gesamtweltcup, auch nur eine Runde länger im Rennen blieb und somit nur 15 Punkte mehr als die Deutsche gewann, hielt sich der Rückschlag im Kampf um die große Kristallkugel in Grenzen. „Es ist schade, aber nicht tragisch“, sagte Maria Riesch.

          Auch für Viktoria Rebensburg und Susanne Riesch, die für die angeschlagene Kathrin Hölzl nachgerückt war, endete der Wettkampf nach nur einer Runde. Die Begeisterung der Fans in München für den Parallelslalom war dennoch gewaltig. Für Susanne Riesch war das Rennen „ein unglaubliches Erlebnis“. Sie plädierte dafür, die umstrittene Superkombination aus dem Weltcupkalender zu streichen und stattdessen ein paar Parallelrennen in der Stadt aufzunehmen. „Dieser Wettbewerb ist auf jeden Fall interessanter als die Superkombination“, sagte sie.

          Mit Blick aufs olympische Zeltdach: Maria Riesch in München
          Mit Blick aufs olympische Zeltdach: Maria Riesch in München : Bild: dpa

          „Es war ein wunderschönes Erlebnis“

          Felix Neureuther haderte damit, den Platz auf dem Podest knapp verpasst zu haben. Im kleinen Finale scheiterte er an Bode Miller aus den Vereinigten Staaten. „Das Leben ist kein Wunschkonzert. Aber es war trotzdem ein extrem schöner Tag. Die Massen waren so greifbar“, sagte Neureuther. Auch Maria Riesch lobte die Veranstaltung, ehe sie in den Flieger nach Zagreb stieg, wo schon am Dienstag das nächste Weltcuprennen auf dem Programm steht.

          „Das ist mal ein bisschen etwas anderes. Es war ein wunderschönes Erlebnis“, sagte sie. So wie die Deutschen reagierten alle Athleten bei der Weltcup-Premiere des City-Events. „Ich habe noch nie ein Rennen vor so einer beeindruckenden Zuschauerkulisse bestritten“, lobte Lindsey Vonn. Auch den sportlichen Wert des Rennens auf der extrem kurzen Piste stellte niemand in Frage.

          „Das ist ein Zeichen, wo es hingehen sollte - in die Städte“, sagte Felix Neureuther. Der Internationale Skiverband hat offenbar endlich erkannt, dass man sich neuen Wettkampf-Formen nicht mehr verschließen darf, um neue Zuschauer zu gewinnen und sich telegener zu präsentieren. Der City-Event wurde deshalb forciert, und München sah darin eine ideale Gelegenheit, um sich mit Blick auf die Bewerbung um die Olympischen Spiele 2018 als Wintersportort zu präsentieren. Mit so einer Veranstaltung „kann man natürlich Punkte sammeln“, ist sich Katharina Witt, die Vorsitzende des Kuratoriums der Bewerbungsgesellschaft, sicher.

          München hat die Chance genutzt. In der Nacht vor dem Rennen hatte es noch einmal geschneit, nicht nur der mit Kunstschnee präparierte Olympiaberg zeigte sich deshalb als kleine Winterlandschaft, sondern das gesamte Olympiagelände. Tagsüber schien in München dann die Sonne, mit winterlichen, aber nicht zu kühlen Temperaturen. Früh strömten deshalb schon die Besucher auf das Gelände. Sie versammelten sich am Grund des ausgelassenen Sees und sorgten für gute Stimmung am Fuße des Olympiabergs. Die Zuschauerzahl übertraf die Erwartungen des Veranstalters um rund 10.000 - es war eine perfekte Werbung für den Skisport und für München.

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