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Pech für Speedspezialisten : Das Wetter entscheidet den Weltcup mit

Siegerin im Super-G-Weltcup: Lara Gut-Behrami Bild: AFP

Die Schweizer Anwärter auf den Gesamtweltcup beim Finale in Lenzerheide müssen tatenlos bleiben. Lara Gut-Behrami kann trotzdem feiern. Zufrieden äußern sich die Deutschen.

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          „Sehr, sehr schade“, nannte Andi Sander die Absage auch der Super-G-Rennen beim Weltcup-Finale in Lenzerheide, bezeichnete die Entscheidung aber als „richtig und nachvollziehbar“ angesichts der schweren Strecke. „Bei dieser Piste braucht man auf jeden Fall sehr, sehr gute Sichtverhältnisse, um ein sicheres und faires Rennen durchführen zu können“, meinte der 31-Jährige.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Angesichts des Nebels in dem Schweizer Skiort waren die Bedingungen aber nicht danach, und so endete die Weltcupsaison höchst unbefriedigend für alle Speedfahrer mit zwei ersatzlos gestrichenen Rennen nacheinander, denn auch die Abfahrtsläufe am Vortag waren den Bedingungen zum Opfer gefallen. „Man ist natürlich da, um noch mal Rennen zu fahren“, sagte Sander, der als Zweiter in der WM-Abfahrt von Cortina d'Ampezzo in diesem Winter seinen Karrierehöhepunkt erlebte, aber auch jetzt gerne noch einmal seine gute Form gezeigt hätte: „Ich war sehr, sehr motiviert, aber gut: Ist jetzt so“, meinte er. Sander beendete die Saison auf den Plätzen sechs in der Super-G-Wertung und zehn im Abfahrts-Weltcup und zeigt sich damit „sehr, sehr zufrieden.“ Auch Cheftrainer Christian Schwaiger betonte, dass er „extrem happy“ mit dem Saisonverlauf sei und bezeichnete die Absage angesichts der „extrem schwierigen Wettersituation“ als „vernünftig“.

          Der beste Mann der Super-G-Saison: Weltmeister und Weltcupsieger Vincent Kriechmayr
          Der beste Mann der Super-G-Saison: Weltmeister und Weltcupsieger Vincent Kriechmayr : Bild: Reuters

          Die kleine Kristallkugel als bester Super-G-Fahrer der Saison sicherte sich so kampflos der Österreicher Vincent Kriechmayr, der freilich ein würdiger Gewinner ist und als Doppelweltmeister bereits „Mann der WM“ gewesen ist. Nach gerade mal sechs Rennen, von denen nur ein einziges an seinem ursprünglich angesetzten Termin ausgetragen werden konnte, gewann Kriechmayr die Weltcupwertung mit 401 Punkten und 83 Zählern Vorsprung vor Marco Odermatt (318).

          Für Odermatt bedeutete die abermalige Absage auch einen herben Dämpfer für seine Ambitionen um den Gesamtwertung. Dort liegt der Schweizer mit 1069 Punkten ganze 31 Zähler hinter dem Franzosen Alexis Pinturault (1100), und hatte sich vor allem in den beiden Speedrennen Chancen ausgerechnet, ihn noch einzuholen. Im Riesenslalom sind beide etwa gleich stark einzuschätzen und kämpfen in dieser Wertung am Samstag auch noch um den Gewinn der Kristallkugel. Im abschließenden Slalom am Sonntag ist Pinturault aber deutlich stärker.

          Bei den Frauen sicherte sich Super-G-Weltmeisterin Lara Gut-Behrami die kleine Kristallkugel für die Disziplin-Wertung, stand allerdings bereits vor dem nun abgesagten letzten Rennen mit 525 Punkten und riesigem Vorsprung auf Federica Brignone (Italien/323) als Siegerin fest. Dagegen verringerte sich auch ihre Chance, den Gesamtweltcup für sich zu entscheiden.

          Vor den beiden abschließenden technischen Disziplinen am Wochenende weist die Schweizerin bei 1256 Zählern satte 96 Punkte Rückstand auf die führende Slowakin Petra Vlhova (1352) auf. Diese Diskrepanz auf dem Punktekonto hatte sie eigentlich in den beiden Speed-Events aufholen wollen. Nun wird sich die Gesamtweltcup-Siegerin von 2016 wohl mit Rang zwei zufrieden geben müssen, kann aber dennoch auf den erfolgreichsten Winter ihrer Karriere zurückblicken: nach langen Jahren im Skizirkus hatte die 29-Jährige endlich ihre ersten beiden Goldmedaillen bei einer Großveranstaltung gewonnen, sowie Bronze und eine kleine Kristallkugel noch dazu.

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