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Rodeln : Kind wichtiger als noch eine WM-Krone

  • Aktualisiert am

Gute Aussichten auf ein Leben nach dem Sport Bild: AFP

Rodel-Olympiasiegerin Sylke Otto erwartet im Sommer ihr erstes Kind und verzichtet auf die WM in Februar, für die sie als Favoritin galt. „Ich will nicht länger mit Angst auf den Schlitten steigen“, begründete sie ihren Rücktritt vom Leistungssport.

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          Rodel-Olympiasiegerin Sylke Otto tritt mit sofortiger Wirkung vom Leistungssport zurück. Die Oberwiesenthalerin, die nach zwei Olympiasiegen und vier Weltmeistertiteln die erfolgreichste Rodlerin der Welt ist, erwartet im Sommer ihr erstes Kind. „Ich will nicht länger mit Angst auf den Schlitten steigen“, begründete die 37-Jährige am Freitag ihren Entschluss.

          Otto hatte bereits vor der Saison angekündigt, nach den Weltmeisterschaften in Innsbruck/Igls im Februar zurückzutreten. Für die Titelkämpfe galt sie als große Favoritin. „Die Entscheidung ist mir schwer gefallen, aber ich wollte mich nicht noch drei Wochen quälen“, sagte die im fränkischen Zirndorf lebende Sächsin.

          „Ich will mir später keine Vorwürfe machen müssen“

          Ausschlaggebend für das sofortige Aus war der schwere Sturz des Russen Albert Demtschenko am Donnerstag in Oberhof. „Ich stand genau an dieser Stelle und da wurde mir noch einmal klar, welche Gefahr in unserem Sport steckt. Ich will mir später keine Vorwürfe machen müssen, wenn doch etwas passiert“, erzählte sie.

          Gewann alles, was es zu gewinnen gab

          Noch am Donnerstagabend teilte sie Bundestrainer Thomas Schwab ihren Rücktritt mit. „Er hat mich für die WM zur Mannschaft eingeladen, das fand ich richtig toll“, sagte Otto. Schwab lobte seine Titelhamsterin: „Sie hat die beste Fahrlage aller Rodelrinnen. Sie kann man nicht kopieren“, meinte der Coach.

          Gewann alles, was es zu gewinnen gab

          Otto hat 1983 mit dem Rodelsport begonnen. Bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme 1992 wurde sie nur 13. „Ich gebe nicht auf, ihr werdet noch von mir hören“, lautete ein Leitspruch, den sie nach der WM 1995 in Lillehammer verkündete. Da war sie als Favoritin gestartet, am Ende jedoch erneut ohne Medaille geblieben.

          Nach der verpassten Olympia-Teilnahme 1998 änderte sie ihr sportliches Leben. Die bis dahin in einer Apotheke arbeitende pharmazeutisch-technische Assistentin schloss sich der Bundeswehr an und stellte die Ernährung um. Der Erfolg war frappierend. Ab der Saison 1999/2000 gewann sie alles, was es zu gewinnen gab. Drei EM- und vier WM-Titel, vier Gesamtweltcups, 37 Einzel-Weltcups, vier deutsche Meisterschaften.

          Von nun an ist Sylke Otto Privatperson. „Ich kann gut damit umgehen, denn ich weiß ja, dass das Leben weiter geht und eine ganz tolle neue Aufgabe auf mich wartet.“

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