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Rennen in Val d'Isere : Walchhofer siegt doppelt, Defago disqualifiziert

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Geschafft: Michael Walchhofer Bild: KEY

Bei der Rückkehr nach Europa haben die Ski-Rennläufer aus Österreich einmal mehr ihre Ausnahmestellung im alpinen Weltcup unter Beweis gestellt.

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          Bei der Rückkehr nach Europa haben die Ski-Rennläufer aus Österreich einmal mehr ihre Ausnahmestellung im alpinen Weltcup unter Beweis gestellt.

          Bei der Abfahrt am Samstag im französischen Val d'Isere nahm „Team Austria“ das Siegertreppchen noch komplett in Beschlag. Bei der „Super-Kombination“ am Sonntag durchbrach alleine Bode Miller (USA) als Dritter die rot-weiß-rote Phalanx. Doppel-Sieger Michael Walchhofer mußte sich allerdings bei dem Schweizer Didier Defago bedanken, der nach seinem vermeintlichen „Kombi“-Triumph wegen einer zu hohen Bindungsplatte auf seinen Skiern nachträglich disqualifiziert wurde.

          Abstand zwischen Schuh und Skikante zu hoch

          „Es tut mir für Didier total leid. Der Abstand zwischen Schuh und Skikante war zu hoch. Da mußten wir leider disqualifizieren“, sagte der deutsche Renndirektor Günter Hujara. Aus dem zweiten Weltcup-Sieg für Defago und dem ersten für die Eidgenossen seit Febraur 2004 wurde somit nichts - sehr zur Freude Walchhofers. Der hatte die Abfahrt im WM-Ort von 2009 vor seinen Teamkollegen Fritz Strobl und Hans Grugger gewonnen und ließ bei der Kombination nach einer verkürzten Abfahrt und einem Slalom-Lauf seinen Teamkollegen Rainer Schönfelder hinter sich.

          „Daß ich Zweiter wurde, ist eine riesige Überraschung für mich“, hatte der Abfahrtsweltcupsieger der vergangenen Saison unmittelbar nach Rennende bereits gejubelt. Da wies die Videowand den Hotelierssohn in 2:43,15 Minuten noch als Zweitschnellsten hinter Defago (2:42,96) und vor Schönfelder (2:43,32) aus. Doch während sich Defago im Zielraum feiern ließ, maß einer der Offiziellen noch einmal genau nach, stellte den Fehler an Defagos Skiern fest und machte Walchhofer so zum ersten Doppelsieger der Saison. Gesamtweltcup-Sieger Miller (2:43,56) verteidigte indes nach Platz sieben in der Samstags-Abfahrt seine Führung im Gesamtweltcup.

          Deutsche fahren wieder hinterher

          Weniger gelungen verlief das Wochenende dagegen für Hermann Maier (Österreich). Nach Platz neun am Samstag verzichtete er nach Platz 17 zur Halbzeit in der Kombination auf den finalen Slalom. „Ich habe Material getestet“, sagt der „Herminator“: „Jetzt bestrafe ich mich selbst und fahre mit dem Auto zurück nach Salzburg.“ Für die Starter des Deutschen Skiverbandes (DSV) standen die Rennen beim 50. „Kriterium des ersten Schnees“ unter dem Motto „Erfahrung sammeln“. Weltcup-Punkte gab es abermals keine. Bei der „Super-Kombi“ kam Johannes Stehle (Obermaiselstein/2:52,60) auf den 35. Rang, Stephan Keppler (Ebingen) schied als 47. nach der Abfahrt beim Torlauf aus.

          Auch bei der Abfahrt am Samstag auf der traditionsreichen Piste „Oreiller-Killy“ („OK“), die nicht zu den anspruchsvollsten Strecken gehört, aber jeden noch so kleinen Fehler bestraft, zahlten Stehle und Keppler Lehrgeld. Rang 54 und 55 standen letztlich für die 24 und 22 Jahre alten Athleten zu Buche. „Für die Beiden ist es nur Training, ich schaue nicht auf die Ergebnisse“, betonte Cheftrainer Werner Margreiter gelassen.
          Ganz ohne Wettkampf-Druck konnte sich am Wochenende Felix Neureuther (Partenkirchen) auf das Training konzentrieren. Nach Absprache mit Margreiter verzichtete der gute Slalom-Läufer auf die Kombination. „Er soll sich im Europacup beweisen, um im Slalom stabil zu bleiben. Das hat für ihn Priorität“, betonte Margreiter. Wenn am Montag in Madonna di Campiglio der zweite Weltcup-Torlauf der Saison ansteht, ist Neureuther aber wieder dabei.

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