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Eishockey : Rückkehrer führen DEB-Team zum Sieg

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Spieler mit Trophäe: Deutschlands Michael Wolf (r) und Philip Gogulla drehen eine Ehrenrunde mit dem Siegerpokal. Bild: dpa

2:4 gegen Kanada, aber trotzdem froh. Trotz einer Niederlage im Abschlussspiel des Deutschland-Cups gewinnt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft das Turnier.

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          Pat Cortina macht keine Experimente mehr. Spätestens mit dem Gewinn des sechsten Deutschland-Cup-Titels hat der stark unter Druck geratene Eishockey-Bundestrainer erkannt, dass er sich vor allem auf seine Routiniers verlassen kann. „Die Spieler, die hier waren, haben die ganze Woche über herausragend gearbeitet“, sagte der 50 Jahre alte Italo-Kanadier nach dem vorzeitigen Titelgewinn beim 25. Vier-Nationen-Turnier in München und bekam prompt ein Lob vom DEB-Präsidenten Franz Reindl. „Pat hat eine super Auswahl getroffen. Das war herzerfrischend. Ich bin unheimlich stolz auf die Nationalmannschaft. Der Auftritt war top“, sagte Reindl schon vor dem bedeutungslos gewordenen Spiel gegen Kanada, dass die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) mit 2:4 verlor.

          Selbst am Sonntag, als Deutschland schon als Turniersieger feststand, blieb Cortina seiner Linie treu und beließ seine bewährten Reihen weitestgehend beisammen. Vor den Augen von Fußball-Weltmeister Thomas Müller, reichte es wegen zu vieler Undiszipliniertheiten nur zu den Führungstoren von Dennis Reul (14. Minute) und Patrick Hager (18.). Für Kanada drehten Kevin Clark (36.), Bud Holloway (39.), Steven Reinprecht (54.) und Brandon Buck (60.) mit einem Schuss in leere deutsche Tor das Spiel. Den guten Gesamteindruck vom Wochenende trübte das Ergebnis aber nicht mehr.

          Torhüter halfen

          Ausschlaggebend für den Turniersieg waren unter anderem Dennis Endras und Patrick Reimer, die zuletzt nicht das volle Vertrauen des Bundestrainers hatten, zum Deutschland Cup aber zur Rückkehr bewegt wurden und maßgeblich zum Erfolg beitrugen. „Die Message an die Spieler vor dem Turnier war: Wir brauchen euch, damit ihr Verantwortung übernehmt. Wir brauchen euch, damit ihr ein Statement abgebt, wer für die nächsten Jahre bereitsteht: 2015 die WM, 2016 die Olympia-Qualifikation, 2017 die Heim-WM und 2018 hoffentlich Olympia. Wer will Deutschland helfen, dahin zu kommen?“, berichtete Cortina.

          Torhüter Endras und Torjäger Reimer kamen und halfen. „Es ist für ihn schon ein Erfolg“, meinte Reindl zur Bedeutung des Turniersieges für Cortina. Denn ob der Italo-Kanadier die genannten Events mit Ausnahme der nächsten WM noch als Trainer erlebt, bleibt fraglich. „Man soll die Dinge im positiven wie auch im negativen nicht überbewerten“, sagte Reindl, der die Messlatte nach der verpassten Olympia-Qualifikation 2013 und der miesen WM 2014 hoch gelegt hatte.

          Unruhe abseits der Bande

          Der Italo-Kanadier braucht mehr Erfolge, vor allem bei der nächsten WM, um die Chance auf eine Vertragsverlängerung über den kommenden Sommer hinaus zu erhalten. Selbst vom Abschneiden bei der U20-WM Ende des Jahres in Kanada hängt die Zukunft Cortinas ab. „Die fließt mit ein. Er hat die Verantwortung“, sagte Reindl dazu und formulierte sogleich eine Vorgabe: „Mit unseren Top-Talenten sollte man sich das Ziel Top acht schon setzen. Das kann man auch erreichen.“

          Auffällig oft zeigte sich Reindl zudem am Wochenende bei den Spielen gegen die Schweiz (3:1), die Slowakei (2:1) und am Sonntag gegen Kanada mit seinem Vertrauten, Cortinas Vor-Vorgänger Uwe Krupp, der nach seinem Aus bei den Kölner Haien vor einem Monat wieder frei ist. „Natürlich zeige ich mich mit Uwe Krupp, weil er ein guter Bekannter ist“, meinte Reindl und beteuerte: „Aber mit ihm werde ich nicht über einen Vertrag sprechen.“ Auch angesichts des allgegenwärtigen Krupp wollte Cortina das Turnier unbedingt gewinnen wollte.

          „Das kann ich nur bejahen“, bekräftigte etwa Kapitän Michael Wolf. Auch der Torjäger vom EHC München ist einer der Rückkehrer, mit deren Hilfe Cortina den Diskussionen trotzte. Mit Ausnahme von Hamburgs Thomas Oppenheimer, der gegen die Schweiz am Freitag in letzter Minute ins leere Tor traf, waren bis zum Samstag ausschließlich Spieler erfolgreich, die bei der mit Platz 14 miserablen WM im Mai in Minsk aus verschiedenen Gründen gefehlt hatten.

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