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Skirennfahrer Pinturault : Endlich am Ziel

  • -Aktualisiert am

Alexis Pinturault holt als dritter Franzose den Gesamtweltcup. Bild: EPA

Alexis Pinturault galt als „ewige Hoffnung“ – jetzt steht der Franzose ganz oben. Der Skirennfahrer gewinnt beim vorletzten Rennen des Winters gleich zwei Kristallkugeln.

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          Im Moment des Glücks ging Alexis Pinturault in die Knie. Der Franzose verbarg kurz das Gesicht hinter seinen Händen und ließ sich vom Kollegen Mathieu Faivre herzen. Es war geschafft, endlich. Und mit einem Ausrufezeichen obendrein. Pinturault hat sich am Samstag gleich zwei Kristallkugeln gesichert, die kleine als bester Riesenslalomfahrer des Winters und die große für den Gewinn des alpinen Gesamtweltcups, als dritter Franzose nach Jean-Claude Killy und Luc Alphand.

          Das alles schaffte er mit einem souveränen Sieg im vorletzten Rennen des Winters. Fast kitschig, dass der Triumph, das Erreichen seines größten sportlichen Ziels an seinem 30. Geburtstag gelang. „Das beste Geschenk“, sagte er, „das ich mir machen konnte.“ Es seien so „viele Emotionen“ dabei gewesen. Und ein paar Tränchen auch.

          Plötzlich wendet sich das Blatt

          Es hatte ja vor der Anreise zum Weltcup-Finale nach Lenzerheide nicht mehr so gut ausgesehen für den Franzosen, trotz 31 Punkten Vorsprung. Am Wochenende davor in Kranjska Gora war er im Slalom ausgeschieden und im Riesenslalom vom aufstrebenden Herausforderer Marco Odermatt düpiert worden. „Vielleicht habe ich da zu viel an den Gesamtweltcup gedacht“, gab Pinturault zu.

          Der Schweizer hatte nun bessere Aussichten auf den Sieg. Aber dann fielen Abfahrt und Super-G, dort wo Odermatt stärker einzuschätzen war als der Führende, wegen der Wetterbedingungen aus, und plötzlich wendete sich das Blatt. Der Schweizer schien etwas mehr nachzudenken, und Pinturault hingegen hat „die Lösung gefunden“, wie er sagt. „Das war vielleicht heute eine meiner größten Leistungen.“ Nach dem dritten Platz im finalen Slalom am Sonntag hatte Pinturault 1260 Punkte im Gesamtweltcup, 167 mehr als Odermatt.

          Der Sohn eines Hoteliers aus Courchevel gehört seit Jahren zu den besten Skirennläufern der Welt und galt schon früh als Kandidat für den Gesamtweltcup-Gewinn. Außer in der Abfahrt hat er Wettbewerbe in allen Disziplinen gewonnen, insgesamt 34, aber Titel nur in der bedingt wertgeschätzten Kombination. Da holte er den WM-Titel 2019 in Åre und dreimal die Weltcup-Wertung. Den Gesamtweltcup beendete Pinturault zweimal als Zweiter und dreimal als Dritter. Und im Riesenslalom, seiner Paradedisziplin, reichte es dreimal nur zu Platz zwei. Daheim in Frankreich galt Pinturault, der seit 2017 in einem Privatteam trainiert, deshalb als „ewige Hoffnung“, wie die Zeitung „Le Parisien“ einmal schrieb.

          Zunächst hatte ihm der österreichische Seriensieger Marcel Hirscher im Weg gestanden, im vergangenen Jahr dann ein wenig die Favoritenbürde, die schwerer auf ihm lastete als gedacht – und der Abbruch der Saison wegen der Corona-Pandemie. Statt an Pinturault ging die Kugel an den Norwegen Aleksander Aamodt Kilde. In diesem Winter sah es lange gut aus, alles sprach für den Franzosen. Aber dann kam die WM: Nach einem guten Start mit Bronze im Super-G musste er sich in der Kombination als Top-Favorit mit Silber begnügen.

          Der Tiefpunkt war der Riesenslalom, da schied er als Führender des ersten Durchgangs im Finallauf aus. Anschließend war es eine zähe Angelegenheit, der Vorsprung auf Odermatt schmolz an jedem Wochenende. Erst als die Chancen nicht mehr sehr groß schienen, kehrte das Selbstvertrauen zurück. Der Druck, sagte er, sei jetzt nicht so groß gewesen. „Ich habe mich auf das konzentriert, was ich machen muss.“ Ganz einfach schnell Ski fahren.

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