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Rodlerinnen mit Dreifach-Triumph : „Ein grandioser Erfolg“

  • Aktualisiert am

Zweiter Olympiasieg für Sylke Otto Bild: dpa/dpaweb

Die favorisierten deutschen Rodlerinnen feierten bei Olympia wie schon vor vier Jahren in Salt Lake City einen Dreifach-Erfolg. Sylke Otto wurde zum zweiten Mal Olympiasiegerin, Silber ging an Silke Kraushaar, Bronze an Tatjana Hüfner. FAZ.NET-Bildergalerie.

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          Nach vier perfekten Läufen in der Gold-Spur von Cesana reckte Sylke Otto beide Fäuste in den Himmel und feierte in den Armen ihres Freundes ihren Aufstieg in den Rodel-Olymp.

          Mit ihrem zweiten Olympiasieg nach 2002 krönte sich die 36jährige aus Oberwiesenthal am Dienstag nicht nur zur erfolgreichsten Rennrodlerin, sondern führte die deutschen Frauen auch wie schon vor vier Jahren zum erhofften Dreifach-Triumph. „Ein grandioser Erfolg“, freute sich IOC-Vizepräsident Thomas Bach.

          Mit Ottos Favoritensieg vor Silke Kraushaar und Tajana Hüfner ließen die seit mehr als acht Jahren ungeschlagenen deutschen Rodlerinnen die Auftaktpleite der Männer am Sonntag vergessen.

          Zweiter Olympiasieg für Sylke Otto Bilderstrecke

          „Ich weiß, es war fast zu früh, daß ich die Arme hochgerissen habe, aber ich wußte, ich habe es. Ich bin so froh, daß jetzt alles vorbei ist und natürlich überglücklich“, sprudelte es aus der Siegerin heraus, die das olympische Rennen zu einer Demonstration ihrer Klasse machte. Bei der anschließenden Blumenzeremonie kämpfte die Sächsin mit den Tränen und strahlte vor Glück.

          Demonstration ihrer Klasse

          Sylke Otto, die in dieser Saison mehrfach Nerven gezeigt hatte, blieb anders als ihre Konkurrentinnen ohne größere Fehler und fuhr in drei von vier Läufen Bestzeit auf dem Hochgeschwindigkeitskurs. Damit konnte sich die viermalige Weltmeisterin endgültig mit Olympia versöhnen: 1992 hatte Otto bei ihrer ersten Teilnahme nur Rang 13 erreicht, 1994 und 1998 war sie gar nicht erst dabei. Mit ihrem zweiten Olympiasieg nach 2002 trat Otto nun in die Fußstapfen von Steffi Walter-Martin, die 1984 und 1988 Gold geholt hatte.

          In einem von schweren Stürzen geprägten Wettbewerb hatten sich mit Anastasia Oberstolz-Antonova (Italien) und der Ukrainerin Natalia Jakuschenko schon im ersten Lauf zwei mögliche Konkurrenten aus dem Wettbewerb katapultiert. Doch auch Kraushaar und Hüfner waren vom Pech verfolgt: Die Olympiasiegerin von 1998 mußte gleich zum Auftakt einen herben Rückschlag hinnehmen, als sie bei starkem Sonnenschein später als Otto und Hüfner an den Start gehen mußte.

          Neuling Hüfner vom Mißgeschick gebremst

          „Wahrscheinlich war das Eis zu weich, da war schon alles verloren“, sagte die Oberhoferin. Mit Wut im Bauch kämpfte sich die 35jährige dann aber nach vorne und machte am Ende nach Gold 1998 und Bronze 2002 ihre olympische Medaillen-Sammlung perfekt.

          „Eine Medaille wäre schön, an Gold zu glauben wäre vermessen“, hatte Hüfner trotz ihres rasanten Aufstiegs gesagt. Die 22jährige landete in diesem Winter nicht nur ihren ersten Weltcup-Sieg, sondern verdrängte auch die zweimalige Silbermedaillen-Gewinnerin Barbara Niedernhuber aus dem Olympia-Team. Daß es für die Sportsoldatin am Ende nur zum dritten Platz hinter Sylke und Silke reichte, lag vor allem an ihrem Mißgeschick im zweiten Lauf: „Die Krallen an meinen Handschuhen haben sich am Start verhakt. So etwas ist mir auch noch nie passiert.“

          „Niemand ist vor Fehlern gefeit“

          Angetrieben durch die Ausrutscher der Konkurrenz machte Otto ihren zweiten Gold-Triumph bereits am ersten Tag so gut wie perfekt: Mit zwei Bahnrekorden fuhr sie mit fast drei Zehntelsekunden Vorsprung vor Kraushaar ein - im Rodelsport eine kleine Ewigkeit. „Das kann man nicht mehr aufholen“, gab sich die Oberhoferin, die den Winter mit dem Gewinn des Gesamt-Weltcups und des EM-Titels dominiert hatte, schon vor dem zweiten Tag geschlagen. Doch Otto wollte sich noch nicht zu früh feiern lassen: „Auf der schwierigen Bahn ist niemand vor Fehlern gefeit.“

          Am Ende war Otto der Sieg nicht zu nehmen, obwohl die Vorbereitung auf die Olympia-Saison alles andere als optimal begonnen hatte. Im Sommer mußte sich die in Zirndorf bei Nürnberg lebende Athletin einer Bandscheiben-Operation im Halsbereich unterziehen. Doch anders als Routinier Georg Hackl blieb die viermalige Weltmeisterin von neuen Rückschlägen verschont und fand auf den Punkt genau zu alter Stärke zurück.

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