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Sieg bei Skiflug-Weltcup : Eisenbichler fliegt sensationell auf Platz eins

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Der erste Weltcupsieg ist im Kasten: Markus Eisenbichler jubelt. Bild: dpa

Dem dreifachen Skisprung-Weltmeister Markus Eisenbichler ist der erste Weltcup-Sieg seiner Karriere gelungen. Dabei profitiert er auch von einem Patzer eines eigentlich favorisierten Japaners.

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          Markus Eisenbichler fiel jubelnd seinem Kumpel Karl Geiger um den Hals, auf dem Trainerturm streckte ein überglücklicher Werner Schuster die Arme in den strahlenden slowenischen Himmel: An einem perfekten Frühlingstag hat Skisprung-Weltmeister Eisenbichler seinen so ersehnten ersten Weltcupsieg erzielt und beim Skifliegen in Planica dem scheidenden Bundestrainer Schuster das schönste Abschiedsgeschenk gemacht.

          „Ich freue mich gerade so mega“, sagte ein glückseliger Eisenbichler, nachdem der nach ersten Durchgang noch deutlich führende Japaner Ryoyu Kobayashi die Vorgabe des Deutschen nicht erreicht hatte: „Ich habe gedacht, genieß den Flug jetzt einfach. Nach Kobayashis Landung wollte ich nicht gleich feiern, sondern das Schwarz auf Weiß haben.“ Nach Flügen auf 238,5 und 233,0 Meter von der berühmten Letalnica lag Eisenbichler mit 445,0 Punkten umgerechnet knapp sechs Meter vor Kobayashi (438,1. Dritter wurde der Pole Piotr Zyla (473,3).

          „Eisei“ drehte am drittletzten Saisontag damit den Spieß um: Gleich fünfmal war der Oberbayer in diesem Winter hinter seinem japanischen Dauerrivalen Zweiter geworden. Diesmal spielte der Doppel-Weltmeister von Seefeld seine ganze Stärke auf den großen Schanzen aus. „Beim Skifliegen ist es ganz einfach für mich. Ich muss einfach schauen, dass ich im Radius stabil bleibe, und dann volle Rotze anschieben“, sagte Eisenbichler lachend: „Sorry für das Wort.“

          Eisenbichler, der auch die Führung im Flug-Weltcup übernahm überbot mit 27 Jahren und fünf Monaten die deutsche Alters-„Bestmarke“ von DDR-Springer Jochen Danneberg, der 1979 mit 26 Jahren und acht Monaten seinen ersten und einzigen Weltcupsieg erzielt hatte. Im Kampf um die kleine Kristallkugel für den Sieg in der Spezialwertung liegt Eisenbichler vor dem letzten Einzelwettkampf am Sonntag mit 311 Punkten knapp vor Kobayashi (307), der bereits als Gesamtweltcupsieger feststeht.

          Für Bundestrainer Schuster, der am Sonntag nach elf Jahren seinen Abschied feiert, war es ein emotionaler Höhepunkt seiner Amtszeit. „Ich freue mich riesig, das ist für alle eine Riesenerleichterung, dass Markus jetzt ganz oben steht“, sagte Schuster nach dem drittletzten Tag seiner Amtszeit in der ARD: „Ich bin froh, dass das auf hohem Niveau zu Ende geht. Der Weltcupsieg hat schon jetzt schon mal richtig was gebracht. Jetzt kann ich die Flüge genießen.“

          Zwei gute Sprünge vor traumhaftem Panorama: Markus Eisenbichler siegt in Slowenien.

          Eisenbichler hatte am Vortag in der Qualifikation mit 248,0 m seinen deutschen Rekord eingestellt. An diese Weite kamen die besten Flieger am Freitag bei schwachem bis mäßigem Aufwind nicht ganz heran. Der Weltrekord des Österreichers Stefan Kraft (253,5), am Freitag nur 14., und der Schanzenrekord des Polen Kamil Stoch (251,5), der 18. wurde, blieben unangetastet.

          Geiger wurde als zweitbester Deutscher mit 227,0 und 226,0 Metern Neunter. Der Flug-WM-Dritte Richard Freitag kam mit 224,0 und 217,0 Metern auf Platz 15. Constantin Schmid belegte Rang 23 (212,0+213,5), Olympiasieger Andreas Wellinger (213,0+211,5) kam auf Platz 26. Am Samstag findet ein Teamfliegen statt, am Sonntag (jeweils 10.00 Uhr/ARD und Eurosport) treten die 30 Besten des Gesamtweltcups zum finalen Einzelwettkampf an.

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