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Ski alpin : Bei Maria Riesch fährt die Angst immer mit

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Maria Riesch wähnt sich trotz Rang 19 auf einem guten Weg Bild: dpa

Nach zwei Kreuzbandrissen scheut Maria Riesch auf der Piste noch das Risiko - und rutscht der Konkurrenz wie in San Sicario hinterher. Teamkollegin Petra Haltmayr hat sich wenige Tage vor der WM am Syndemoseband verletzt - ihr droht sogar das Karriereende.

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          Es sollte die große Wende werden, doch nach dem Super-G von San Sicario haderte Maria Riesch mal wieder mit sich selbst. Neun Tage vor dem ersten Rennen bei der Weltmeisterschaft im schwedischen Are, ebenfalls ein Super-G, war die Partenkirchenerin mit Rang 19 zwar „einigermaßen zufrieden“. Aber ein böser Schnitzer im Mittelteil der Olympia-Piste von 2006 hatte sie um den erhofften Befreiungsschlag gebracht.

          „Nach diesem Patzer war kein Spitzenplatz mehr drin“, erkannte sie nach ihrer ansonsten guten Fahrt auf der Fraiteve Olympique. Immerhin: Trotz des Fehlers fuhr Maria Riesch beim 43. Sieg der Österreicherin Renate Götschl nach den Plätzen 32, 26 und 14 zu ihrem zweitbesten Saisonergebnis im Super-G. Beste Deutsche war allerdings Gina Stechert. Die Oberstdorferin empfahl sich als 16. mit ihrem besten Karriere-Resultat für ein WM-Ticket. Im vorläufigen Kader hatte die 19-Jährige noch gefehlt. Fanny Chmelar (Partenkirchen) fuhr auf Platz 41. Petra Haltmayr droht nach ihrem Trainingssturz vom Donnerstag sogar das Karriereende.

          „Es geht Schritt für Schritt bergauf“

          Maria Riesch hatte sich in San Sicario mehr ausgerechnet. Anders als die schwierigen Strecken, die sie zuletzt befahren musste, bot die Fraiteve optimale Bedingungen. Eine harte Piste, ausreichend Schnee und vor allem Sonnenschein. Das bedeutete optimale Sichtverhältnisse - für Riesch nach ihren beiden Kreuzbandrissen wichtig wie für kaum eine andere Ski-Rennläuferin. „Wenn sie wenig oder gar nichts sieht, zieht sie noch immer zurück und verliert die Linie“, hatte Frauen-Cheftrainer Mathias Berthold zuletzt betont. Aufgrund der Verletzungen sei ihr bisweilen sehr defensives Fahrverhalten aber „normal“, meinte Berthold.

          Petra Haltmayr musste auf den Start in San Sicario verzichten

          Positiv war deshalb auch, dass Riesch in San Sicario wieder etwas aggressiver auf dem Ski stand als zuletzt. „Ich habe versucht, Vollgas zu geben“, meinte sie: „An der entscheidenden Stelle war das vielleicht zuviel des Guten.“ Dennoch: „Es geht Schritt für Schritt bergauf.“ Von der Form einer Renate Götschl ist sie aber weit entfernt. Beim vierten Super-G des Winters stand die 31-Jährige zum dritten Mal ganz oben, einmal war sie Dritte. In 1:24,90 Minuten lag sie 0,09 Sekunden vor der US-Amerikanerin Lindsey Kildow, Dritte wurde Christine Sponring (Österreich).

          Haltmayr vor Karriereende?

          Mit dem insgesamt 16. Super-G-Sieg ihrer Karriere schloss Götschl in der ewigen Bestenliste zur bislang allein führenden Katja Seizinger auf. Im aktuellen Gesamt-Weltcup bleibt Götschls Teamkollegin Marlies Schild vorne. Am Freitag steht die siebte Abfahrt der Saison an, am Sonntag wird ein weiterer Super-G das letzte Rennen vor der WM (3. bis 18. Februar) sein.

          Für Petra Haltmayr sollte die WM in Are der krönende Abschluss ihrer Karriere werden, doch nun sieht es danach aus, als müsste sie hre Latten frühzeitig in die Ecke stellen. Die Rettenbergerin hat sich bei ihrem Sturz im Abfahrtstraining am Donnerstag offenbar schwerer verletzt als zunächst angenommen. „Es besteht der Verdacht, dass sie sich das Syndesmoseband gerissen hat“, sagte Alpinchef Wolfgang Maier. Ob Haltmayr tatsächlich so schwer verletzt ist, sollte eine Kernspintomographie in Oberstdorf zeigen.

          Verdacht auf Riss des Syndesmoseband

          Der ersten Diagnose zufolge waren die behandelnden Ärzte zunächst davon ausgegangen, dass die 31-Jährige bei ihrem Sturz lediglich eine Außenbandverletzung im linken Knöchel sowie Prellungen erlitten
          hatte. WM-Starts beim Super-G und der Abfahrt (3. und 11. Februar) schienen noch möglich. Sollte sich der Verdacht auf einen Syndesmoseriss aber bestätigen, wäre es ausgeschlossen, dass Haltmayr in Are ihre
          dritten Titelkämpfe nach 2001 und 2005 bestreiten kann - und ihre Karriere wohl beendet.

          Haltmayr war in diesem Winter mit zwei Top-Ten-Platzierungen die beste deutsche Super-G-Fahrerin. Außerdem war die Gewinnerin zweier Weltcup-Rennen mit Platz sechs in der Abfahrt schon bei den
          Olympischen Spielen in Turin 2006 beste Deutsche.

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