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Bob-WM in Winterberg : Deutsche Tränen auf dem Podest

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Mit dem Zweierbob auf den zweiten Platz: Anja Schneiderheinze (rechts) und Annika Drazek in Winterberg Bild: AP

Bei der Heim-WM in Winterberg holen Anja Schneiderheinze und Cathleen Martini die ersten Medaillen für Deutschland. Gold geht allerdings Elana Meyers Taylor. Die Amerikanerin schreibt damit Bob-Geschichte.

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          Anja Schneiderheinze weinte vor Glück, Cathleen Martini vergoss Abschiedstränen. Die Bobpilotinnen holten mit Silber und Bronze die ersten deutschen Medaillen bei der Heim-Weltmeisterschaft in Winterberg. Schneiderheinze hatte mit Anschieberin Annika Drazek nach vier Läufen 0,43 Sekunden Rückstand auf Elana Meyers Taylor, die für die Vereinigten Staaten den ersten WM-Titel in der Geschichte des Frauen-Bobs seit 2000 gewann. Martini holte mit Stephanie Schneider im letzten Einzel-Rennen ihrer Karriere wie schon bei ihrem ersten WM-Rennen 2003 Bronze.

          „Das ist großartig, endlich eine WM-Medaille als Pilotin. Ohne Annika hätte ich das nicht geschafft. Wir hatten hier zwei perfekte Tage“, sagte die Erfurterin Schneiderheinze, die sich nach WM-Silber 2004 und dem WM-Titel 2005 als Anschieberin von Sandra Kiriasis nun auch als Pilotin belohnte.

          Zudem korrigierten die deutschen Frauen das schlechte Olympia-Abschneiden von Sotschi. „Wir haben im Sommer unglaublich hart gearbeitet und ernten nun den Lohn“, sagte die Olympiasiegerin von 2006. Allerdings hatte sie auch Glück, denn die erst 19-jährige Drazek sitzt erst seit einem halben Jahr im Bob.

          Die Oberbärenburgerin Martini schlug im Zielauslauf vor Freude auf ihren Schlitten und stieg um 15.43 Uhr das letzte Mal nach einem Einzel-Wettbewerb völlig geschafft aus ihrem Wettkampfgerät. Sofort wurde die Sächsin von ihren Gefühlen überwältigt. „Mir gehen gerade so viele Bilder durch den Kopf. Am Anfang dieser Saison war ich ganz unten und nun dieses bombastisches Ende. Jetzt möchte ich nur noch mit meinen Freunden feiern“, sagte Martini schluchzend. Sie wird am Sonntag noch einmal im nicht-olympischen Teamwettbewerb starten.

          Bob-WM in Winterberg : Mit 130 Sachen durch den Eiskanal

          Wie schon vor zwölf Jahren bei ihrer ersten WM - ausgerechnet in Winterberg - holte sie zum Karriereabschluss erneut Bronze. „Jetzt schließt sich der Kreis, ich bin so überwältigt“, meinte die 32-jährige Ausnahmepilotin, während die gut 40 mitgereisten Fans aus Sachsen ein Transparent mit der Aufschrift „Danke Cathleen“ hoch hielten.

          Die Oberhoferin Stefanie Szczurek, im Gesamtweltcup Siebte, kam bei ihrem WM-Debüt mit Anschieberin Erline Nolte auf einen starken Rang vier. „Mir ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen. Ich wollte hier vier ordentliche Läufe runterbringen, das ist mir auch gelungen. Ich bin so stolz auf Erline, die unheimlich Dampf auf den Schlitten brachte“, sagte die Thüringerin. Juniorenweltmeisterin Miriam Wagner aus Riesa landete mit Lisa Buckwitz auf Rang zehn.

          Ein Kapitel Bob-Geschichte schrieb auch die amerikanische Pilotin Meyers Taylor, die wie in der abgelaufenen Weltcup-Saison in einer eigenen Liga fuhr. Mit vier Start- und drei Laufbestzeiten holte sie mit Anschieberin Cherelle Garrett den ersten Frauen-Bob-WM-Titel für die Vereinigten Staaten. Den ersten Titel gewann 2000 bei der Premiere in Winterberg Gabriele Kohlisch mit Kathleen Hering. Den Bahnrekord, den sich die Amerikanerin im zweiten und dritten Lauf von Schneiderheinze holte, schnappte sich die Deutsche im Finallauf mit 56,54 Sekunden wieder zurück.

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