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Rodel-WM : Hackls silberner WM-Abschied

  • Aktualisiert am

Hackl: „Ganz brutal unerwartet” Bild: dpa/dpaweb

Altmeister Georg Hackl und Titelverteidiger David Möller haben bei der Rodel-WM Silber und Bronze geholt. Das deutsche Team gewann zwei Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen.

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          Die deutschen Rodler haben bei den Weltmeisterschaften auf der Olympia-Bahn von 2002 in Park City die Medaillen abgeräumt und an die Glanzvorstellung bei den Titelkämpfen vor einem Jahr angeknüpft.

          „Das ist sensationell“, sagte Bundestrainer Thomas Schwab nach dem abermaligen Dreifacherfolg der Frauen, dem Zweifachsieg der Doppelsitzer und dem silbernen WM-Abschied von Georg Hackl. „Wir hatten es nicht für möglich gehalten, daß wir annähernd das Ergebnis von Nagano halten“, war er von der Medaillenflut selbst überrascht.

          Hackls WM-Abschied

          „Heute war es ganz brutal unerwartet“, jubelte Routinier Georg Hackl über seinen zweiten Platz hinter dem nun bereits fünffachen Weltmeister Armin Zöggeler (Italien). „Es sind die schönsten Momente, wenn man gar nicht damit rechnet.“ Nach eher mäßigen Trainingsfahrten und Platz fünf nach dem ersten Lauf fuhr der 38jährige mit einer beherzten Fahrt noch auf den zweiten Platz vor und verdrängte Titelverteidiger David Möller aus Oberhof auf den dritten Rang. Für Hackl, der bei den Olympischen Winterspielen 2006 seine Karriere beenden will, war es die 11. WM-Einzelmedaille.

          Beide Deutschen profitierten auch vom Absturz des Favoriten Albert Demtschenko. Der Weltcup-Gesamtsieger aus Rußland patzte auf Platz zwei liegend im entscheidenden Lauf und landete auf dem 37. Rang. „Er hat wahrscheinlich zu viel riskiert - und ist umgefallen. Das war natürlich großartig, so leid es mir für den Albert tut“, sagte Hackl. Auch Möller war ein Jahr nach seinem Titelgewinn in Nagano glücklich: „Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen. Der Druck durch den Gewinn der WM ist immer mitgefahren.“ Jan Eichhorn aus Oberhof wurde Vierter.

          „Silber gewonnen und nicht Gold verloren

          Mit ihrer Gold-Fahrt hatten die Doppelsitzer André Florschütz und Torsten Wustlich (Friedrichroda/Oberwiesenthal) das Erfolgswochenende eingeläutet. Im Training hatte das Duo noch Rückstand auf die Spitze gehabt und in der Nacht vor dem Rennen den Schlitten umgebaut. „Unser Zimmer sah aus wie eine Ferrari-Werkstatt“, sagte Wustlich. Im Rennen ging Steuermann Florschütz mit dem veränderten Material aufs Ganze: „Das war eine Fahrt ins Blaue, wir hatten nichts mehr zu verlieren.“

          Am Ende reichte es für das Duo mit 12/1000 Sekunden vor Olympiasieger Patric Leitner und Alexander Resch zur Wiederholung des WM-Sieges von 2001. „Ich hatte nicht damit gerechnet“, sagte Florschütz. Leitner/Resch, die die Trainingswoche auf ihrer Gold-Bahn von 2002 dominiert hatten, verpatzten den ersten Lauf. „Vergurkt ist vergurkt“, meinte der Bundestrainer, der dann sah, wie die Titelverteidiger mit Tagesbestzeit vom siebten auf den zweiten Platz fuhren. „Am Ende war es ein Happyend“, sagte Steuermann Leitner. „Wir haben Silber gewonnen und nicht Gold verloren.“

          Dreifachtriumph der Damen

          Olympiasiegerin Sylke Otto fuhr auf ihrem Gold-Eiskanal bereits den vierten WM-Titel ein. „Ich habe hier wunderschöne Erinnerungen“, schwärmte die Oberwiesenthalerin nach dem Sieg vor Weltcup-Gesamtsiegerin Barbara Niedernhuber und Anke Wischnewski. „Das ist ein großartiges Gefühl.“ Die deutschen Rodlerinnen machten den sechsten WM-Dreifach-Triumph in Serie perfekt.

          Die Konkurrenz konnte selbst aus der Disqualifikation von Titelverteidigerin Silke Kraushaar kein Kapital schlagen. Die 34jährige wurde wegen unerlaubter Befestigung ihrer Schlittenschienen auf Platz zwei liegend kurz vor dem zweiten Durchgang aus dem Rennen genommen. „Ich bin hochgefahren und habe mich noch warm gemacht. Dann haben sie gesagt, es ist vorbei“, erklärte Kraushaar.

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